Bericht: To Resist Fatality & The Final Harvest


Zur Death Progress Tour 2009 machten sich die finnischen Jungs von The Final Harvest zusammen mit To Resist Fatality auf, um es in Deutschland beben zu lassen. Auftakt war am 19. September im Berliner Tommyhaus.

Als erstes gab es eine schlechte Nachricht: Azael sagten als einer von zwei lokalen Zusatzacts ab. Postwendend wurde Einlass und Beginn verschoben.
Pünktlich angekommen, konnte man feststellen, dass sich die Nachricht von dem Gig im Tommyhaus sich nicht allzu weit verbreitet hatte. Im Laufe des Abends sollte nicht viel mehr als eine handvoll Menschen ihren Weg in den Schicksaal finden. Nun muss man sagen, dass die Location nicht unbedingt einen hohen Bekanntheitsgrad hat und daher in der Abendplanung gern übersehen wird.

Allem zum Trotz: Musik gab es natürlich.
Begonnen hat die Berliner Band Coma. Die drei Männer kamen ganz in Weiß auf die Bühne und gaben ihre Version von Black Metal mit Symphonic Einflüssen zum Besten. An sich keine schlechte Idee, aber irgendwie war es zwischenzeitlich sehr langatmig und mit den stark verzerrten Tönen im letzten Stück schon hart an der Schmerzgrenze. Der schlechte Sound an sich gab einem dann noch den Rest. Vielleicht beim nächsten Mal Jungs...

Setlist
Inhale/\Exhale | LŽeclipse de la lune | Holochrist| Disciple of disgrace
What comes with the moon | Silence| Chants of affliction


Dem Zuhörer wurde eine kleine Pause gegönnt, bevor To Resist Fatality auf die Bühne stiegen. Nun fing es wieder an Spaß zu machen. Die 2004 gegründete Melodic Death Metal Band lockte noch den einen oder anderen Zuhörer nach vorn. Auch der Sound hatte sich erheblich verbessert und so kamen Drums, Bass und die beiden Gitarren voll zu Ehren. Komplett machte das Ganze die Tiefe, aber dennoch verständliche Stimme von Sänger Andy. Die Mischung aus Kreisch und Gebrüll zusammen mit schlichtem Gesang ist echt gelungen. Zudem haben die Göttinger noch einiges an Humor, und ließen uns wenige Leute im Publikum daran teilhaben. Die Band spielte leider nur ein gekürztes Set, haben aber voll überzeugt, Hineinhören in das neuste Werk "Ianus" kann nicht schaden!

Setlist
Moral muted |Silence society| Eco overkill| When the noise yields silence
Destined | Spectacles| Fateful Challenge


Zu guter Letzt fanden The Final Harvest ihren Weg zur Bühne. Das Banner der Vorband wurde erst gar nicht abgenommen sondern gekonnt ignoriert, man stellte sich lieber kurz persönlich vor. Bestehend aus Mitgliedern von Before The Dawn, Black Sun Aeon, Burning Empire und Casket war klar, dass nun Death Metal vom Feinsten folgen würde. Obwohl das Publikum verschwindend gering war, ließen die Jungs sich nicht davon stören: zwei Akkorde gespielt und die Scheiben wackelten.
Zwischen den Songs bedankte man sich höflich für das Kommen, um gleich weiter in die Saiten zu hauen. Sie stellten eindrucksvoll ihr Debüt Album ‚The End' vor. Die Jungs spielten, wie Drummer Tuomas Saukkonen so schön sagte, "on the spot", sprich ohne feste Setlist, unkompliziert eben - ganz im Gegensatz zu ihrer Musik. Die Mischung von Death Metal verbunden mit Hardcore und Thrash bietet es weites Spektrum, daher klingen die Songs erfrischend anders und heben sich auch live von vielen anderen ab. Starke Drumeinlagen, aber ebenfalls fast schon melodische Parts im Gegensatz zu schlichtweg lautem Death gab es an diesem Abend für uns.
Herra Eero Silvonen glänzte mit mitreißenden Gitarren Soli und heftigen Gitarrenriffs, ebenso wie Tuomas Saukkonen, der dem Schlagzeug dermaßen zusetzte, dass man zwischenzeitlich auch mal Mitleid mit dem armen Ding bekommen konnte. Bassist Risto Roine lies es etwas ruhiger angehen und freute offenkundig sich über unseren illustren Kreis.
Große Ansprachen von Sänger Ville Rutanen brauchte es nicht um doch ernsthaft einen Moshpit mit fünf Leuten zu veranstalten. Man kann auch im kleinen Kreis schön feiern...

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