Bericht: Sacria | Bionic Angel | Area24| Down Below
Ich gebe zu ich kam mir etwas verloren vor, als ich an einem Sonntag Abend die letzten Schritte von der Bahn zum K17 machte und nicht eine Menschenseele zu sehen war.
Naja, immerhin standen Leute am Einlass, die mich gnädig auch rein ließen. Mit mulmigem Gefühl späte ich in die Halle und siehe da: Es hatten sich doch ein paar Leute hierher verirrt. Aber wirklich nur ein paar. Dabei standen heute Abend doch Down Below auf dem Plan. Eine Band, die mit diversen Auftritten, zum Beispiel zum Bundesvision Contest oder als Support von Unheilig, schon einigen über den Weg gelaufen war und die meisten davon auch für sich gewannen.
Zunächst fanden sich aber erst einmal Sacria auf der Bühne ein und, wo auch immer sie herkamen, auch noch eine ganze Reihe Zuschauer.
Sacria ihrerseits sind Julia, Christian, Jan und Marco aus Berlin. Ein wenig hatte man das Gefühl, das Publikum brauchte erst einmal ein paar Augenblicke um das Ganze auf sich wirken zu lassen und kam erst zur Hälfte des Sets auf den Geschmack. Dabei gibt es eigentlich nicht viel zu meckern, die Band hatte sichtlich Spaß, auch wenn sie etwas angespannt wirkten. Ziemlich rockig läuteten sie den Abend ein und unterbrachen nur einmal kurz für eine gänsehauterzeugende Ballade. Nervig hingegen war der leicht blecherne Sound und die Tatsache, dass man die doch recht beachtliche Leistung am Bass mehr sah als hörte. Viel zu schnell war alles aber auch wieder vorbei und die Vier verschwanden von der Bühne.A Liars Confession | No Regret | Changes | The End | Gerrymander
Zwei weitere Supports sollten folgen womit wir zu Bionic Angel kommen.Gut 20 Minuten für die Umbau Maßnahmen und es fanden sich fünf Herren und eine quirlige Dame auf der Bühne ein. Damit war die Aufmerksamkeit der meisten erst einmal geweckt. Besagte Dame war fürs Auge zuständig - heißt: sie tanzte und setzte sich in Szene was das Zeug hielt und unterhielt doch merklich das Publikum. Aber auch die Herren hatten etwas zu bieten und zwar Musik und die gefiel den Leuten gleich mal auf Anhieb. Die Geschöpfe der Nacht begannen zu Tanzen und übersahen liebevoll das Ablesen der eigenen Lyrics welche vorsorglich an den Monitor geklebt waren. Hauptsache Spaß. Mit ihrem schwer definierbarem Soundmix aus Electro, Dark Metal und Rock fügten sich die Fünf gut in das Konzept des Abends ein. Um die Sache spannender zu machen wurde kurzer Hand ein Mädchen aus der Menge geholt, die zunächst nur den nächsten Song ansagen sollte, dann aber doch auf der Bühnen verweilen und tanzen durfte. Einem jungen Herren ereilte später ein ähnliches Schicksal. Beide Momente wurden mit viel Humor aufgenommen. Die Bühne war dafür und überhaupt für die ziemlich aktive Band irgendwie zu klein, da das aufgebaute Schlagzeug des Dessauer Mainacts schon im Hintergrund auf seinen Einsatz wartete. Auch hier waren die angesetzten 45 Minuten Spielzeit viel zu schnell vorbei, was vom Berliner Publikum aufrichtig bedauert wurde.
End Of Days | Pink | Stars & Dust | Burn Down The Witches | Revolution X
Wieder wurde eifrig auf der Bühne ab- und aufgebaut, während im Zuschauerraum die Frage entbrannte, ob nun noch ein Support folgt oder doch schon der Mainact. Das nicht-Abbauen des zweiten Schlagzeugs brachte die Erkenntnis und so waren die Minuten des Umbaus beinahe unmerklich verstrichen und Area24 waren schon On Stage.Genau fünf Minuten danach gab es in der Menge einige Bowie Assoziationen - Berliner reagieren halt manchmal verzögert, aber eigentlich ist der Sound der Band zu beschreiben mit Midtempo Songs mit Gothic Einschlag. Genau das passte aber in den ersten Sekunden gar nicht, da zuvor kräftig gerockt wurde und nun in den Köpfen der Menge erst einmal wieder umgeschaltet werden musste - das dauerte wieder etwas.
