Interview mit Juha & Mikko von Swallow The Sun
Am Sonntag des Tuska Festivals war ich um 14.00 Uhr mit Swallow the Sun vor dem Brunnen am Festivalgelände verabredet. Leider hatte ich keine Ahnung, wer von den Herren dort alles erscheinen und ob ich sie überhaupt erkennen würde, wobei ich den Bassisten von Swallow the Sun am Tag vorher ohne Probleme im Supermarkt erkannt hatte. Aber diese Tatsache beruhigte mich nicht und dementsprechend groß war meine Aufregung. Doch eine meiner größten Befürchtungen war, dass ich irgendwelche eher wortkargen Finnen mit versteinerten Minen vor mir sitzen haben könnte, denen ich jedes Wort einzeln aus der Nase ziehen müsste.
Fünf Minuten vor der vereinbarten Zeit war ich am Treffpunkt, das Nervositätslevel stieg. Punkt 2 Uhr erschien ein sichtlich gut gelaunter Juha, der sich erstmal entschuldigte, dass er zu spät wäre (laut seiner Uhr eine Minute). Er fing sofort an, munter drauf los zu plappern, von wegen er sei froh, dass er mich sofort gefunden hätte, weil bei dem Interview gestern der Typ an der falschen Stelle gewesen wäre, obwohl er ihm vorher noch den genauen Treffpunkt gemailt hätte. Gleichzeitig erzählte er mir, dass Mikko, der Sänger, dazu kommen würde und wir begaben uns an ein schattiges Plätzchen im Kaisaniemi Park. Nach einem kurzen Plausch über unser Medium/Website, erschien schon Mikko, der trotz der relativ frühen Tageszeit schon genüsslich aus einer Flasche Lonkero trank und nicht den Eindruck machte, als wäre das für heute sein erster … Glücklicherweise hatten sich meine Befürchtungen nicht bewahrheitet, sondern die Jungs waren gut aufgelegt und vor allen Dingen lachten wir viel.
Für alle die Swallow the Sun nicht kennen, beschreibt die Band doch einmal in ein paar Worten:
Juha: Just six fuckers that can't play. Das war's schon. Doomposer und hässliche Kerle. Wir spielen diesen finnischen Doom und Gloom, wenn man irgendetwas doomiges an uns findet. Mikko, erzähl du was wir sind.
Mikko: Das war's schon, wie er gesagt hat.
Wart ihr überrascht als eure Single ‚Forgive Her…' auf Platz 4 der finnischen Single Charts einstig?
Mikko: Das unserer zweites Album ‚Ghosts of Loss' in die Top 40 der finnischen Albumcharts kam, war eigentlich sehr viel überraschender für uns als die Single.
Juha: Die Sache ist die, dass die Single wahrscheinlich sogar auf Platz eins eingestiegen wäre. Doch die meisten Läden, hatten Angst, sich mehr als zwei oder drei Singles hinzulegen. Die Singles waren in den ersten 4 Wochen auch immer wieder sofort ausverkauft. Ich denke, wenn wir jetzt eine weitere Single veröffentlichen, dann wird die auch auf Platz eins gehen. Ich meine das Album ist auf Platz 8 in die Top 10 der Albumcharts eingestiegen und das kam für uns total überraschend.
Mikko: Das war großartig und einfach unglaublich.
Das ist etwas anders in Deutschland, wir haben nicht so viel Metal in den Charts, das ist mehr so Britney und Co.
Juha: Das ist hier das Gleiche, aber da gibt es uns ja noch zwischen drin. (grinst) Weißt du, unser Album war zwischen System of a Down und Gwen Stefani in den Top Ten. Wir haben uns darüber köstlich amüsiert. In Finnland ist alles möglich und das ist großartig.
Es war wirklich eine riesige Überraschung bei Musik wie unserer. Ich kann es bei Bands wie Sonata Arctica, Nightwish oder so ähnlichen Sachen verstehen, dass sie so hoch in die Charts kommen, aber Musik wie diese in den Top Ten Album Charts, das ist ziemlich verblüffend.
Ihr habt erst kürzlich einen Vertrag mit Spinefarm Records unterschrieben, wart ihr überrascht darüber?
