Interview mit LORD
Wenn man ein Interview vorbereitet, ist es nie einfach, den schmalen Grad des allgemeinen Interesses zu finden, um dem Leser einerseits etwas Neues mitzuteilen, dabei aber nicht zu sehr Sachen zu besprechen, die Leser, die eine Band bisher nur flüchtig oder auch gar nicht kannten, nicht verstehen würden.
Noch problematischer wird es, wenn der Interviewer Fan einer Band ist, und eventuell sowieso schon fast "alles" weiß und somit lediglich Interesse bei ebensolchen Fans wie sich selbst weckt.
Bei LORD verhält es sich aus meiner Sicht eher so, dass "man sich schon ziemlich lange kennt". Entsprechend kratzen einige Fragen an der absoluten Oberfläche und nicht nur Gitarrist Sensai mag sich gewundert haben, wie ich so etwas fragen kann, müsste es mir doch total einleuchten. Und ernst nehmen sollte man eventuell auch nicht alles.
Aber genug der ausschweifenden Worte.
Finnbands.com trafen die Mannen und Dame um Chris "The Lord" Harms vor ihrem zweiten gemeinsam Konzert in der Kieler Pumpe in einer gemütlichen Runde auf Schlagzeugpodest und Bühne, der wohl außergewöhnlichsten Location, in der wir bisher ein Interview führten.
Lest, was die Hamburger zu sagen hatten, nachdem sie mit dem Kopf dabei und total am Start waren:
finnbands: Was ist LORD?
Lord dreht mit dem Arm durch unseren Sitzkreis und zeigt mit dem Finger auf die vier anderen.
Sensai: Pussy Wetting Goth Rock.
Lord: Naja, zunächst mal ich und wir fünf. So einfach kann man das umschreiben.
finnbands: Wollt ihr uns ein bisschen über euch erzählen, so wo ihr so herkommt?
Lord: Ich wurde 1986 eingeschult...
Kannst du dir Frage irgendwie sinnvoller stellen? So für mich sinnvoller?
finnbands: Als Band, für Leute, die euch noch nicht kennen (solls ja geben so was).
Lord: Das ist schwierig. Ich mein jetzt so: *ändert die Tonlage* ‚Hallo, ich bin Sensai, ich bin Klaas, ich bin …
Sebsta: Wie heißen die eigentlich?
Lord: … Lord' Und so.
alle lachen
Lord: Nein, wir haben uns zusammen gefunden, nachdem ich vor ein / zwei Jahren anfing Songs zu schreiben, die in die anderen Bands, die ich hatte nicht reinpassten. Maßgeblich sind das ja "The Pleasures". Und ich habe gemerkt, dass ich damit unbedingt auf die Bühne will. Sensai fand die Musik immer toll und er war einer der ersten, wo ich dachte: ‚Mensch Alter, mach die pinke Schminke runter und ein bisschen Schwarze drauf'. Und die anderen Jungs und Mädels sind Leute aus meinem Freundeskreis, die ich auch schon lange kenne. Da hat sich eigentlich das eine oder das andere ergeben. Die Band war nicht irgendwie offiziell gecastet oder dass ich geguckt habe, wer ins Profil passt. Ich habe eigentlich nach Leuten gesucht, die mit dem Herzen dabei waren und es drauf haben, besser kann man auch nicht ins Profil passen.
Und jetzt sind wir hier und machen das zweite Konzert und ich bin seit Jahren mal wieder aufgeregt. Naja, eigentlich seit Wochen. Ich war vor dem ersten Konzert auch ganz furchtbar aufgeregt.
finnbands: Und das ist ganz neu für dich, dass du aufgeregt bist?
Lord: Ja, das ist neu für mich. Ich war sicher so zwei / drei Jahre nicht aufgeregt. Das hatte sich schon so eingestellt.
Sensai: Also das Ganze kommt - um auf deine Frage abzuzielen - aus sehr unterschiedlichen Richtungen her.
Sebi, das kann man immer so schön sagen, kommt aus dem HipHop. Das finde ich toll. Ganz früher war er DJ, deshalb hat er ein sehr gutes Rhythmusgefühl.
Any spielt Schlagzeug für alles, sie prostituiert sich gerne.
Lord: Klaas sieht einfach nur gut aus.
Sensai: Klaas sieht gut aus und hat sich dieses tiefe Instrument, was man nicht hört, umgehängt.
