Wacken Open Air Special: Pussy Sisster / Live Review


Freitag Mittag, 13.50 Uhr, W.E.T. Stage
Wenn ich "Pussy Sisster" höre, macht mein Hirn sofort eine Assoziation zu "Pussy Wetting GLAM Rock" auf. GLAM, genau, denn eigentlich heißt es "Pussy Wetting Goth Rock" und es ist eine ganz andere Band auf einem anderen Wacken.
Jedoch trifft es meine Assoziation ziemlich gut.

Pussy Sisster standen, wenn auch offiziell falsch geschrieben, auf unserem Spielplan und wir hatten am Freitag Mittag nicht wirklich etwas besseres zu tun als auszuchecken, ob sich hinter dem Bandnamen der 80er Sunset Rock verbrag, der versprochen wurde.
Faust traf Auge, und das gegebenenfalls sogar tatsächlich bei der einen oder anderen Zuschauerin -oder auch Zuschauer- ziemlich wetting... denn wir befanden uns nicht nur bei schönstem Wetter vor der W.E.T. Stage, sondern es standen auch schöne Jungs auf der Bühne. Manch einem mag es bei solch hübschem Anblick schwer gefallen sein, sich auf die Musik zu konzentrieren.
Zu so früher Stunde war das Zelt fast voll und strahlende Bandaugen blickten auf ein textsicheres Publikum. Das sollen einige schwedische Neuzeitsleazer (ich meine hiermit keine bestimmte Band!) erst einmal nachmachen.
Nicht nur optisch, sondern auch musikalisch wurde etwas geboten: in einer eingespielten Show überzeugten die vier aus Karlsruhe mit energiegeladenen Klängen und erinnerten an die gute alte Zeit, als wir das Ozonloch noch nicht kannten und Haarspray die Welt eroberte – die entsprechenden Frisuren gab es allerdings nicht zu sehen.
Sie haben das Rad nicht neu erfunden, sie spielen nichts, was nicht schon einmal da gewesen ist, aber sie setzen das Eighties-Rock-Revival, welches auf Hochtouren läuft, in der musikalischen Mode der 2010er um und mischen ganz vorne mit.
Alex Nad kann live mit seiner Stimme überzeugen, während sich aber gerade in der Instrumentalisierung Einflüsse von Mötley Crüe, aber auch der 69 Eyes nicht verleugnen lassen - dies ist hier durchaus positiv zu sehen.

Fazit:
"Musik kommt, Musik geht - aber den Rock´n Roll wird es immer geben" - so denken die Jungs von Pussy Sisster, und genauso leben sie ihn auch: wild, heiss und vor allem explosiv!
Also passt auf eure Höschen auf – oder auch nicht – und lebt mit Pussy Sisster ein Klischee, welches derzeit jedenfalls in gewissen Kreisen sehr angesagt ist.
Die Musik ist am Ende doch zweitrangig, denn: Rock’n’Roll is a Lifestyle!
Faszinierend und mitreißend war ihre Liveshow allemal!
Und sollte sich die Chance bieten, diese “Jungs” einmal in Clubatmosphäre auszuchecken, sollte man sie ergreifen!
Für uns die “Entdeckung des Tages.

Anstehende Tourdaten:
17. Sep 2011 Fabrik Bruchsal, Baden-Württemberg
05. Nov 2011 Rock City Uster, Schweiz



Wer sind eigentlich Pussy Sisster?
Alex Nad, Wolfgang Schwechheimer und Chris Nad gründeten 2002 Pussy Sisster und verfolgten von Beginn an das Ziel, ganz nach oben zu kommen.
Jedoch folgte das erste Demo "Sleazy Things" erst 2005, einige Songs daraus schafften es auf wichtige Szene-Compilations und sie stiegen sogar in die australischen und texanischen Charts ein.
2007 folgte die EP "Hot like Hell" und eine vierwöchige Tour in England, 2008 endlich das erste, selbstproduzierte Album "City of Angels", die USA wurden getourt und dies brachte den Karlsruhern einen Plattenvertrag bei einem amerikanischen Lable ein. Entsprechend wurde von diesem Zeitpunkt an zwischen Deutschland und den Staaten gependelt.
Das aktuelle Album CD: Pussy Sisster kam 2010 in die Läden.

Alex Nad – Vocals
Marc O. – Gitarre
Coma – Bass
Vital Roxx – Drums
Ray Crewl – Gitarre

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