Juha: Es war keine große Überraschung, aber es war der beste Deal für uns. Wir wollten wirklich ein finnisches Label. Wir hatten 4 oder 5 verschiedene Labels zur Auswahl und Spinefarm haben uns den besten Deal angeboten. Es ist wirklich gut, bei einer finnischen Plattenfirma zu sein, weil das viele Dinge vereinfacht. Es ist viel unkomplizierter sich zu verständigen und auch die Verträge zu verstehen. Außerdem kann man jederzeit in die Geschäftsstelle gehen und denen sagen ‚Was zum Teufel ist hier los?' wenn irgendwas nicht so läuft. Ich wäre wirklich gerne bei Firebox Records geblieben, denn die sind wirklich das beste Label in ganz Finnland, aber da ließ sich leider nichts machen, die sind mittlerweile viel zu klein für uns.
Mikko: Und Spinefarm hat viel mehr Geld für Promotion und Produktion. Sie haben das größte Budget in ganz Europa.
Juha: Es ist dann sehr viel einfacher mit dem Touren. Wir sind schon ziemlich aufgeregt. Es gibt auch einige Probleme mit Spinefarm, aber das will ich lieber nicht sagen. Zu viele Bands… Aber wie auch immer, den Anfang haben wir ja schon gemacht, so dass sie mit uns nicht bei Null anfangen müssen. Deswegen sind wir in einer weitaus besseren Situation als die neuen Bands.
Euer letztes Album erschien im August 2005, habt ihr bereits neues Material oder konkrete Pläne?
Mikko: Wir werden im September ins Studio gehen, glaube ich…
Juha: Das Album soll Anfang nächsten Jahres erscheinen, hoffe ich. Vielleicht im Januar, ich weiß nicht so genau.
Mikko: Januar oder Februar
Juha: Wir versuchen es rauszubringen...
Mikko: oder Spinefarm wird
Juha: (fällt Mikko ins Wort) und dann werden sie unsere Aufnahmen verbrennen und sagen zur Hölle mit dem Vertrag. (alle lachen)
(Juha schüttelt den Kopf und grinst) Nein, die Lieder sind fertig, wir müssen sie jetzt nur noch Proben. Aber das ist jetzt im Sommer wirklich etwas schwierig, wegen einigen Auftritten und Festivals.
Mikko: (mit mittlerweile schon hörbar schwerer werdender Zunge, der Lonkero fordert seinen Tribut.) wir haben auch noch einige andere Beschäftigungen im Sommer (grinst)
Juha: Ja, das geht dann so (macht die Telefonierbewegung) ‚Ich bin zu betrunken, ich kann nicht Proben' So, fuck that shit! (und winkt in Richtung Mikko ab) Alle Sachen für das nächste Album sind fertig, wir müssen sie nur noch Proben und dann aufnehmen.
Ihr habt bereits vor zwei Jahren auf dem Tuska gespielt, hat es eine besondere Bedeutung für euch hier wieder zu spielen oder ist es nur ein weiteres Konzert?
Juha: Weil wir keine Band aus Helsinki sind, ist das schon sehr seltsam (fängt an zu lachen)Nein, nein. (grinst und winkt ab)
Mikko: Das ist das größte Metal Festival in Finnland, natürlich ist es gut, dass wir wieder hier sind.
Juha: Und wir haben beim letzten Mal unser bestes Konzert gespielt und das wird heute bestimmt noch besser. Ich glaub jeder, der bis jetzt in diesem Zelt gespielt hat, klang ziemlich übel, also müssen wir abwarten was passiert.
Ich habe bis jetzt nur eine Band auf der Inferno Stage gesehen und das waren Suburban Tribe am Freitag.
Mikko: Eine schwedische Band, die sich Nine nennen, haben dort gestern gespielt, und das war ‚fucking great!'
Juha: Wir sind schon ein bisschen nervös vor dem Auftritt, weil es in diesem Sommer das größte Festival für uns ist. Klar kommen da noch ein paar große Festivals, aber Tuska ist ein reines Metal Festival.
Wenn ihr euch ein Festival aussuchen könntet, auf welchem würdet ihr gerne spielen?
Mikko: (wie aus der Pistole geschossen) Wacken!
Juha: du meinst in Finnland?
Egal wo…
Juha: Makkaraa Rocki in Suolahti (alle Lachen) (AdR. Hier ist wahrscheinlich so was wie Dorffest in Hintertupfingen gemeint.) Nein, Nein. Wacken wäre großartig. Ich hoffe, dass wir nächsten Sommer endlich mal ein paar Auftritte in Europa haben, weil es schon sehr schwer ist, mit dieser Band in anderen Ländern zu spielen. Man bekommt ja auch unsere Alben nicht überall. Aber ich denke, dass sich das Problem jetzt mit dem Spinefarm Deal erledigt hat.
