Bericht: Lord Of The Lost


Es war der inoffiziell offiziell erste Tag zum großen Wacken Open Air 2010 und Lord Of The Lost hatten die Ehre dieses Riesenspektakel zu eröffnen. Leichter gesagt als getan, denn auch wenn die Wackener Metalmeute gern zu jedem Spaß bereit ist, können sie durchaus auch einfach aus der Laune abweisend und desinteressiert sein.
Die Band selbst war dazu noch so ziemlich jedem gänzlich unbekannt, also war auf Neugier zu hoffen. Genau diese stellte sich auch schon zum Soundcheckt der Band ein und schlückchenweise begann sich der Acker vor der Stage zu füllen. Drei Gitarren auf der Bühne erwecken Aufmerksamkeit und einigen gefiel das, was sie hörten dermaßen, dass selbst das Warten zwischen Soundcheck und eigentlichem Auftritt in Unendlichkeit ausartete und von "Ihr sollt spielen!"- Rufen untermalt wurde. Halt ein Vorprogramm der etwas anderen Art - Stimmung durch den Soundcheck gibt es nun ja auch nicht immer.

Wie dem auch sei, mit leichtem Frühstart kamen die Hamburger auf die Bühne und mit den ersten Takten gab es kein Halten mehr. Im Übrigen wusste da immer noch keiner, wer sie da begeisterte - durch Ermangelung von Bannern auf der Stage. Sänger Chris klärte das mittlerweile merklich vergößerte Publikumspulk einmal kurze Hand nach dem Opener ‚We Are The Lost'auf.
Darauf gab die Band wieder Vollgas und die ersten realisierten, dass sich hinter den donnernden Drums eine Frau austobte - Any mit Namen. Nach dieser Erkenntnis und nachdem das Blut auch wieder seinen Weg ins Hirn fand, gab es eine gesangliche Herrausforderung… The Lord kündigte einen Lieblingssong an und sie spielten ihre Version des Lady Gaga Hits ‚Bad Romance'.
Zum Ersten: mit männlicher Stimmen und anständigen Gitarren klingt der Song weit besser als man das vielleicht erwarten würde und zweitens: So textsicher erlebt man die Metalbande von Wacken nicht oft - mit so viel Spaß überings auch nicht.
Auch wenn die Soundmechanerie die Gitarren von Sebsta, Sensai und Bo ziemlich in den Vordergrund drückten und Sänger Chris zeitweise fast gar nicht zuhören war, gab es von Seiten des Publikums nur gutes Feedback und jede Menge Applaus. Das Verteilen von Wackenbier zwischen den Songs hob die Stimmung zusätzlich irgendwie auch noch.

Durch das wahnsinnig gute Feedback beflügelt rockte die Band mit unglaublicher Leichtfüßigkeit den Abend. Basseinlagen von Claas wurden dabei ebenso enthausiastisch bejubelt wie die Gitarrensoli oder das nicht mehr vom Band kommende Keyboard. Nach und nach gaben die Hamburger Schmuckstücke ihres aktuellen Debutalbum ‚Fears' zum Besten und gaben so den Zuhörern mächtig Grund zu hüpfen, klatschen und jubeln. Es wollte auch keiner so recht glauben, das es irgendwann vorbei war und ein wenig sprachlos blieben die Zuhörer auch zurück. Das war mehr als eine Überraschung für alle Beteiligten und eine äußerst spaßige dazu. Nach der Show gab auch noch die exklusive Gelegenheit kurz mit der Band zu reden.

Und für alle die, die es verpasst haben und neugierig sind oder die die diesen genialen Abend wiederholen wollen: Schreibt doch einfach eine Mail ans Wacken Team, vielleicht haben wir die Ehre nächstes Jahr auf einer anderen Bühne?
Und wer nicht warten will, die Band gibt es dieses Jahr noch live on Stage zu bewundern, also auf auf und Tickets kaufen!

23.09. PURPLE TURTLE, London
24.09. UNDERPASS @ CRAUFURD ARMS, Milton Keynes
25.09. THE CENTRAL, Nottingham

07.10. K17, Berlin (mit ACEY SLADE)
08.10. KAISERKELLER, Hamburg (mit ACEY SLADE)

13.11. V3, Aschaffenburg

18.11. TOWER Bremen, Supporting LACRIMAS PROFUNDERE
19.11. LOGO Hamburg, Supporting LACRIMAS PROFUNDERE
20.11. PUMPE Kiel, Supporting LACRIMAS PROFUNDERE


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