Bericht: Helldone 2008
Das Helldone wird mittlerweile zu einer Institution. Seit zehn Jahren spielen HIM das berühmt berüchtigte Silvesterkonzert im Tavastia und vor vier Jahren wurde dies zu einem Indoor Festival ausgeweitet.
Im Jahr 2008 gingen sie noch einen Schritt weiter. Sie nahmen ihre Supports für den Silvesterabend, 45 Degree Woman und KYPCK, mit auf eine Minitour nach Oulu und Tampere - und aufgrund des wie bereits in den letzten Jahren schon in Rekordzeit ausverkauften "NYE" - gab es auch noch ein Zusatzkonzert mit 45 DW und HIM am 27. Dezember 2008 im Helsinkier Nosturi.
1. Tag Helldone
Am ersten Abend war das Tavastia zwar gut gefüllt, aber bei weitem nicht ausverkauft. Einerseits mag dies daran gelegen haben, dass wohl viele HIM Fans die Tour begleiteten, andererseits wich dieser Abend thematisch von den beiden nachfolgenden ab und traf eine andere Zielgruppe.
Lineup:
- Godsplague
- Diablo
- Stam1na
- Godsplague
- Diablo
- Stam1na
Godsplague weihten als erste Band die Bühne ein.Godsplague spielen klassischen Metal, der einen gleich dazu bewegt, mit der Musik mitzugehen und die Gitarrenriffs sind fantastisch. Die Band ist nicht zu heavy, aber auch nicht zu sanft. Sie haben eine gute Mitte gefunden! Die Stimme von Sänger Nico passt zu den Songs und rundet die Sache noch einmal schön ab.
Dem Publikum hat es jedenfalls sehr gefallen, sie haben geheadbangt und das nicht zu wenig.
Godsplague hatten einen guten Start hingelegt und die Leute gut unterhalten. Nico heizte das Publikum an und Arska (Bass) bekam am Ende ein riesiges männliches Geschlechtsteil auf seinem Rücken aufgemalt.
Diablo hatten ihre Fans im Schlepptau, so hörte es sich jedenfalls an. Ein Jubel ging durch die Halle, als Diablo auf die Bühne kamen.
Die Band spielt Thrash Metal, welcher voraussetzt, eine harte Spielweise zu haben und diese haben Diablo nicht nur bei guten Gitarrensolos.
Fans sagen bei den Refrains mit, headbangten und pogten. Diablo hatten Spaß auf der Bühne, das hat man ihnen angesehen. Den Leuten vor der Bühne, erging es nicht anders. Besser ging es nicht,
... dachte ich jedenfalls, bis...
Die Band spielt Thrash Metal, welcher voraussetzt, eine harte Spielweise zu haben und diese haben Diablo nicht nur bei guten Gitarrensolos.
Fans sagen bei den Refrains mit, headbangten und pogten. Diablo hatten Spaß auf der Bühne, das hat man ihnen angesehen. Den Leuten vor der Bühne, erging es nicht anders. Besser ging es nicht,
... dachte ich jedenfalls, bis...
...Stam1na ihren Einsatz hatten.
Die von der Band ausgehende Energie war der absolute Hammer. Als Headliner an dem Abend haben sie die Halle noch einmal zum Schwitzen gebracht.
Stam1na veröffentlichten 2005 ihr erstes Album "Stam1na". Ihr drittes und neustes Album "Raja" veröffentlichten sie im Februar 2008. Sie gehen in die Richtung Thrash Metal und singen nur auf Finnisch. Die Songs werden nie langweilig, jeder Song hat etwas Eigenes und das schaffen nicht viele Metal Bands.Mit viel Spaß und Witz heizte die Band die Leute an und bewegte jeden dazu mit zu bangen. Denn das Headbaning haben die Jungs von Stam1na sehr gut drauf.
Eine sehenswerte Showeinlage. Wie sie bei den ganzen langen Haaren noch die Gitarrengriffe sehen oder überhaupt spielen können, ist mir noch immer ein Rätsel.
Es war ein schöner Metal Abend... mit drei sehr guten Bands!
2. Tag Helldone
Pünktlich um 20 Uhr öffnete sich die Tür zum Tavastia. Anfänglich sammelten sich die Zuschauer im Vorraum, bis um 21 Uhr die Schiebetüren geöffnet wurden und die Fans sich in die Halle quetschten und drängelten, um die ersten Reihen vor der Bühne besetzen zu können.