Ihr habt auch schon ein oder zwei Konzerte in Deutschland gespielt?
Mikko: Nur eins im Januar in Hamburg. (nach einer kurzen Pause) Reeperbahn (beide lachen) das ist schon faszinierend dort.
Juha: (antwortet immer noch auf die Festivalfrage und schweift dabei etwas ab) Wacken, Summerbreeze und Grasspop, da sind so viele großartige Festivals und ich möchte diese Band endlich zu den Leuten bringen, auch wenn unsere Musik eher langsam ist. Gut, heute haben wir eine etwas schnellere Songauswahl, weil das für ein Festival sehr viel passender ist.
Mikko: Es ist wirklich schade, dass wir nur 45 Minuten Spielzeit haben.
Juha: Das sind dann so etwa 6 oder 7 Songs.
Ja, eure Songs sind im schon sehr lang, die meisten so zwischen 8 und 10 Minuten.
Juha: Ja, wir werden auch zwei langsame Songs in unserem Set haben, so dass wir immer noch so ungefähr 6 Songs spielen können. Beim neuen Album werden es aber alles nur zweieinhalb Minuten Songs sein. (Beide lachen ziemlich heftig)
Die nächste Frage die ich stellen wollte, mit der besten Live Show habt ihr ja eigentlich schon beantwortet ...
Mikko: Ja, Tuska 2004
Juha: Da waren viele großartige Gigs. Tuska, ich weiß, nicht wie ich das sagen soll, da war etwas magisches bei diesem Auftritt. Aber ich denke, wir werden das heute ruinieren. (Beide lachen wieder) Die ganze Magie ist weg und wir werden von der Bühne fallen.
Mikko: auf die Bühne kotzen.
Juha: oder der Strom fällt aus. Vielleicht verschenkt auch draußen gerade jemand 100 Euro an die Leute, die hauen alle ab und wir spielen dann für, sagen wir mal einen Hund und eine Katze. Tja, das ist Doom. (und wieder fangen die Jungs an herzlich zu lachen)
Welches war euer schlimmstes Bühnenerlebnis?
Mikko: Ich glaub das war Sylvester im Stella Star Club hier in Helsinki. Wir haben morgens um halb 3 gespielt. Es war grauenhaft.
Juha: Das war ein schrecklicher Gig. Eine Hardcore Band, eine Rockabilly Band und wir. Ich hab nur gedacht was zum Teufel geht den hier ab.
Gibt es eine besondere Verbindung zwischen euch und Machine Men? (Machine Men sind auf allen beiden Alben in der Thanks-liste erwähnt und STS Keyboarder Aleksi Munter hat einen Remix von Dream & Religion auf MMs Single gemacht)
Mikko: (fängt an zu lachen) Machine Men, yeah. Eigentlich von meiner vorhergehenden Band. (Funeris Nocturnum-AdR) Ich habe dort zusammen mit J-V, dem einen Gitaristen von Machine Men, gespielt.
Juha: Ich komme aus Suolahti. (Suolahti hat ungefähr 5500 Einwohner und liegt ca. 45km nördlich von Jyväskylä- AdR)
Mikko: und die kommen auch von dort.
Juha: Deswegen kenn ich die Jungs. Sie sind sehr viel jünger als ich, aber wir haben den Sänger, als er noch ein kleiner Junge, war mit zu Iron Maiden genommen, zu allen Iron Maiden Shows hier und wir haben versucht, ihn zum ausflippen zu bringen und er hat dann immer ‚Yeahhhh' geschrieen. (Juha quietscht sehr hoch und reckt die Arme dabei nach oben.) Ihr könnt uns dafür danken, dass er jetzt ein so guter Sänger ist. (Setzt ein breites Grinsen auf)
Mikko: Die erste Show die ich von denen gesehen habe war 1998.
Juha: Man kann mit Namen wie Iron Fist oder T-Pain nichts falsch machen...(beide fangen an zu grinsen.)
Mikko:(Lachend) Ich glaub Century Media hat ihnen gesagt, dass sie ihre Namen ändern müssen. Denn J-V ist nicht mehr Turbo J-V, sondern einfach nur noch J-V.
Juha: Turbo J-V wäre viel besser. (beide fangen wieder an zu lachen)
Mikko: ...und Iron Fist.
