Bericht: Superscar & Lovex
Wegen unvorhersehbarer Witterungsverhältnisse erschien ich etwas zu früh am Logo und fand trotz der Kälte eine Schlange wartender (überwiegend junger) Mädchen vor. Soweit ist dies kein erstaunliches Bild bei Lovex – auch nicht wenn ich so etwas als normalerweise ‚nach dem Türöffnen Erscheindende’ nicht mehr gewohnt bin.Das Programm des Logo kündigte für den Abend „Lovex / FIN (Rock)“ an – beim letzten Mal war es noch Metal, wobei dort wohl tatsächlich in die falsche Schublade gegriffen war. Ein Support war nicht erwähnt und allgemein war man sich nicht sicher, ob es denn nun einen geben würde oder nicht. Lovex ohne Support wäre schon komisch gewesen.
So öffnete sich kurz nach 21.00 Uhr der Vorhang und es standen vier Gestalten im Dunkel, die irgendwie nicht wie Lovex aussahen – als das Licht anging erstrecht nicht mehr. Harrten wir der Dinge, die da kommen würden und nach ein oder zwei Songs stellten sie sich als „Superscar from Finland“ vor. Offensichtlich traf die Auswahl das Plattenlabel, welches sie mit Lovex teilen. Ihr Album ist in Arbeit und wird irgendwann erscheinen.
Musikalisch war die Show durchwachsen von langsameren bis midtempo Songs. Selbst bezeichnen sie sich als Modern Pop Rock und so nichts sagend wie diesen Begriff fand ich auch ihre Musik und noch mehr die enormen Keyboardanteile vom Band.
Ein wenig Bewegung kam in die Menge, aber so wirklich rissen sie wohl niemanden mit und als sie nach doch recht kurzweiligen 35 Minuten die Bühne wieder verließen, schien das Publikum auch nicht wirklich traurig zu sein.
Drei Jahre und zwei Monate ist es her, dass Lovex zuletzt in Deuschland / Österreich und der Schweiz unterwegs waren. In der ersten Jahreshälfte 2011 veröffentlichten sie ihr drittes Studioalbum „Watch Out“ und seit dem ist es nicht mehr so ruhig um den Sechser aus Tampere. Schlussendlich fanden sie ihren Weg in das mittlerweile kalte Deutschland.Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass sich „Watch Out“ zwar in meinem Besitz befindet, ich das Album aber bislang nicht gehört habe und somit nur die alten Songs (immerhin war ich die gesamte „Pretend Or Surrender“ Tour zwangsläufig dabei) und die Singleauskopplungen „Slave For The Glory“ und „U.S.A.“ kannte.
Da dass leider nur gut einstündige Set – sind eben Finnen – aber eine Mischung aus den Alten, den Neuen und zwei Coversongs (Madonnas „Papa Don’t Preach“ und Lady Gagas „Born This Way“) bot, und die Stücke lovextypisch eingängig sind, kam in keiner Weise Langeweile auf. Wobei anzumerken bleibt, dass die neueren Lieder stilistisch schon vom Althergebrachten abweichen.
Im Vergleich zu vor drei Jahren war das Logo eher spärlich besucht, aber wohl auch dank des verhängten Teils wenn auch locker, dann aber doch im Bereich vor der Bühne gut gefüllt. Das Publikum, aus dem Viele auch schon ‚damals’ und / oder auch Konzerten davor anwesend waren, hatte deutlich Spaß und die Herren auf der Bühne ebenso. So ließ Sänger Theon es sich beispielsweise auch nicht nehmen, zu „Time And Time Again“ von der Bühne zu springen und die erste Reihe zu knuddeln.
Zu den oben schon erwähnten Coversongs wurde „15 Minutes“ mit einer Homage an den King Of Pop und „Beat It“ abgeschlossen, bevor sich Drummer Julian an der Akkustikgitarre und Theon zum zweit allein auf der Bühne an die Queen Of Pop heranwagten und dabei eine gelungene Vorstellung boten. Viel zu schnell allerdings kündigte Theon auch schon den „last song but it’s a killer song“ „U.S.A.“ an, aber zumindest er und Keyboarder Christian ließen sich nicht lange bitten, und kamen zu „Time And Time Again“ zurück – zuerst gefolgt von Gitarrist Sammy und seinen Videoaufnahmen mit dem Handy, dann aber auch Vivian (Gitarre), Jason (Bass) und Julian an ihren Instrumenten – welches auch Sammy gegen sein Telefon eintauschte.
Ehe man sich versah, war es kurz nach 23 Uhr und der Zauber war vorbei.
Setlist
Queen Of The Night | Take A Shot | Crash My World | Slave For The Glory | Turn | Worlds Collide | 15 Minutes | Papa Don’t Preach | Marble Walls | Anyone Anymore | Watch Out | Bullet For The Pain | U.S.A.
Time And Time Again | Born This Way | Guardian Angel
Queen Of The Night | Take A Shot | Crash My World | Slave For The Glory | Turn | Worlds Collide | 15 Minutes | Papa Don’t Preach | Marble Walls | Anyone Anymore | Watch Out | Bullet For The Pain | U.S.A.
Time And Time Again | Born This Way | Guardian Angel
Noch stehen ein paar Konzerte auf dem Kontinent an. Warum nicht einfach mal vorbei schauen?
12.12.2011 - Dortmund, FZW Club (GER)
13.12.2011 - Cologne, Underground (GER)
14.12.2011 - Munich, Backstage Club (GER)
15.12.2011 - Zug, Industrie 45 (CH)
16.12.2011 - Prattlen, Galery (CH)
18.12.2011 - Vienna, Szene (A)
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