Paganfest 2009:
Alestorm, Unleashed, Die Apocalyptischen Reiter und Korpiklaani


Zum wiederholten Mal tourt auch 2009 das Paganfest durch die Lande und legte einen Zwischenstop in der Hamburger Markthalle ein. Und ein Paganfest in eben dieser Markthalle heißt: ausverkauftes Haus, ein überfüllter Vorraum und ein noch vollerer Konzertsaal, in dem sich nicht nur ein tobendes und schwitzendes Metalvolk vergnügt, sondern mitunter auch mal der Schweiß die Wände herunter rinnt. Eine Sauna wäre im Vergleich wohl erfrischend kühl und viele der männlichen Besucher, die auf dererlei Veranstaltungen sowieso in der Überzahl sind, hatten sich bereits bei unserem staubedingt verspätetem Eintreffen gegen 19.00 Uhr ihrer Oberteile entledigt.

Aufgrund eben erwähnter Verspätung verpassten wir Swashbuckle und Ex Deo und kamen gerade noch rechtzeitig, bevor Alestorm, die schottischen Vorreiter des Piratenmetal, die Bühne enterten. Nachdem uns ihre Show im April im Lübecker Treibsand nicht wirklich vom Hocker reißen konnte, gaben wir ihnen hier eine neue Chance und wurden positiv beeindruckt - nicht nur von der bewegenden Stimmung vor, sondern auch von der soliden Partystimmung auf der Bühne. Sänger Christopher Bowes bekam zum Ohrwurm "Keelhauled" tatkräftige Unterstützung von Swashbuckles Admiral Nobeard und wurde von Captain Crashride mit Flüssignahrung versorgt, während auch der Swashbuckle eigene Papagei zu einem Tänzchen in Erscheinung trat. Zum letzten Song leitete Bowes die Menge noch zu einer Wall Of Death an, welche dieser bereitwillig nachkam. Spaß und Vergnügen pur, und das macht definitiv Lust auf mehr schottischen Piratenrock!

Unleashed standen als nächstes auf dem Programm, mit anderen Worten: Death Metal aus Schweden und somit etwas ganz anderes im Vergleich zum dem zuvor dargebotenen. Das Publikum ließ sich von den wechselnden Musikstilen nicht stören, tobte weiter und die Crowdsurfer kamen wiederholt zu ihrem Recht. Jedoch war es zu dieser Band erstaunlich voll im Vorraum, also passt Death vielleicht doch nicht allzu sehr auf das Paganfest in der augenblicklichen Konstellation von Bands.

Auch wir gehörten zu denen, die sich eine kurze Flüssigkeitsstandauffüllpause gönnten und konnten uns nebenbei noch prächtig darüber amüsieren, als die Piraten von Swashbuckle und Alestorm gemeinsam auf dem Weg wohin auch immer von einer ganzen handvoll männlicher Konzertbesucher mit Fotowünschen belagert wurden. Schön zu wissen, dass auch Jungs so sein können - sagt man dies doch sonst nur kreischiegen Mädels nach :).

Co-Headliner des diesjährigen Paganfests waren die deutschen Die Apocalyptischen Reiter, die ihre 2008er CD "Licht" genauso noch ein bisschen betouren wie ihr aktuelles Livealbum "Adrenalin". Die Weimarer Combo ist mit ihrem ganz eigenen Stil eine feste Größe in der Szene und so bleibt auch nicht viel zu ihnen zu sagen. Sie spielten ein solides Set und brachten nicht nur durch Peitschenzwang des mitunter bezähmt schaukelnden Dr. Pest (ansonsten Keyboard) das Publikum zum ausrasten. Betrachtete man hier die entsprechenden Shirts, waren viele hauptsächlich der Reiter wegen gekommen. "Ganz schön heißt habt ihr es hier", stellte Sänger Fuchs zwischenzeitlich noch fest.
Wer Einblick in den Tourverlauf aus Sicht der Reiter nehmen mag, sollte ab und an in ihrem Blog vorbeischauen.

Gehüllt in gelbes und orangefarbnes Licht betraten die finnischen Waldmannen von Korpiklaani als letzte Band des Abends die Bühne und zauberten mit ihrem geigen- und akkordeonunterlegtem Sound noch einmal eine ganz besondere Stimmung in die Markthalle, und wenn es vorher noch nicht kochte, dann spätestens jetzt. Noch einmal werden die letzten Kräfte im Publikum zusammengerafft und in der Hitze der vielleicht größten öffentlichen Sauna Hamburgs gefeiert, getrunken und ordentlich mitgegröhlt.
Mittlerweile sind auch wir kurz davor, uns die Shirts vom Leibe zu reißen und verspüren das dringende Bedürfnis nach frischer, kühler Luft. So ließen wir also eine Weile nach den berauschenden Konzerten den Abend mit einem kurzen Spaziergang zum Auto bei zwar leichtem Nieselregen aber immer noch recht warmen Temperaturen Mitte September ausklingen.

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