Bericht: Finnish Metal Expo 2009
Finnish Metal Meeting / Finnish Metal Awards
Alljährlich im Februar findet in Helsinki die Finnish Metal Expo (FME) statt. Wie der Name schon vermuten lässt, geht es bei dieser Mischung aus Indoor-Festival, Musikmesse und Award Show in erste Linie um die Finnische Metalszene.
Nahezu jedes Rock und Metallabel des Landes war mit einem Messestand vertreten und so hatten die Fans Gelegenheit, sich mit neuem Merchandise und Promo-Material ihrer Lieblinge einzudecken. Autogrammstunden durften ebenso wenig fehlen wie Workshops und Instrument Clinics verschiedener Musiker.
Hinzu kamen zahlreiche Stände von Musikmagazinen, Merchandise Anbietern und Instrumentenherstellern. Letztere versäumten es natürlich nicht, mit den namenhaften Nutzern ihrer Instrumente zu werben und boten dem Nachwuchs somit die Gelegenheit, mal auf dem gleichen Instrument wie ihr Idol zu spielen.
Das die FME und der Finnish Metal Award (FMA) zunehmend an Bedeutung gewinnen, wird durch die Tatsache unterstrichen, dass zusätzlich zu den Konzerten in den Messehallen noch weitere im Tavastia und Dante' Highlight stattfanden. Diese beiden Venues begannen auch bereits einen Tag früher mit den Konzerten. Zusammengefasst wurde das Wochenende unter den Begriff "Helsinki Metal Meeting". Ein weiteres Indiz für die wachsende Bedeutung des Events ist die Zunahme an Internationalen Bands, womit die Veranstalter den Wünschen der Fans nachgekommen sind und gut 6000 Metalheads angelockt haben.
Donnerstag 12.02.2009
Bereits einen Tag vor Begin der Expo bot sich den Fans die Möglichkeit sich auf das Wochenende einzustimmen und sie hatten die Qual der Wahl. Während im Dante´s Highlight Nicole (nein, nicht die deutsche Schlageroma), Amoral und Omnium Gahterum den Fans einheizten, rockten im Tavastia Deuteronium, Tracedawn und 45 Degree Woman. Die Konzerte fanden zeitversetzt statt und so versuchten anfänglich noch einige durch Pendeln zwischen den Lokalitäten möglichst von allen etwas mitzubekommen, diese Bewegung ließ im Laufe des Abends aber deutlich nach. Ein besonderes Augenmerk legten Fans dabei auf Amorals neuen Frontmann Ari Koivunen, welcher viele Skeptiker überzeugen konnte, das er trotz seines "Makels" als Finnisch Idol Gewinner doch ein echter Metaller ist.

Freitag 13.02.2009
Den musikalischen Auftakt zur eigentlichen FME in der Cabelfactory bildeten die Melodical Metaller von Grendel, nicht zu verwechseln mit der Electro/Industrial Combo aus den Niederlanden. Die Jungs konnten sich bereits über eine gut gefüllte Halle und aktives Publikum freuen und belohnten diese mit einem gelungenen, aber leider viel zu kurzen Auftritt.
Noch während Grendel auf der Bühne standen gab Tuomas Saukkonen gemeinsam mit The Final Harvest seinen Songwriting Workshop. Hierbei erläutert er den Entstehungsprozess einen Songs und gewährte den Fans so quasi einen Blick hinter die Kulissen der Musikerarbeit. Eine interessante Einsicht, die von vielen Fans wahrgenommen wurde. Zwar blieben dem internationalen Publikum die Anekdoten verschlossen, da der Workshop natürlich in Finnisch gehalten wurde, war aber dennoch ein Besuch wert.
Auf einer weiteren Bühne gaben Tuomas Wäinölä und Lauri Porra ihre Fertigkeiten zum Besten, da dies aber leider parallel zum Workshop geschah mussten wir darauf verzichten. Und so ging es für uns mit Dark the Suns auf der kleinen Bühne weiter, denen wir den Vorrang vor Misery Index gaben, welche nun in der Haupthalle spielten. Keine schlechte Entscheidung, den die Finnen konnten mit ihrem Gothic Metal gemischt mit Deathgrowls durchaus überzeugen. Einzig die nicht zu überhörende Einfachheit der Keys trübte den Sound doch nachhaltig.