Der Band selbst machte das gar nichts aus und mit viel Charme gewannen sie nach und nach jeden Einzelnen für sich. Wobei der ‚Bowie-Goth-Sound' (Anmerkung aus dem Publikum) auch mehr und mehr Zuspruch fand, nur das mit dem Tanzen lief nicht so gut.
Mittlerweile hatte sich der Sound in der Halle soweit eingespielt, dass man gut die vielen Facetten der Songs aufnehmen konnte. Auch wenn ich mir das zu Hause auf dem Sofa mit einem Glas Rotwein besser vorstellen könnte. Wie auch immer, kurz vorm Ende kam die fiese und unpassende Ansage an die Band, sie dürfte nur noch einen Song spielen. Also wurde wahnsinnig wichtig nun ein Song übersprungen und mit ‚Call On Me' das Set beendet und selbst das nahmen die Jungs mit Humor - auch wenn sicherlich bis heute Niemand herausgefunden hat wem die drei Minuten nun dermaßen störten.
Don't Ask Me... |
Ab nun wurde auch enger zusammengerückt, wurde doch das zweite Schlagzeug endlich zerlegt und von der Bühne getragen. Ausverkauft war die Halle jedoch dennoch nicht. Dessen ungeachtet wurden Down Below freudig erwartet und kaum war das Licht erloschen begann der Jubel.
Zur Freude vieler ging das Licht nach dem Intro wieder an und sie waren da, beinahe schlicht in schwarz gekleidet und rockten gleich anständig mit ‚Euphorie' los. Die Menge vor der Bühne war zwar nicht unbedingt laut, aber textsicher. Vom ersten Moment waren die Leute begeistert und bei der Sache - dank des vorhandenen Platzes ergab sich für den einen oder anderen so die Möglichkeit zum Tanzen, schließlich machte es Sänger Neo Scope eifrig vor. Aber nicht nur das wurde mit der Menge geteilt, immer wieder wurde sie in die Show mit einbezogen, zum Beispiel mit kleineren Witzen über die Songansage. Beinahe selbstverständlich war für die Fans das aufrichtige Mitsingen, gern auch noch mal eine Spur kräftiger wenn denn drum gebeten wurde.Zum Titelsong des Aktuellen Albums ‚Wildes Herz' wurde zudem wie bei jedem Konzert von jedem einzelnen im Publikum gefordert ‚sein' Herz mit den Fingern zu zeigen - besonders die Grobmotoriker jenseits der Bühne hatten an der Übung ihren Spaß. Das Ergebnis wurde mit dem Camcorder eingefangen und findet sich auf der Myspace Seite der Band wieder. Neo Scope erklärte nun auch, dass es sich an diesem Abend um eine etwas geänderte Setlist handeln würde und dankte jemanden der Crew für das ehrenhafte Umschreiben in goldener Schrift. Es munkelte es wären einige ältere Stücke aufgenommen worden, noch aus der Zeit in der Down Below ihre Song in Englisch verfassten - aber sicher war sich da keiner.
So oder so munter ging es rockend weiter und der Satz: ‚Wir sind eine Band, wo die Fans fast mehr singen wie wir.' rückte mit jeden Song ein Stück näher an die Wahrheit. Den Leuten schien es jedenfalls zu gefallen und auch nachdem Neo Scope kurz das Micro aus der Hand ruschte sang das Publikum brav weiter - ein wenig lächelnd.
Die Leute die sich an diesem Abend im K17 eingefunden hatten, waren bunt zusammengewürfelt von Leuten die das Programm im Kasi sicherlich auswendig kannten, bis zu welchen die ohne gegebenen Anlass nicht einmal von dessen Existenz gewusst hätten. Der Band selbst liegt jeder einzelne ihrer Fans am Herzen und so wurde nach dem letzten Song für ein Treffen an die Bar geladen, was dankbar angenommen wurde.
Dein Wille | Unter Eis | Während Du Schläfst | From The Highest Point | Das Ende
Sand In Meiner Hand| Sinfony23 | Private Soul Security | Down Below
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