Das war an diesem Abend aber auch kein größeres Wunder, denn die drei spielenden Bands, sind keine Unbekannten.
Lineup an diesem Abend:
- Sara
- Negative
- The 69 Eyes
- Sara
- Negative
- The 69 Eyes
Als erste Band des Abends spielten Sara, die um 21.15 Uhr die Bühne betraten, in der ausverkauften Halle. Ein Großteil des (ausländischen) Publikums kannte zu dem Zeitpunkt Sara noch nicht und waren auf die Band gespannt.Sara gründeten sich im Jahre 1995. 1999 nahm sie beim größten Musikwettbewerb Finnlands teil und gewann somit einen Plattenvertag.
Die Band veröffentlichte bereits vier Alben und ihr neustes Album "Veden Äärelle" erschien im Mai 2008.
Ihr Musikstil geht in die alternative Rock-Schiene, gemischt mit elektronischen Elementen. Die Songs sind ausschließlich auf Finnisch und klingen ruhig und im positiven Sinne verträumt.
Sara starteten mit dem Song "Kartta Rinnassa" aus ihrem neuesten Album. Das eher ruhigere Stück verleitete das Publikum noch nicht wirklich zum Mitgehen.
Mit dem nächsten Song "Laine Karrallaan" änderte sich dies. Die Zuschauer tauten zunehmend auf und ließen sich immer mehr auf die Band ein. Sara spielten zehn Songs, die meisten davon sind aus ihrem aktuellen Album. Die Mischung aus melodischem Rock und ein wenig Elektro überzeugte.
Die Band selbst war sehr zurückhaltend und redete nicht oft mit dem Publikum. Ob es Schüchternheit war oder ihr generelles Verhalten auf der Bühne ist, kann ich nicht sagen. An dem Abend habe ich sie auch zum ersten Mal live gesehen.
Am Ende bedankte sich die Band und bekam einen ordentlichen Applaus.
Setlist:
Kartta Rinnassa | Laine Kerrallaan | Pitelet Taivasta | Aallot Kääntyy Pois | Veden Äärelle
Uusi Ihminen | Momentum | Vielä Moudostan Varjoni | Tanssiin | Rauhan Aika
Kartta Rinnassa | Laine Kerrallaan | Pitelet Taivasta | Aallot Kääntyy Pois | Veden Äärelle
Uusi Ihminen | Momentum | Vielä Moudostan Varjoni | Tanssiin | Rauhan Aika
Zweite Band und wohl mit den meisten weiblichen Anhängern des Abends war Negative.
Negative braucht man nicht mehr groß vorstellen. Sie haben eine Fanbase, und diese ist nicht gerade klein.
Die Fans warteten schon ungeduldig auf die Band. Die Umbaupausen im Tavastia kommen einen ewig vor...
Endlich - das Licht ging aus und Negative betraten die Bühne. Damit ging auch das Blitzlichtgewitter
los und die Schreiereien vom weiblichen Publikum.Als Intro spielten Negative, wie auch auf der letzten Deutschland Tour, eine Akustikversion von My My Hey Hey. Danach ging es gleich rockig weiter mit Songs wie "Devil on my Soulder", "In my Heaven" und "Givin Up". Der wohl gefühlvollste Song an dem Abend war "An Ornament".
Stimmlich war Jonne das Konzert über konstant gut und die Songs hörten sich sehr harmonisch an.
Die Fans sangen bei jedem Song mit und waren nicht zu halten. Ob es auch an den Hüftschwüngen von Jonne gelegen hat? Ich vermute das hat ganz stark dabei zu getragen!
Die gekonnten Gestiken und Bewegungen von Jonne kamen bei den weiblichen Fans sehr gut an. Jonne animierte das Publikum immer wieder und es machte natürlich mit.
Die Solos zwischendurch von Larry waren super gespielt. Besonders beim Song "Naive" konnte er sein Können noch einmal beweisen.
Das Schleudern mit dem Mikroständer sollte Jonne vielleicht lieber lassen. Ein Wunder, dass niemand an dem Abend verletzt wurde!
Als der letzte Song "Wonīt let go" verklang, verabschiedeten sich Negative wie gewohnt vom Publikum. Jonne leckte ein Mal an der Brust vom Drummer Jay und dann verbeugten sie sich drei Mal.