Waren während des Auftrittes von Dark the Suns nur wenige Fans in der kleinen Halle, änderte sich dies schon kurz darauf, den RA standen auf dem Spielplan. Aber auch hier gilt, bitte nicht verwechseln. Es handelt sich nicht um die US-Amerikanische Band, sondern um eine junge Nachwuchs Band aus Finnland, neben der die Jungs von Sturm und Drang im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen. Gerade mal 13 Jahre ist das älteste Bandmitglied. Bei uns noch gänzlich unbekannt, hat sich die Qualität der drei in Finnland schon längst herum gesprochen und so war die kleine Halle auch sehr gut gefüllt. Instrumental und gesanglich konnten RA voll überzeugen und zeigten ein geiles Konzert, auch wenn die Stimme altersbedingt noch nicht so kraftvoll ist.Nachdem der Metalnachwuchs die Bühne verlassen hatte, ging es zurück in die Haupthalle, denn die Verleihung des Finnisch Metal Awards,
welcher in insgesamt sieben Kategorien vergeben wurde, stand auf dem Plan. Hier hießen die Gewinner des Abends Stam1na, die vier der durch Fanvoting ermittelten Awards absahnten. Einige Fans waren vielleicht froh, dass es bei "nur" vier Awards für Stam1na blieb, denn schließlich hatte jede Verleihung direkte Auswirkung auf die Kleidung der Jungs. Gab es nach dem ersten Titel noch einen blanken Hintern fürs Publikum, so führte jede weitere Auszeichnung dazu, dass Kleidungsstücke abgelegt wurden.Top 5 der jeweiligen Kategorien:
Album:
01. STAM1NA: "Raja" - 16.28%
02. DIABLO: "Icaros"- 5.85%
03. NORTHER: "N" - 4.12%
04. CHILDREN OF BODOM: "Blooddrunk" - 3.87%
05. OMNIUM GATHERUM: "The Redshift" - 3.81%
Band:
01. STAM1NA - 13.11%
02. DIABLO - 4.52%
03. NORTHER - 3.99%
04. CHILDREN OF BODOM - 3.96%
05. HATEFORM - 3.80%
Newcomer:
01. HATEFORM - 10.86%
02. DEAD SHAPE FIGURE - 9.78%
03. MEDEIA - 8.22%
04. TRACEDAWN - 7.38%
05. HEAVY METAL PERSE - 5.88%
Album art:
01. STAM1NA: "Raja" - 9.64%
02. DIABLO: "Icaros" - 6.10%
03. CHILDREN OF BODOM: "Blooddrunk" - 4.61%
04. HATEFORM: "Dominance" - 3.26%
05. KIUAS: "The New Dark Age" - 3.13%
Player:
01. Alexi Laiho (CHILDREN OF BODOM)- 10.04%
02. Pekka Olkkonen (STAM1NA) - 5.48%
03. Mikko Salovaara (KIUAS) - 4.18%
04. Tuomas Saukkonen (BEFORE THE DAWN, DAWN OF SOLACE, THE FINAL HARVEST) - 3.2%
5. Markus Vanhala (OMNIUM GATHERUM) - 2.74%
Vocalist:
01. Antti Hyyrynen (STAM1NA) - 12.13%
02. Marco Hietala (NIGHTWISH, TAROT) - 4.43%
03. Rainer Nygård (DIABLO) - 4.32%
04. Petri Lindroos (ENSIFERUM, NORTHER) - 4.22%
05. Ari Koivunen (AMORAL) - 3.87%
Demo Band:
01. FM2000 - 9.57%
02. DECENDED - 5.89%
03. PRESSURE POINTS - 4.74%
04. KILT. - 4.16%
05. MEDICATED - 3.11%
Im Anschluss an die Verleihung hieß es für uns, die Cabelfactory zu verlassen einen kleinen Fußmarsch hinzulegen, denn im Tavastia stand mit Sonic Syndicate und Deathstars ein schwedischer Abend auf dem Programm. Leider bedeutete das auch auf Blake, Chaosweaver und Ensiferum zu verzichten.
Eine Entscheidung, die von vielen getroffen wurde und so durfte sich das Tavastia über ein ausverkauftes Haus freuen. Den Anfang machten die Metalflummis von Sonic Syndicate. Die ersten Noten waren wie ein Startschuss und mit Ausnahme des Drummers schien es für die gesamte Band unmöglich zu sein, auch nur eine Sekunde ruhig zu stehen. Soviel Bewegung war ansteckend und es verwundert nicht, dass die Menge ebenfalls permanent in Aktion war. Die Schweden boten dabei ein Crossover ihrer drei Alben und wurden hiefür von einem begeisterten Publikum gefeiert.Nach einer erfreulich kurzen Pause kamen die Deathstars auf die Bühne und wurden ebenso wie ihre Vorgänger begeistert empfangen. Zwar waren die Jungs längst nicht so hibbelig auf der Bühne, boten aber dennoch einen nicht weniger gelungenen Auftritt, wobei sich die Setlist auch hier aus älteren und aktuellen Titeln zusammen setzte und vom Publikum mit ordentlicher Stimmung honoriert wurde. Lediglich Andreas Berghs Ausführungen über die ständige Konkurrenz zwischen den skandinavischen Bands und der abschließenden Feststellung "finnish bands sucks" wurde nicht von jedem mit dem nötigen Humor genommen.
