Wacken Open Air Special: Sepultura / Live Review
Samstag Abend, 18:45, Black Stage27 Jahre Sepultura, 12 (Studio-)Alben und 2011 das nun erste Mal in Wacken. Nicht nur die Fans schienen von dieser Tatsache in wenig überrascht, die der Sänger ihnen da präsentierte. Hat man Sepultura als festen Bestandteil der Musikszene doch immer im Hinterkopf. Wie dem auch sei, die Brasilianer ließen es zum Einstand ordentlich krachen.
Man mag zur Band und zum Sänger stehen wie man will, wenn sie da sind, dann wird mal geschaut. So dachten in Wacken anscheinend auch einige. So ward es, dass der Vorplatz der Black Stage sich an diesem Samstag Abend füllte und füllte und füllte – langsam aber beständig.
Nach einem kurzen Intro und umso mehr Nebel legten die vier mit „Arise“ los und die Menge tobte. Die Songauswahl gestaltete sich frei nach dem Motto: „Von allem etwas bitte!“. So fanden sich neben einigen neuen Stücken auch viel Material von früher an. Wir hörten Refuse/Resist dieses Jahr wieder, nur die Kombo war eine andere, das Gefühl war jedoch gleichbleibend hervorragend.
Zur Freude der Band wurde das diesjährige W:O:A von vielen Menschen aus Südamerika als Urlaubsziel genutzt, was sich merklich auf die Stimmung auswirkte. Aber auch Sänger Green wusste zu überzeugen und glänzte. Besonders laut wurde es immer dann wenn es songtechnisch in die Vergangenheit ging, aber auch die wenigen Tracks des gerade neu erschienenen „Kairos“ hatten schon ihre Anhänger.
Was alle Songs gemeinsam hatten, nebst der lautstarken Unterstützung der Meute, war Bewegung. Circlepits die sich immer wieder auftaten und vor allem Crowdsurfer, jung, alt, Mann, Frau, Kuh… Dauerbefeuerung für die Security, die bis auf wenige Ausnahmen trotz allem sehr freundlich waren und auch hier und da mal schmunzeln konnte über das, was sie da herausgefischt haben.
Die Band schmunzelte lieber über die treue Anhängerschaft und forderte mit einem Song nach dem anderen die Leute heraus – welche sich mehr als gut gaben und verausgabten, wo wir schließlich schon Samstag Abend schrieben und viele schon seit Tagen in Wacken verweilten.
Das Set jedenfalls ließ so keine Wünsche offen und durch die rege Beteiligung von Fans und den sichtlichen Spaß, den die brasilianische Band hatte, war die Stimmung besser als man ohnehin schon erwartet hatte.
Festivaltauglichkeit bestanden!
Anstehende Tourdaten:
Nov 25 - Munich - Germany (Backstage)
Nov 26 - Leeuwarden - Netherlands (Schaaf)
Nov 27 - Braunschweig - Germany (Music Hall)
Nov 27 - Paris - France (Bataclan)
Nov 29 - Würzburg - Germany (Posthalle)
Nov 30 - Prague - Czech Republic (Kd Vltavska)
Dec 02 - Oberhausen - Germany (Turbinenhalle)
Dec 03 - Giessen - Germany (Hessenhallen)
Dec 04 - Antwerpen - Belgium (Trix)
Dec 05 - Hamburg - Germany (Markthalle)
Dec 06 - Göteburg - Sweden (Trädgarn)
Dec 07 - Aarhus - Denmark (Voxhall)
Dec 08 - Berlin - Germany
Dec 09 - Katowice - Poland (Mega Club)
Dec 10 - Leipzig - Germany (Hellraiser)
Dec 11 - Bratislava - Slovakia (Majestic)
Dec 12 - Zagreb - Croatia (Boogaloo)
Dec 13 - Ljubljana - Slovenia (Kino Siska)
Dec 14 - Bologna - Italy (Estragon)
Dec 15 - Pratteln - Switzerland (Z-7)
Dec 16 - Eindhoven - Netherlands (Effenaar)
Dec 16 - Stuttgart - Germany (LKA)
Dec 18 - Wien - Austria (Arena)
Wer sind eigentlich Sepultura?
Sepultura (port. Grab) gründeten sich 1984 in Brasilien. Ihren Bandnamen entdecken sie bei einer Übersetzung des Motörhead-Titels „Dancing on Your Grave“. Der ursprüngliche Gitarrist Wagner Lamounier verließ die Band noch im selben Jahr und so bestand damals die Band aus Igor und Max Cavalera, Paulo Xisto Pinto Jr. und Jairo Guedez. Im folgenden Jahr wurde das Album „Morbid Visons“ aufgenommen, anschließend verließ Jairo Guedez die Band und wurde durch Andreas Kisser ersetzt.
1989 bescherte „ Beneath the Remains“ der Band ihre erste internationale Tour. Sieben Jahre später trennte sich Sepultura von ihrem Sänger Max Cavalera, was für großes Aufsehen bei den Fans sorgte. Als Grund wurde ein Streit angegeben, als Ursache dafür fanden sich im Laufe der Zeit immer andere Erklärungen. Die Idee Andreas zum Sänger von Sepultura zu machen, keimte auf und wurde verworfen. Daraufhin lud man den dunkelhäutigen Amerikaner Derrick Leon Green aufgrund seines Demo-Tapes ein, welcher es nicht leicht hatte in Cavaleras Fußstapfen zu treten.
Dem Erfolg tat es keinen größeren Abbruch. Es folgte das Album „Against“ und ausgiebige Touren in vielen Ecken der Welt. 2011 veröffentlichten die Herren nun Album Nummer Zwölf „Kairos“.
Die Texte von Sepultura richten sich oft gegen die Politik der brasilianischen Regierung und rufen zu Widerstand auf (etwa Refuse/Resist). Musikalisch verändert sich der Stil in den verschiedenen Epochen der Band von rohen aggressiven Metal, über Thrash zu Hardcore Punk.
Sie setzten einen markanten Punkt in ihrem Sound durch das charakteristische und erfinderische Schlagzeugspiel Igor Cavaleras
Gesang, E-Gitarre: Derrick Leon Green
E-Bass: Paulo Xisto Pinto Jr.
E-Gitarre: Andreas Kisser
Schlagzeug: Jean Dolabella
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