Setlist:
My My / Hey Hey | A Devil On My Shoulder | In My Heaven | Lust NīNeeds
The Moment of Our Love | Giving Up | An Ornament | After All | Naive | Frozen To Love At All
MotherFucker (Just Like You) | Planet Of The Sun | Until Youīre Mine | Wonīt Let Go
My My / Hey Hey | A Devil On My Shoulder | In My Heaven | Lust NīNeeds
The Moment of Our Love | Giving Up | An Ornament | After All | Naive | Frozen To Love At All
MotherFucker (Just Like You) | Planet Of The Sun | Until Youīre Mine | Wonīt Let Go
Als Headliner spielten die charmanten Gothic Rocker von The 69 Eyes.
Angesagt wurde die Band von Andy McCoy (Hanoi Rocks) und Bam Margera, der seine Frau mit im Gepäck hatte, die auch schlussendlich die Eyes an. Gefilmt wurde das Ganze von Antti (Negative), der hinter den Boxen hervorkam.
Mit "Framed in Blood" begann die Band und spielte ganze 17 weitere Songs an diesen Abend. Eine lange Setliste, aber man hätte keinen Song streichen können.Die Zeit verging super schnell mit 69 Eyes. Die Band legte einen Hit nach dem anderen hin, wie "Rocker", "Perfekt Skin", "Lost Boys" und vielen mehr. Das Publikum sang bei jedem Song lautstark mit und rockte dazu.
Die Stimmung war auf dem Höhepunkt und Jyrki animierte die Leute immer wieder.
Dabei nahm er nicht einmal seine Sonnerbrille ab, die zum Teil zu seinem Markenzeichen geworden ist.
Jussi an den Drums gab alles, so auch Bazie und Timo-Timo an den Gitarren und Archie am Bass. Mit viel Charm sang Jyrki die Songs und bei "Feel Berlin" setzte er ein "Feel Helsinki" ein, was beim den Fans natürlich sehr gut ankam. Mit viel Power spielten sie ihre Songs und kommunizierten ständig mit dem Publikum.
So macht Rockmusik Spaß und zu der Band lässt es sich sehr gut rocken.
Die Jungs von 69 Eyes touren schon so lange um die ganze Welt, machen dies mit so viel Energie und Elan und scheinen noch immer nicht müde zu sein. Jedenfalls merkt man es ihnen nicht an, wenn sie live performen.
Es war ein schöner Abschluss für diesen tollen Abend.
Setlist:
Framed In Blood | Never Say Die | Gothic Girl | Rocker | Christina Death | From Dusk Till Dawn
Betty Blue | Stolen Season | Wings & Hearts | Stigmata | Feel Berlin | Sister Of Carity
Perfect Skin | Brandon Lee | Devils | Dance Dī Amour | Lost Boys | L.A. Woman
Framed In Blood | Never Say Die | Gothic Girl | Rocker | Christina Death | From Dusk Till Dawn
Betty Blue | Stolen Season | Wings & Hearts | Stigmata | Feel Berlin | Sister Of Carity
Perfect Skin | Brandon Lee | Devils | Dance Dī Amour | Lost Boys | L.A. Woman
3. Tag Helldone
Seit nunmehr 10 Jahren geben HIM zu Silvester ein Konzert. Für die Fans ist es schon zu einer Tradition geworden, ihre Sachen zu packen und Silvester in Helsinki zu verbringen.
Man kann sagen, dass aus aller Welt Fans angereist kommen, um ihre Lieblingsband HIM zu sehen und mit ihr gemeinsam ins neue Jahr zu starten.
Line up an diesem Abend:
- 45 Woman Degree
- KYPCK
- HIM
- 45 Woman Degree
- KYPCK
- HIM
45 Woman Degree machten an diesen Abend den Anfang. Viele Fans haben die Band schon am 27.12. mit HIM zusammen im Nosturi gesehen.
Die Band geht in Richtung Alternative Rock mit Einflüssen aus dem Metal Genre, die aber eher im Hintergrund stehen und nicht sehr hervorstechen.
Die Songs sind alle hörbar und die Texte brennen sich gleich ein. Die Setlist war gut, nur sehr eintönig. Die Abwechslung in den Songs fehlte und so hatte man das Gefühl, das Konzert ziehe sich hin.
Das Auftreten vom Sänger Mikko erinnerte einen leicht an das Verhalten von Ville Valo... Zufall? Er ist sehr ruhig, verlässt seinen Mikroständer nur sehr selten und starrt öfters auf dem Boden beim Singen.
