Bericht: Emil Bulls, Lovex
Nach Helsinki zu reisen und kein Konzert zu besuchen, ist wie in eine Kneipe zu gehen und kein Bier zu trinken.
Eigentlich wegen der Finnisch Metal Expo angereist, verschlug es uns zunächst ins On the Rocks, wo an diesem Abend ursprünglich Lovex und 4Lyn spielen sollten.
Anstelle der letztgenannten wurden aber vor einigen Tagen Emil Bulls als Support für die Finnen angekündigt. Für mich war dies ein willkommener Tausch, denn schließlich hatte ich die Münchener noch nicht live erlebt.Die Atmosphäre, die dabei herrschte, dürfte aber in keinster Weise mit dem zu vergleichen sein, was man aus Deutschland kennt. Während die Jungs hierzulande ohne Probleme die Clubs voll bekommen und auch auf den größten Festivals die Massen hinter sich haben, war die Situation am heutigen Abend eine gänzlich andere. Gerade mal eine handvoll Interessierte zog es vor die Bühne, was besonders von Finnlandunerfahrenen schnell fehl gedeutet wird. Hinzu kam noch, dass auch auf der technischen Seite nicht alles wie gewohnt lief. Erstmals seit langer Zeit mussten die Bayern auf fremdes Equipment zurückgreifen und auch für die Tontechnik zeigte sich diesmal ein anderes Teammitglied verantwortlich.
Emil Bulls ließen sich aber weder von der fehlende Menge noch von dem veränderten technischen Umfeld beeindrucken und zeigten, weswegen sie die Reise nach Finnland angetreten haben: dem Norden ordentlich einheizen! Als Brennmaterial hatten sie dabei überwiegend Songs ihres aktuellen Albums "The Black Path" und ihres Debüts von 2001 "Angel Delivery Service" eingepackt. Und auch wenn sich während des gesamten Auftrittes die Anzahl derer, die sich vor die Bühne begaben, nicht merklich erhöhte, zeigte sich, dass die Jungs gut ankamen. Vom Start weg gaben Emil Bulls Gas und nutzten die, zugegeben nicht besonders große, Bühne des On the Rocks um sich richtig auszutoben.
Nach dem Auftritt unterhielten sich viele Besucher über den Support aus Deutschland, der einen bleibenden Eindruck hinterließ.
Setlist:
Intro | The most evil spell | All in tine with the universe | Cigarettes scars
Mirror | Coccon | Nothingness | Close to be wind | Smells like rock'n'roll
Leaving you with this | Worlds apart
Intro | The most evil spell | All in tine with the universe | Cigarettes scars
Mirror | Coccon | Nothingness | Close to be wind | Smells like rock'n'roll
Leaving you with this | Worlds apart
Als sich die Umbaupause dem Ende neigte, wurde schnell klar, wer heute Zeilgruppe der Hauptband Lovex war, fand sich doch nun der größte Teil der weiblichen Anwesenden vor der Bühne ein.Für mich persönlich war auch dieser Auftritt Neuland, da ich bisher nur einige Lieder in der CD Version kannte. Umso positiver war ich auch von der Live-Härte der Finnen überrascht. Bei ihrer Setlist griffen die Sechs hauptsächlich auf Stücke ihres aktuellen Albums "Pretend or Surrender" zurück, vergaßen aber nicht auch ein paar Songs aus dem Debüt "Divine Insanity" zum Besten zugeben. Hinzu kamen noch die aktuelle Single "Don't let me fall", der bisher unveröffentlichte Song "Time is running out" und ein Cover von Tenacious D.'s "Fuck her gently", welches von Theon allein auf der Bühne in der Akustikversion dargeboten wurde.
Der Auftritt des Sextetts machte Spaß, wurde aber leider durch die schlechte Tontechnik nachhaltig getrübt. Zeitweise bekam man das Gefühl, Theons Gesang käme von einer anderen Bühne, ähnlich wie man es von Festivals kennt, bei denen sich die Akustik von zwei Bühnen überschneidet. Dies schien die Fans vor der Bühne aber nicht zu stören, waren sie doch schließlich mit ihrem Star quasi auf Tuchfühlung.
Setlist:
If she's near | Bleeding | Belong to no one | Bullet for the pain
Anyone, anymore | "Fuck her gently" | Turn | Writings on the wall
Time is running out | Don't let me fall | Guardian Angel
Ordinary day | Take a shot
If she's near | Bleeding | Belong to no one | Bullet for the pain
Anyone, anymore | "Fuck her gently" | Turn | Writings on the wall
Time is running out | Don't let me fall | Guardian Angel
Ordinary day | Take a shot
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