Juha: (fällt Mikko lachend ins Wort) Yeah, Iron Fist, das ist klasse. Der ist noch um einiges dünner als unser Bassist und dann Iron Fist. Und was zum Teufel ist T-Pain, ist das zu heißer Tee? Oh, Ich hab mir den Mund verbrannt mit diesem verdammten T-Pain. (greift sich dabei an den Mund, als hätte er sich verbrannt und lacht) OK, wir reden wieder Bullshit, mach einfach weiter mit dem Interview. Aber Machine Men sind eine großartige Band. (Ich weiß nicht, ob er das an dieser Stelle ernst gemeint hat, oder ob da nicht doch ein bisschen Ironie in seiner Stimme lag - AdR)
Besteht die Chance, dass ihr für ein paar Auftritte nach Deutschland kommt?
Mikko: Hoffentlich
Juha: Ich hoffe es doch. Ich weiß, dass unsere Musik etwas härter ist. Naja, ich habe gehört, es wäre etwas zu hart für die Deutschen. Wir müssen abwarten. Ich denke, wenn wir die Chance bekommen würden ein paar Auftritte in Deutschland zu machen, würden die Leute sehen, das wir nicht nur dieses langweilige (deutet dabei Gähnen an) Doomzeugs spielen.
Mikko: Wir sind halt nicht Stratovarius. Ich weiß nicht so genau, welche Art von Metal die Deutschen so hören, aber ich hab so das Gefühl... (er legt eine kleine Gedankenpause ein, fängt dann an zu lachen) Na gut, ich sag jetzt mal besser nichts mehr dazu.
Juha: Jedenfalls hoffe ich, dass wir mit dem neuen Album auf Tour gehen können. Vielleicht können wir ja für ein paar größere Bands als Opener spielen. Das wäre klasse. Wir haben diese eine Show in Hamburg gespielt und haben in vielen kleinen Clubs mit 60 bis 200 Leuten gespielt. Natürlich ist das schön, aber mit so betrunkenen Kerlen wie dem hier (zeigt auf Mikko und lacht) ist das schon ganz schön hart.
Mikko:(mit Grabesstimme) sehr lustig.
Juha: Ich brauche einen Privat Jet und ein großes Hotel! (fängt ein zu lachen) Nein, Nein. Ich hoffe wirklich, dass wir Opener für ein paar größere Bands machen können. Ich denke, dass es so etwas in der Art ansteht. Es gab bereits Gespräche, sogar schon für diesen Herbst, bzw. dieses Jahr, aber das ist alles noch nicht sicher. Ich hoffe aber, dass wir nächsten Sommer auf ein paar Festivals hier spielen können.
Einige eurer Texte drehen sich eher um die dunklen Aspekte der menschlichen Seele. Was bewegt einen dazu, solche Dinge zu schreiben?
Juha: Das ist alles nur Fiktion. Bis auf einen Song hab ich bis jetzt alle Texte geschrieben. Beim neuen Album werden auch Texte von Mikko vertreten sein, aber das musst du nach dem nächsten Album fragen. Jedenfalls ist das alles nur Fiktion, diese ganzen Geister, toten Frauen und diese Sachen. Aber ich liebe Frauen, auch wenn sie in den Texten immer Sterben. Aber wie auch immer, ich möchte nicht so viel über unsere Texte erzählen. Deswegen haben wir ja auch nur vier unserer Texte vom ersten Album veröffentlicht. Da ist viel schwarzer Humor in unseren Songs. Deswegen liebe ich auch Type O Negative, weil man nie weiß, wann sie es ernst meinen und es ist schwer heraus zu finden ob der Teil jetzt echt ist oder mit schwarzem Humor. Ich denke, man muss etwas schwarzen Humor in der Musik haben sonst, macht man sich komplett zum Vollidiot. Deswegen bringe ich so gerne Type O Negative als Beispiel, weil ich denke, wenn schwarzer Humor in der Musik ist, kannst du sie noch ernster nehmen. Weil du darüber lachen kannst und dir denks,t diese armen Idioten. Natürlich sind da auch Dinge von meinem Leben enthalten, doch ich verpacke das in Fiktion, aber ich möchte nicht so viel darüber reden. Die Leute sollen sich ihr eigenes Bild über unsere Texte machen. Natürlich bringt Mikko auch etwas an eigenen Interpretationen in die Lieder hinein. Aber weißt du, weil ich keinen Alkohol trinke und mich auch nicht rumprügele, muss ich die ganzen schlechten Sachen dort hinein packen. Auf diese Art und Weise kann ich das gut kanalisieren. Doch ich möchte mich nicht zu sehr beklagen.