Beim Publikum kam die Band anscheinend sehr gut an. Vielleicht auch, weil ihr Stil dem von HIM sehr ähnelt.
Als zweite Band traten KYPCK auf. Ausgesprochen wird der russische Bandname "Kursk".
Finnen, die auf Russisch singen und Doom Metal machen.
Die Band ist eine absolute Geschmackssache, wie ich finde. Ihre Songs sind eher ruhiger und langatmiger. Sie fielen zwischen den anderen beiden Bands auf jeden Fall auf.
KYPCK kamen beim Publikum nicht wie gewünscht gut an.
Die HIM Fans wurden auch schon etwas ungeduldiger und wollten endlich HIM sehen.
Nach einer langen Umbaupause, die den Anschein hatte, dass sie kein Ende nehmen würde, kam kurz vor 24 Uhr Juhani Merimaa (Veranstalter vom Helldone) auf die Bühne, um mit dem Publikum zusammen den Countdown zum neuen Jahr herunter zu zählen, wie es in den letzten Jahren zur Tradition wurde.Danach kamen auch schon HIM.
Ein Jubeln und Gekreische ging durch die Halle und die Kameras wurden gezückt. Schon beim ersten Song "Itīs All Tears" schrieen die Fans und sangen mit.
Die Setlist war ein Traum. Die Band spielte auch nach längerer Zeit wieder den Song "When Love and Death Embrace". Die sonstigen Hits wie "Join me in Death", "Right here in my Arms", "Killing Loneless", "Wicked Game" und viele mehr wurden wieder gespielt. Das Cover vom Billy Idol Song "Rebel Yell" kramten die Jungs auch wieder heraus. Bei dem Song rockte wohl die ganze Halle. Es gab Fans, die einfach nur schmachtend auf die Bühne starrten, welche, die ordentlich feierten und solche, die einfach der Musik zuhörten und das Konzert auf sich wirken ließen.
Das Publikum sang bei jedem Song mit und feierte HIM regelrecht.
Auf der Bühne allerdings, war das Verhalten und die Stimmung eher zurückhaltend. So kennt man HIM. Frontmann Ville Valo taute erst nach ein paar Songs auf und sagte auch mal etwas zum Publikum, aber dann nur auf Finnisch. Sonst drehte sich Ville hauptsächlich mit dem Rücken zu den Zuschauern, wenn er mal gerade nicht singen musste oder wandte sich zu Mige und redete mit ihm. Über das Verhalten lässt sich streiten. Einigen Fans macht es nichts aus und anderen ist es einfach zu wenig, was auf der Bühne passiert. Jeder empfindet es anders und ich muss sagen, mir war das für so ein Ereignis zu wenig Darbietung. Die Setlist beinhalte insgesamt 19 Songs mit den drei Zugaben und wenn einem schon in der Mitte langweilig wird, dann ist es ein ziemlich langes Konzert, was sich nur noch am Ende hinzieht. Besonders, wenn der letzte Song "Sleepwalking past Hope" ist. Der ca. 10 Min. geht...Stimmlich war Ville wieder 1A. Da gibt nichts Gegenteiliges zu sagen.
Als Zugabe spielten HIM "Vampire Heart", "Razorblade Kiss" und "Sleepwalking past Hope".
So schnell wie HIM auf der Bühne waren, gingen sie auch nach dem letzten Song von der Bühne.
Setlist:
It's All Tears | Rip Out The Wings Of A Butterfly | Right Here In My Arms | Buried Alive By Love
Join Me In Death | Passionīs Killing Floor | Wicked Game | Killing Loneliness | Soul On Fire
Funeral Of Hearts | Your Sweet 666 | The Kiss Of Dawn | The Sacrament | Poison Girl
Rebel Yell | When Love And Death Embrace | Vampire Heart | Razorblade Kiss | Sleepwalking Past Hope
It's All Tears | Rip Out The Wings Of A Butterfly | Right Here In My Arms | Buried Alive By Love
Join Me In Death | Passionīs Killing Floor | Wicked Game | Killing Loneliness | Soul On Fire
Funeral Of Hearts | Your Sweet 666 | The Kiss Of Dawn | The Sacrament | Poison Girl
Rebel Yell | When Love And Death Embrace | Vampire Heart | Razorblade Kiss | Sleepwalking Past Hope
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