Bericht: Vains Of Jenna & Michael Monroe


Aus Schweden kommen Vains Of Jenna, haben aber in Kalifornien wohl einen größeren Bekanntheitsstatus als in Europa. Jedoch verbringen sie dort auch einen Großteil ihrer Zeit und rocken die mehr oder weniger legendären Clubs auf West Hollywoods Sunset Strip. Bald kommen sie für ein paar Konzerte in ihr Heimatland und auch nach England, aber zuvor wurde ihnen die Ehre zuteil, Michael Monroe vor einem restlos ausverkauften Viper Room zu supporten.
Die Jungs (aufgrund ihren augenscheinlichen Alters kann man sie wohl bedenkenlos so bezeichnen) rockten den Laden und heizten nicht nur gut ein, sondern brachten auch einen großen Teil des Publikums während ihres halbstündigen Sets zum Mitsingen und Mitgröhlen. Der Sound ließ jedoch zu wünschen übrig und so wäre es in der Tat schön gewesen, neben Bass und Schlagzeug ein bisschen von den Gitarren oder auch den Backingvocals Nicki Kins zu hören. Rein optisch hilft jedoch bei fehlendem Sound Gitarristenfinger-gucken und hierbei waren beide Herren musikalisch und technisch überzeugend. Auch erstaunte, was Jacki Stone aus seinem Minischlagzeug heraus holten konnte.
Dreißig Minuten pures Vergnügen und sehr viel Spaß. Für Vains Of Jenna kam das Ende jedoch genau rechtzeitig, ließen sich doch bei Sänger Lizzy DeVine bereits leichte körperliche Erschöpfungserscheinungen ausmachen.
Dennoch, gerne wieder!
Setlist
Everybody Loves You When You're Dead | Get it on | Mind Pollution | Hard To Be Vain
Enemy In Me | The Art Of Telling Lies | Noones Gonna Do It For You



Hauptact und Publikumsmagnet war an diesem Abend jedoch unverkennbar Michael Monroe mit einem seiner seltenen Auftritte auf "Der Meile des Rock'n'Roll". Erst kürzlich gab er nach der Ära Hanoi Rocks seine "Solokarriere" bekannt und bot dabei ein Band Lineup, das viele einfach nur mit der Zunge schnalzen lässt. Begleitet wird er von niemand geringerem als Sami Yaffa (Hanoi Rocks, New York Dolls, Joan Jett & The Blackhearts, …) am Bass, Ginger (The Wildhearts) und Steve Conte (New York Dolls) an den Gitarren und Jimmy Clark (Deborah Harry, Joan Jett & The Blackhearts, …) hinter den Fellen.
Der Sound war ab sofort ausgezeichnet; dass das Mundharmonika Mikro anfangs nicht funktionierte, wurde schnell geklärt. Im Club war es mittlerweile heißer als in einer finnischen Sauna. Mike Monroe turnte wie eh und je durch den gesamten Laden und fand immer wieder eine neue Theke, die sich noch besteigen ließ. Er bot 90 Minuten pure Energie bis der Schweiß troff und auch dauerhafte Interaktion mit seinem Publikum, wobei die anderen Bandmitglieder sich im Hintergrund hielten, aber deren Leistung dennoch von allen gewürdigt wurde und die eine ausgiebige Vorstellung von ihrem Frontmann erhielten.
Im Publikum fand sich ein Matrosenhut und Mike ließ es sich nicht nehmen, sich diesen immer wieder auszuborgen. Mitunter stellte er sich auch in Popeye Manier vor sein Publikum und fragte, ob er nicht wie ein richtiger Sailor aussähe, wenn er noch ein Tattoo auf seinem Unterarm hätte.
Ob der Hitze und des Rauches bat er den Türsteher immer wieder, doch die Seitentür zu öffnen, damit ein bisschen Luft herein käme und beim zwischenzeitlichen Sauerstoffschnappen fiel ihm spontan ein herauszurufen, ob dort noch Leute vor der Tür stünden. Sie sollen doch herein kommen, schließlich fände hier drinnen eine Rock'n'Roll Show statt! Wo sie hingesollt hätten, ließ er dabei offen, denn Platz war Mangelware.

Dargeboten wurde eine gelungene Mischung aus Hanoi Rocks Songs sowie neuen Stücken. Anekdoten zu gewesenen Konzerten "auf den anderen Straßenseite dort drüben im Whiskey" fehlten nicht, wie auch die Erkenntnis wie schön es sei, dass kein Schnee läge. (Den Witz hat wohl kein Kalifornier verstanden).

Michael Monroe hinterließ einen überwältigen Wow-Eindruck. Er selbst war ausgeruht, ausgeglichen und sah erholter aus als je zuvor. Mit so viel Spaß auf der Bühne habe ich ihn bisher selten erlebt.
Die Chance ihn und seine Band in Europa zu sehen, sollte man sich keinesfalls entgehen lassen!

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