Wacken Open Air Special: Blowsight / Live Review
Samstag Abend, 21.10 Uhr, WET Stage„Serving Pure PopMetalPunk Since 2006“ – heißt es auf ihrer offiziellen Homepage. Und genau so kann man das, was die derzeit drei Schweden machen, zusammenfassen. Ein bisschen hiervon, ein bisschen davon, und ganz viel Spaß bei der Sache ist angesagt.
Mächtige Drums und knallharte Riffs bestimmen den Sound – und bei dem berühmt berüchtigten Cover von Lady Gaga’s „Poker Face“ muss man tatsächlich zweimal hinhören, um das Original zu erkennen. Gelungene Umsetzung und nachdem wir 2010 von Lord Of The Lost mit ihrer Version von „Bad Romance“ begeistert wurden, muss ich hier eindeutig gestehen: Blowsight ist die bessere Gaga-Cover-Band!
Aber gehen wir noch einmal ein paar Minuten zurück.
Das Nebenher-Programm am Samstag Abend sagte: Erst einmal noch Avantasia auf der True, gleich Kreator auf der Black und mit dem Verklingen des letzen Tones von Blowsight Danko Jones auf der Party – aufgrund des Weges nicht möglich zu schaffen, also stand hier eine Entscheidung an.
Gut für all die, die den Weg vor die WET Stage schafften. Anfangs noch fast zählbar, aber vielleicht verstießen Blowsight auch deshalb kurz gegen den sonst so strengen Wacken-Zeitplan und fingen ein paar Minuten später an. Es füllte sich, aber richtig voll wurde es nicht; es fanden ehrlich gesagt viel zu Wenige den Weg. Sei es drum – alle die da waren, hatten richtig Spaß. Die relativ kleine Menge war noch immer größer als die in manchen Clubs und die Stimmung kochte über – lieber eher Weniger, die abgehen, als Viele, die nur herum stehen!
Außerdem ermöglichte dies eine angenehm persönliche Clubatmosphäre, bei der immer wieder Interaktion zwischen Band und Publikum statt finden konnte, Kontakt aufgenommen und aufeinander eingegangen wurde.
Blowsight bliesen uns regelrecht um – vom ersten Ton an war kein Halten mehr; Rumspringen, Klatschen, Bangen – und noch einmal von Anfang. Mitsingen war auch gefordert, egal ob man es kann oder nicht. Tempo, Spaß, Freude, leuchtende Augen und Schweiß. Wer richtig dabei war, war nach 30 Minuten durchgeschwitzt – da hätte es auch nicht geholfen im Laufe der letzten Tage zu duschen! Aber das nur nebenbei bemerkt. Und dennoch waren 30 Minuten zu kurz, die Energie und die Feierlaune hätte bei Band und Publikum noch wesentlich länger angehalten und so wirklich trennen wollten sich wohl beide Seiten nicht. – Auch nicht, wenn Sänger Nick Red am Ende des Auftritts das Publikum darum bat, doch mal alle beide Mittelfinger hoch zu halten, damit man auf dem zu machenden Foto sehen könnte, wie sehr wir sie hassen würden.
Neben oben erwähntem Cover wurden selbstverständlich auch eigene Stücke zum Besten gegeben und eigentlich bleibt die Frage offen: Warum werden Blowsight auf ein Cover reduziert – bzw. tun es auf ihrer offiziellen Seite auch selbst? Klar kann man damit auf einem Festival Leute anlocken – aber am Ende haben sie es nicht nötig, denn ihre Stücke haben es in sich und sollten keinen Deut in den Hintergrund gerückt werden.
Für uns waren dies die 30 schönsten Minuten auf Wacken. Somit wählten wir Blowsight zu unserer BAND DES FESTIVALS.
Um euch selbst von den Schweden zu überzeugen, können wir euch folgende Termine ans Herz legen:
01.11.2011 Logo Hamburg
03.11.2011 Metro Music Bar Brno
04.11.2011 Modra Vopice Prague
10.11.2011 Underground Cologne
26.11.2011 Masters of Rock Winter 2011 Zlin
Fazit:
Neu ist das, was Blowsight machen, definitiv nicht, ganz im Gegenteil im eigenen Land schon dagewesen. Aber wenn man total erwartungslos und wertfrei auf sie stößt, dann reißt es einen ganz gewaltig aus den Gummistiefeln.
Was im Ohr bleibt, dass muss ich leider zugeben, ist das Cover.
Wer sind eigentlich Blowsight?
Es fing damit an, dass die Band 2007 einen schwedischen Gesangswettbewerb mit über 16.000 Teilnehmern gewann und somit ihre erste EP „I’ll be around“ bei Sony BMG veröffentlichen konnte. Schnell war diese ausverkauft und der Weg geebnet für Konzerte und Touren mit u.a. Danzig und Life Of Agony.
2009 folgte das Debut “Destination Terrorville”, im Herbst 2010 das zweite Album “Dystopia Lane” und der Supportplatz auf der Sonic Syndicate Europatour.
Nick Red – Gesang / Gitarre
Seb – Gitarre
Fabz – Drums
<<-- zurück / back