Bericht: Not Called Jinx & Royal Republic
Die Statusse meiner dänischen und schwedischen Facebook Freunde drehten sich in den letzten Tagen stark um "Royal Republic". Und da ich ein Glück total verpeilt bin und es absolut nicht auf der Pfanne hatte, mir am "langen ersten Oktober Wochenende" etwas Anständiges (in Ninadeutsch heißt das: ganz weit weg) vorzunehmen, machte ich mich nur auf den relativ kurzen, einstündigen Weg nach Flensburg um zu checken, was es denn nun mit den Schweden auf sich hat – die ich eigentlich in 2010 schon sehen wollte.
Kurz vorab:
Royal Republic sind die aktuellen Senkrechtstarter aus Malmö, Schweden und trumpfen mit einer Mischung aus Britpop, Funk und Punk auf. Sie werden als die neue Königsklasse des Schwedenrocks angesehen – ob sie damit nicht eine sehr hohe Messlatte gelegt bekommen? Gegründet jedenfalls haben sie sich erst im Jahre 2007, ihre Debütsingle erschien 2009 und kurz darauf hatte irgendwie auch schon jeder von ihnen gehört.
Mich persönlich erinnert ihr Sound an Disco Ensemble, nur etwas härter. DE sind bekanntlich Finnen und hierbei geht es hoffentlich nicht um einen erneuten Kampf um die Vorherrschaft des nicht mehr vorhandenen finnisch – schwedischen Thrones.
Nun aber Butter bei die Fische.
Supportet wurden die Schweden von den Berlinern “Not Called Jinx”, die eine gute Woche den Bus und die Bühne mit Royal Republic teilen dürfen.Obwohl die Herren alle erst Anfang 20 sind, gründeten sie sich bereits vor 6 Jahren und machten seitdem Clubs und Jugendzentren unsicher. Hierbei entwickelte sich ihr recht eigenständiger Sound aus Alternative und kernigem Rock. Nach nationalen Konzerten und Supporttouren sind sie nun im Gepäck von Royal Republic zum ersten Mal international unterwegs – was Sänger Kilian zum Anlass nahm, während der Show das Publikum „zu ihrem ersten Auftritt in Deutschland“ willkommen zu heißen.
An diesem sommerlichen Herbstabend in Flensburg reagierte das Publikum im ausverkauften Volksbad anfangs sehr verhalten auf die Show der Berliner und harrte der Dinge, die da auf sie zukommen sollten. Allerdings zogen die Fünf die anderen geschätzten 300 im Laufe der etwa 20-minütigen Show voll auf ihre Seite, dass beim letzten Song „As I Please“ eine ganze Menge Kehlen diese Zeile mitbrüllte.
Die Stimmung wurde so sehr angeheizt, dass der Abend ein sehr feuchtes Ende nehmen würde.
Zwischenzeitlich wurde kurz der Merchandise Stand angepriesen, wo es Shirts und CDs zu kaufen gab – unter anderem konnte man die Herren für nur 1 Euro in Form von 4 selbstgebrannten Songs zum Selbstkostenpreis mit nach Hause nehmen (REVIEW FOLGT) und Poster und Sticker gab es kostenlos.
Nach der Show waren die Autogramme der Herren am Stand sehr beliebt.
Setlist
Mayday | Gravity | Icuraqt | The Deal | Aim And Fire | Phoenix | As I Please
Mayday | Gravity | Icuraqt | The Deal | Aim And Fire | Phoenix | As I Please
Schlappe 35 Minuten zog sich der Umbau, bei dem die Not Called Jinx Kollegen selbst Hand mit anlegten, bis Royal Republic durch das Publikum hindurch die Bühne betraten und ab dem ersten Ton kein Halten mehr war. Wie bereits erwähnt, hatten NCJ die Bude bereits so sehr vorgeheizt, dass es von den Temperaturen einer Sauna gleich. Ab dem vierten Song „The End“ wurden die Bühnenwasserflaschen mit dem Publikum geteilt und im Laufe der Zeit bemerkte Sänger Adam, dass er NCJ beim nächsten Konzert bitten sollte, für sie abzukühlen anstatt einzuheizen, das wäre ihnen ziemlich gut gelungen. Nach sechs Songs riss Adam – so sagte er – aufgrund der unglaublichen Hitze eine Saite und er musste vorübergehend mit dem „Heavy Baby“ zu „Cry Baby Cry“ überwechseln. Allerdings war dies nur von kurzer Dauer, da „Walking Down The Line“ und „I Must Be Out Of My Mind“ als Acousticset wiedergegeben wurden. Ihr Manager hätte ihnen geraten: „Do acoustic stuff or the radio is going to fuck you in the face.“ Nun gut, so oder so ging es Akustisch nicht weniger ab als zuvor Elektrisch – und auch die kleine Jamsession tat der überkochenden Stimmung keinen Abbruch. Im Publikum wurde gepogt und gesprungen, was das Zeug hielt und ebenso locker war die Laune auf der Bühne.
Adam riss zwischen den Songs Witze und Sprüche und brachte somit alle, die der englischen Sprache mächtig waren, zum Lachen.
Das schwarze Baby neu besaitet zurück, ging es mit dem „normalen“ Set weiter, wobei das Intro durch den Hall in der Stimme eine wunderbare Gänsehaut jedenfalls bei mir hervorrief, bevor wieder richtig abgehottet wurde.
Motorheads „Ace Of Spades“ kann nur ein Basser singen, und so durfte Jonas für das kurze Zwischenspiel kurz ans Leadmikro – ein Interlude zur allgemeinen Auflockerung gelungen umgesetzt.
