Wacken Open Air Special: Van Canto / Live Review


Freitag, 14.30 Uhr, Party Stage
Metal ohne Gitarren, klingt skurill, aber Van Canto sind glücklicherweise raus aus der Kuriositätenkiste, denn das was sie machen funktioniert einfach großartig – ganz ohne die Sechssaiter.

Bereits kurz nach 13.00 Uhr fanden sich die ersten Freunde des A Cappella –Metals ein. Für andere war das die perfekte Zeit für einen Mittagsimbiss.
Schließlich fanden sich aber alle pünktlich ein und freuten sich wie die Schneekönige über die Leinwand an der Außenseite der Partystage – die brauchte man auch, denn die Menge füllte gut den Platz.
Lange warten musste man nicht und nach wenigen Augenblicken waren auch die Zweifeler verstummt und starrten auf die Leinwand. Der Rest feuerte eindringlich die Herren und die Dame an. Mitsingen war dabei nicht immer ganz so einfach, da der Sound zwischendurch leider arg schwächelte und man verstand insbesondere Sänger Sly kaum bis gar nicht. Der guten Stimmung tat es jedenfalls keinen Abbruch. Besonders mit den Cover Songs fanden die Sechs rege Unterstützung im Publikum. So fand sich ihre Version von Blind Guardians „A Bards Song“ auch mit mehr Stimmung und Emotionen wieder, als am Vortag bei Blind Guardian selbst.
Auch einige Tracks des kommenden Albums wurden zum Besten gegeben, so zum Bespiel „Primo Victoria“ - also wieder Coversongs und wieder lautstark unterstützt. Allerdings wurde zwischendrin doch das eine oder andere Stimmchen laut, die sich mehr eigene Tracks im Set gewünscht hätten. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, denn es gab sie natürlich auch, die ganz eigenen Songs und siehe da, auch die wurden großartig angenommen. Auch wenn nicht jeder um kurz vor drei mehr fähig war bis zehn mitzuzählen.
Trotzdem es ist schade, wenn die Band auf Cover reduziert wird, denn sie hat schließlich ganz so wie sie ist mehr als nur eine reine Daseinsberechtigung. Mit reiner Stimmgewalt können sie sich mit Leichtigkeit auf eine Ebene mit ihren instrumentalisierten Kollegen stellen.
„Rattatakka Motherf*cker“ – Metal geht auch ohne Gitarre, auch in Wacken.

Für die kurzen Pausen, die die Sänger schlicht zur Erhaltung ihrer Stimmen brauchten, wurden die Leute vor der Bühnen dazu angehalten abzudrehen und wenn das selbst beim dritten Mal noch begeistert mitgemacht wird, spricht das schon für eine gewisse Sympathie zur Band. Egal auf welche Art, die Fans wurden gefordert: klatschen, hüpfen, singen – die Leute freuten sich über den Auftritt Van Cantos, welche zu guter Letzt auf Händen getragen wurden – genau genommen kam Sänger Sly in den Genuss als er zum Rausschmeißer und Iron Maiden Cover „Fear Of The Dark“ crowdsurfen ging.
Nach der üblichen Danksagung verlangte die Band die Rückgabe ihres Sängers, der bis dahin noch auf Reisen über den Köpfen der Wackinger war.

Wer immernoch keine Ahnung hat wer oder was Van Canto sind oder wer neugierig auf Metal ohne Gitarren ist, hier gibt es Tourdaten zum neuen Album:
30.9.2011 Substage, Karlsruhe (D)
1.10.2011 Abaton, Prague (CZ)
2.10.2011 Club 202, Budapest (H)
4.10.2011 Alcatraz, Milan (I)
5.10.2011 Z7, Pratteln (CH)
6.10.2011 Le Bataclan, Paris (F)
7.10.2011 Patronaat, Haarlem (NL)
8.10.2011 Biebob, Vosselaar (B)
9.10.2011 O2 Academy Islington, London (GB)
11.10.2011 Live Music Hall, Cologne (D)
12.10.2011 Backstage, Munich (D)
13.10.2011 Hugenottenhalle, Neu-Isenburg (D)
14.10.2011 Markthalle, Hamburg (D)
15.10.2011 Fzw, Dortmund (D)
with Re-Vamp, Tristania, Amberian Dawn, Xandria / in Deutschland und der Schweiz als Headliner


Rattatakka? Was für ein Ding?
Als Studioprojekt begann es, nun verbuchen die Sechs um Bandinitiator Stefan Schmidt bereits drei Alben und diverse Touren und Festival Auftritte. Das Besondere an Van Canto ist dabei die Tatsache, dass die Instrumente, die sich sonst in Metalbands wiederfinden von ihnen gesungen werden. Nur das Schlagzeug ist so wie man es erwartet, dazu kommen jeweils ein männlich und ein weiblicher Leadsänger.
Wurde „A Storm To Come“ noch über das eigene Label veröffentlicht, kam danach schnell der große Plattendeal und Touren mit u.a. Nightwish folgten. Eine erste Bekanntschaft mit Wacken folgte, dann das zweite Album „Hero“ mit mehr Covern. Ende 2009 die nächste Scheibe, wieder mit großen Namen unterlegte (Victor Smolski, Tony Kakko, Chris Boltendahl) und eine Clubtour.
Wir freuen uns jetzt auf das neue Album „Break The Silence“ und sind gepannt was uns erwartet. (Wir werden berichten.)

Lead vocals: Philip Dennis „Sly“ Schunke
Lead vocals: Inga Scharf
Lead & lower rattatakka vocals: Stefan „Stef“ Schmidt
Higher rakkatakka vocals: Ross Thompson
Doom a bass vocals: Ingo „Ike“ Sterzinger
Drums: Bastian „Basti“ Emig

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