Samstag 14.02.2009
Am Samstag hieß es, ab in die Cabelfactory und Durchhaltevermögen zeigen.
Um 15.00 Uhr eröffneten Ancara das Tagesprogramm und zogen nicht wenige derer, die sich so "früh" eingefunden hatten auf ihre Seite und so vergingen für viele die 30 Minuten Spielzeit, die der Band zur Verfügung standen, auch viel zu schnell.
Anschleißend standen Before the Dawn auf dem Plan, die mit ihrer atmosphärischen Musik die gewohnt mitreißende Show boten und den Leuten einheizten. Es folgten Medeia und Profane Omen, die die gute Stimmung der zunehmenden Zuschauermenge weiter puschten.
Um 19.00 Uhr kamen Legion of the Damned, eins der internationalen Highlights, und zeigten, dass bis dahin alles nur dem Warm-up diente. Hart, laut und gewaltig zu Werke gehend, hatten die Niederländer die Menge schnell im Griff und die mittlerweile sehr gut gefüllte Halle kam ersteinmal so richtig in Bewegung. Überall flogen die Mähnen und bald hatte sich auch ein erster Moshpit gebildet. Doch auch jetzt war der stimmungsmäßige Höhepunkt des Tages noch nicht erreicht, denn es ging noch lauter und noch härter. Nachdem die unsere westlichen Nachbarn die Bühne geräumt hatten wurde schnell klar, weswegen der größte Teil der jüngeren Metaller den Weg in die Halle gefunden hatten.
Black Dahlia Murder schickten sich an der Menge den Rest zu geben. Bereits der erste Riff schein eine Explosion auszulösen und bereits im selben Moment bildete sich ein Circlepit, der das gesamte Konzert über Bestand hatte und sich zum Schluss über die gesamte Breite der Halle erstreckte. Dabei blieb es gewohnt "friedlich", lediglich einer schien die Regel nicht zu kennen, wurde aber umgehend sowohl von der Security als auch der Band zurechtgewiesen.
Nach den Amerikanern war ein Stillwechsel angesagt und Alestorm präsentierten ihren Piraten Metal. Die Schotten verstanden es, das leider deutlich kleiner gewordene Publikum auf ihre Seite zu ziehen und sorgten für eine ordentliche Partystimmung. Dabei konnten sie es sich nicht verkneifen, sich über die exponierte Position des Alkoholausschankes auszulassen, schließlich mussten sie deshalb ohne ihre Fans trinken. Die Party hatte darunter aber nicht zu leiden und so spielten die vier Piraten nicht nur im übertragenen Sinne mit dem Publikum. Gerade noch mit der Whiskeyflasche auf der Bühne, fand man Dani Evans samt Gitarre dann auch mal für einen Song im Publikum wieder.
Den Abschluss des Abends bildete Andre Matos, der in einer schon deutlich geleerten Halle spielte. Umso bemerkenswerter ist dann aber, die Spiellaune der Brasilianer einzuschätzen, die die von Alestorm noch übertraf. Andre Matos dürfte dabei vielen als Frontman von Angra und Shaaman ein Begriff sein. Musikalisch bewegt sich Andre Matos dabei zwischen Heavy und Power Metal, webt dabei aber geschickt auch weitere Einflüsse mit ein. Wohl kaum jemand der Verbliebenen im Publikum dürfte sein Durchhaltevermögen bereut haben, denn was es vom Konzert zu hören und sehen gab, war geprägt von guter Laune, stimmungsvoller Musik sowie dem permanenten Dialog zwischen Band und Publikum. Zwar mussten die Brasilianer zu vorschreitender Stunde einen ständig wachsenden Zuschauerschwund hinnehmen, ließen sich dadurch aber nicht die Spiellaune vermiesen. Zweimal kamen sie der Aufforderung nach einer Zugabe nach, bevor nach gut zwei Stunden endgültig Schluss war.
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