Außer Witz und lustigen Sprüchen neben normalen Bewegungsabläufen ließ die körperliche Aktion, welcher das Publikum absolut fröhnte, auf der Bühne leider zu wünschen übrig. Aber auch so brachte die Show den Vierer ordentlich ins Schwitzen – außer Jonas (Bass), der laut eigener Aussage nie schwitzen würde und tatsächlich erstaunlich trocken aus der Wäsche blickte.
Mittlerweile fingen sogar die Wände an zu tropfen. Adam wollte Hannes (Gitarre) überreden, nach der Show noch mit ihm in die Sauna zu gehen, jedoch überlegten sie erst einmal, die Show einfach nach draußen zu verlegen und später noch, alle gemeinsam da vor der Tür in den „Ozean“ zu springen.
Zunächst wurde uns allerdings „You Ain’t Nothing“ vom kommenden Album vorgespielt, um dessen Livekompatibilität zu testen – auch wenn man mittlerweile eigentlich schon im Wasser stünde. Gut angekommen ist der Song definitiv.
Anstatt vor der Zugabe von der Bühne zu gehen, sich durch das Publikum zu drängen und nach den Rufen zurück zu kommen, verblieben die Vier, da ihnen die Energie fehlte. Allerdings kam Adam auf die Idee, einen „wring your shirt“-contest ins Leben zu rufen – so zogen sie sich alle aus und wrangen. Hannes und Adam lagen Kopf an Kopf während Jonas Shirt mit der Wasserflasche befeuchtet wurde. Per (Drums) wurde bei der Aktion irgendwie vergessen.
Melodischer Hardcore – happy Punkrock – eingängige Texte. Und auch wenn Adam immer wieder abstritt, Spaß auf Tour und mit Royal Republic zu haben, so ist ihm und den anderen Dreien dies deutlich anzumerken. Spielfreude muss genau so aussehen und an der Interaktion mit dem Publikum kann sich manch andere Band ein Beispiel nehmen.
Apropos Publikum: eine Band lebt von genau diesem. Dank der genialen Stimmung im „kühlen Norden“ heizte man sich mehr und mehr gegenseitig an – und wenn ein solcher Zuschauerraum für eine Band keine Freunde ist, was denn dann?
Alles in Allem ein super gelungener Abend. Danke und jederzeit gerne wieder!
Setlist
The Royal | The President’s Daughter | Good To Be Bad | The End | Underwear | Be My Baby | Cry Baby Cry | Walking Down The Line | I Must Be Out Of My Mind | Oioioi | Ace Of Spaces | 21st Century Gentlemen | You Ain’t Nobody | All Because Of You | Tommy Gun
Home To Me | Full Steam Spacemachine
The Royal | The President’s Daughter | Good To Be Bad | The End | Underwear | Be My Baby | Cry Baby Cry | Walking Down The Line | I Must Be Out Of My Mind | Oioioi | Ace Of Spaces | 21st Century Gentlemen | You Ain’t Nobody | All Because Of You | Tommy Gun
Home To Me | Full Steam Spacemachine
In sechs Wochen zum Tourabschluss und auch zwischendurch kommen Royal Republic nach Deutschland zurück. Hingehen lohnt sich definitiv!
Allerdings gibt es eine „traurige“ Nachricht für uns Nordlichter: Die Show in Hamburg ist seit gestern ausverkauft.
Tourdates Royal Republic
28.09.11 SE - Malmö (Debaser)
29.09.11 SE - Stockholm (Debaser Slussen)
30.09.11 NO - Olso (Betong)
01.10.11 DK - Copenhagen (Beta)
02.10.11 DE - Flensburg (Volksbad)
03.10.11 BE - Brussels (AB Club)
04.10.11 NL - Eindhoven (Effenar)
06.10.11 CH - St. Gallen (Grabenhalle)
07.10.11 DE - Karlsruhe (Substage)
08.10.11 DE - Augsburg (Schwabenhalle)
10.10.11 CZ - Prague (Klub 007)
11.10.11 PL - Warzaw (Hard Rock Café)
12.10.11 DE - Leipzig (Werk II)
14.10.11 DE - Potsdam (Waschhaus)
15.10.11 DE - Magdeburg (Factory)
16.10.11 DE - München (Backstage)
18.10.11 AT - Vienna (Arena)
19.10.11 AT - Linz (Posthof)
20.10.11 IT - Milano (Bloom)
21.10.11 CH - Aarau (Kiff)
22.10.11 FR - Amiens (La Lune Des Pirates)
24.10.11 UK - Sheffield (Corporation)
25.10.11 UK - Leeds (The Well)
26.10.11 UK - Glasgow (King Tut's)
27.10.11 UK - Newcastle (Academy 2)
28.10.11 UK - Manchester (Roadhouse)
29.10.11 UK - Nottingham (Rock City Basement)
31.10.11 UK - Bristol (Cooler)
01.11.11 UK - Wolverhampton (Slade Rooms)
02.11.11 UK - Southampton (Joiners)
03.11.11 UK - London (Underworld)
04.11.11 NL - Amsterdam (Melkweg)
05.11.11 NL - Deventer (Burgerweeschuis)
07.11.11 FR - Lyon (Le Transbordeur)
08.11.11 FR - Angers (Le Chabada)
09.11.11 FR - Paris (La Fleche dÓr)
10.11.11 FR - Rouen (Le 106 Club)
11.11.11 NL - Heerlen (De Niewe Nor)
12.11.11 DE - Köln (Essigfabrik)
14.11.11 NL - Den Bosch (W2)
15.11.11 NL - Utrecht (Tivoli De Helling)
16.11.11 NL - Nijmegen (Merleyn)
17.11.11 DE - Osnabrück (Kleine Freiheit
18.11.11 DE - Hamburg (Übel & Gefährlich)
19.11.11 SE - Karlskrona (Östersjöhallen)
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