Bericht: Vomit Supreme und Michael Monroe


Es gibt nicht zwingend viele Gründe, die einen nach Kopenhagen treiben. Ein Konzert von Michael Monroe ist da dann doch ein ziemlich guter Ansporn. Im hoch gehandelten ‚The Rock‘ lud er zusammen mit seiner Band und dem dänschen Support Vomit Supreme zum Rocken ein.

Vomit Supreme ihrerseits hatten quasi gesehen ein Heimspiel. Vor zu Beginn recht spärlichem Publikum begannen die vier mit ihrer Mischung aus Rock und Grunge; lockten nach und nach einiges an Leuten an. Dabei bedienten sie sich allerdings keiner Flöte, wie der Herr aus Hameln, sondern rockten munter ihr Set durch. Es schienen sich auch einige Fans der Band eingeschlichen zu haben, denn einige Leute waren verdächtig textsicher.
Mit technischen Hilfsmitteln, wie einem Megaphon, brachten die Dänen Abwechslung in ihren Sound, der zumindest an diesem Abend eine sehr dominante Basslinie wiedergab. Ob das nun am Abmischen des Tontechnikers lag oder Teil ihres Sounds ist, sei dahingestellt. Es klang jedenfalls herausstechend und wusste durchaus zu überzeugen.
Die Jungs auf der Bühne hatten merklich Spaß an der Sache und das bleib auch beim Publikum hängen. So strahlten die Mienen noch ein wenig mehr in freudiger Erwartung, nachdem der rockende Dänen-Support die letzten Töne verklingen ließen.

Geheimnisvoll wurde nun die Bühne mit einem schwarzen Vorhang versteckt. Für die meisten Leute war das wohl auch das endgültige Zeichen sich vor die Bühne zu begeben. Sehr lange ließ sich die internationale Combi allerdings nicht bitten und wurde beim betreten der Bühne bereits frenetisch gefeiert.
Okay, eigentlich jubelten die Leute auch schon, als der Vorhand zur Seite gezogen wurde – Vorfreude ist einfach etwas Tolles.
Mit seinem wunderschönen Saxophon läutete Michael Monroe den zweiten Teil des Abends ein. Auch der Rest der Band ließ keinen Zweifel erkennen, dass alle an diesem Abend auf ihre Kosten kommen würden. So wurde es bereits nach dem ersten Song muckelich warm im Club. Mr. Monroe hingegen begrüßte erst einmal die Leute in Kopenhagen und auch wenn andere lieber Schweden bejubeln wollten, so beließen wir es dann mal doch bei Kopenhagen, Dänemark. Mit einer Mischung, in der die älteren Song etwas überwogen, wurde tapfer durch den immer heißer werdenden Club gerockt. Dem ebenso internationalen Publikum an diesem Abend lagen allerdings die neuen Stücke vom aktuellen Album ‚Sensory Overdrive‘ deutlich mehr, denn hier war die tobende Menge doch einfach am lautesten und textsichersten.
Nebst Michael Monroe tat auch Steve Conte einiges um die Stimmung mehr und mehr anzuheizen, auch wenn er und Sänger Monroe sich auf der dafür doch recht kleinen Bühne gerne mal ins Gehege kamen – Aber wo sollten sonst all die herrlich spontanen amüsanten Situationen herkommen? Auf der anderen Seite hatten Ginger und Sami Yaffa durch noch etwas weniger Platz diese Problematik immerhin nicht. Aber auch kein Licht – dafür mindestens genauso viel Spaß eben auf ihre Art.

Für die Menge im Club hieß das allerdings noch mehr tanzen und noch mehr schwitzen, immerhin möchte man auch am nächsten Morgen noch etwas vom Konzert haben, wenn Beine und Rücken schmerzlich ziehen. Zu diesem Zeitpunkt kümmerte sich jedenfalls niemand darum und so wurde tapfer weiter hüpft, gesungen und geklatscht. Nur einem merkte man die stetige Hitze kaum an: Michael Monroe. Aktiv und fidel bewegte er sich auf und auch neben der Bühne, halt auf allem, auf das man klettern kann. Motivation auf höchster Ebene. Zudem wurde standesgemäß Saxophon so wie auch Mundharmonika vorgeführt, welche in der heutigen Zeit live on Stage nur noch selten zu Hause sind.
Doch trotz allem ist irgendwann ein so impulsiver und intensiver Abend vorbei – obwohl nein, kurz ließ sich die Band noch zum obligatorischen Encore heraus locken und gaben uns damit den Rest.
Die Meisten verweilten danach noch den einen oder anderen Augenblick im Club und ließen so ihren Konzertabend zur Abwechslung nun etwas entspannter ausklingen.
Danke Band, nun wissen wir endlich warum man nach Kopenhagen fährt!

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