Kommen wir nun zu einer der Letzten Fragen. Was denkt ihr über den Sieg von Lordi beim Eurovision Song Contest?
(Beide fangen sofort an zu lachen)
Mikko: Ich mag ihre Musik überhaupt nicht, aber ich denke, es war eine gute Sache für die Metalscene und es wird einigen anderen Bands die Türen öffnen.
Juha: und es war ein großes 'Fuck off' für den ganzen Grand Prix. Das war großartig, diese ganzen Abba und Britney Spears Klone dort zu sehen und dann kommt da eine finnische Band mit Monstermasken und * aaaarrrrrrrrr* (Macht dabei eine Krallenhand in der Luft). Ich warte nur auf den Tag, wenn dort eine Death Metal Band spielt. Das wird ein Schock für die ganzen Großmütter werden. (Ein Grinsen macht sich auf Juhas Gesicht breit.) Venom zum Beispiel wären großartig. (grinst) Viele Leute sagen, dass es ziemlich scheiße ist, dass der Metal jetzt dadurch kommerzieller wird. Klar, gibt es auch alberne Dinge, wie bei jeder Art von Musik, aber ich sehe darin keine schlechte Sache. Deswegen werden wir uns jetzt auch Masken anziehen. (Beide fangen an zu lachen) Eine Zeitung in Finnland hat damals geschrieben, wenn Lordi gewinnen sollten, dann könne man beim nächsten mal gleich Swallow the Sun oder Impaled Nazarene hinschicken. Vielleicht sollten wir es mal probieren, und mit seiner goldenen Stimme können wir nicht verlieren. (Zeigt auf Mikko und lacht) Die Omas mit ihren Teetassen werden erschreckt ‚pffffftt' machen (tut so als würde er ausspucken), wenn Mikko seinen Mund aufmacht und ‚arghhhhh'. Das wäre großartig!
Mikko: Vielleicht sind wir ja nächstes Jahr dabei...
Juha: Vielleicht ja
Mikko: Ich denke, wenn wir beim Eurovision Contest dabei wären, würde unsere Präsidentin das nicht verweigern.
Möchtet ihr abschließend noch etwas sagen?
(Beide mit raunenden Stimmen.)
Mikko: Besucht unsere Webseite!
Juha: Kauft unsere Alben. (nach einer kurzen Pause fangen beide an zu lachen) Nein, kauft nicht unsere Alben und besucht nicht unsere Webseite.
Mikko: Ladet es euch aus dem Internet runter, da ist es kostenlos.
Juha: Genau, seid nicht so blöd, das zu kaufen, ladet es runter.
Oh, da ist noch eine Frage, die mir gerade eingefallen ist. Ist es ein großes Problem mit dem downloaden in Finnland?
Mikko: Ich kümmere mich eigentlich nicht so darum. Viele Musiker sagen, die Leute bestehlen uns und sie nehmen uns unser Geld weg.
Juha: Wir bekommen sowieso kein Geld von den Alben, das geht alles an die Plattenfirma. Obwohl ein kleines bisschen bekommen wir auch, aber für die Plattenfirmen ist es sehr viel schlimmer. Das Schlechte daran ist, wenn die Leute die Musik herunter laden, dass dann kein Geld für uns da ist, um neue Alben zu produzieren und aus diesem Blickwinkel betrachtet, ist es schon schlecht, denn die Bands müssen dann aufgeben. Aber mit der ganzen Computertechnik heutzutage, ist es ziemlich einfach ein Album zu machen. Die Trennlinie wird hier immer dünner. Man muss nicht mehr eine Million Euro für die Produktion eines Albums ausgeben.
Mikko: mit Ausnahme von Nightwish.
Juha: Wusstest du schon, dass er der neue Sänger von Nightwish ist?
Mikko: Genau ich bin der Neue!
Juha: Oh ja, es war ein riesiger Schock für uns! (beide Lachen spitzbübisch) Im Korsett sieht er einfach klasse aus.
Habt ihr noch andere Jobs außer der Band?
Juha: Ich versuchen, alles andere zu vermeiden.
Mikko: Ich auch, ich hasse arbeiten.
Juha: also so richtige arbeit.
Plötzlich klingelt Juhas Telefon und Juha hält erst mal einen kurzen Plausch.
Juha: Hast du noch weitere Fragen?
Da ich keine weiteren Fragen hatte, war das Interview beendet und es folgte eine mehr oder weniger erfolgreiche Fotosession, nach deren Ende die Jungs sich noch artig bedankten, bevor sich unsere Wege trennten.
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