Und ich…
Lord: Ja, Stefan war ein Sozialfall. Der hatte halt nichts zu tun.
Sensai: Ja.
Lord: Und ich hab halt son Selbstdarstellungstrieb irgendwie. So einen Mittelpunktsdrang.
Und daher kommt das.
finnbands: Sebi hat mir erzählt, und ich hoffe, ich darf das öffentlich sagen, dass ihr als die Konzerte für Januar bestätigt wurden, noch nicht einmal geprobt hattet.
Lord: murmelt zustimmend
Sensai: grinst
finnbands: Habt ihr euch danach vier Wochen im Probenraum eingeschlossen?
Sebsta: Am Arsch! Drei Tage! Drei Tage hatten wir!
Lord: Ne, wir hatten noch nicht geprobt, weil es auch gar nicht im Plan war. Das war jetzt nicht ‚uuuh, wir haben noch nicht geprobt'. Wir haben erst die Platte gemacht und jeder so seinen Kram für sich und an der Platte geschraubt. Wir haben halt noch nie wirklich zu fünft zusammen gespielt und nun kamen die Konzerte ziemlich spontan. Es war eine Anfrage von Big Boy und der Gedanke: ‚alles klar, können wir machen'. Dann müssen wir uns jetzt hinstellen und nicht wie geplant etwa vier / fünf Wochen später. Wir haben effektiv drei Tage lang geprobt, bis wir so ziemlich das ganze Album spielen konnten.
Das darf man ruhig so sagen. Da sind wir auch ziemlich stolz drauf, dass wir mit drei Tagen Effektivprobe, 10 Stunden jeden Tag, das auf die Beine gestellt haben.
finnbands: Wie ist Big Boy auf euch gekommen? - Als eine Band, die vorher nie gespielt hat…
Sensai: Ja, wie wohl…
finnbands: Durch Freundschaft!
Sensai: Man kennt sich ja seit Ewig, seit von den Pleasures ganz am Anfang, seit Chris dort mitgespielt hat und…
finnbands: Ja, aber Big Boy hätte ja auch sagen können ‚Ich will mit den Pleasures spielen!'.
Sensai: Ach so meinst du. Also das ging sowieso terminlich nicht. Zuerst war die Idee, dass Pleasures und Big Boy was zusammen machen wollen. Aber das ging terminlich nicht, weil Neo nicht konnte.
Und dann ok, die Pleasures wollten sowieso ne längere Sache oder mehrere Geschichten mit Big Boy machen und nicht nur diese zwei, die im Januar ausgefallen sind wegen Happy. Und dann war sowieso klar, dass wir da mit rauf müssen. Wie gesagt, wir hatten es nicht auf dem Schirm, das wir im Januar schon spielen sollen. Und dann war es irgendwie so ein SMS hin und her. ‚Machen wir das?' ‚Ja machen wir.' So. Und dann stand es fest. ‚Oh scheiße, das ist ja in vier Wochen.'
Lord: Das war aber auch das Beste, was passieren konnte.
Sensai: Das Allerbeste.
Lord: Das es uns jetzt früher in die Startlöcher geschickt hat und wir natürlich auch früher viel fitter sind und auf dem Punkt sind, wo wir sagen: alles klar, keine Angst mehr vor der Bühne. Richtig Bock drauf!
finnbands: Wie schaffst du es zeitlich mit drei Bands? AdR: LORD, The Pleasures und UnterART
Lord: Das werde ich unglaublich oft gefragt, aber ich kann diese Frage so schwer beantworten. Irgendwie klappt's. Es ist ja nicht so, dass jede Band 40 Stunden Arbeit die Woche frisst. Man kann sich das ganz gut einteilen. Ich arbeite recht effektiv und schnell. Es ist nicht so, dass ich stundenlang mit ner Kiste Bier vor einem Song vor mich hinhuschel und dann nicht weiß, was ich mit mir anfangen soll. Sondern so, dass ich ein Ziel habe und ein Konzept und einen Plan, und dann kann ich das recht schnell abarbeiten. Und es ist wirklich Arbeit. Wenn man es echt auch als Arbeit betrachtet und auch so da herangeht mit Fleiß und Mühe, dann ist das eigentlich kein Problem.
Sensai: Ich glaube, es liegt auch irgendwie am kreativen Prozess und an der Fokussierung. Ich kenn das Problem, ich bin selbst in drei Bands AdR: LORD, The Pleasures und The Force (ebenfalls mit Any an den Drums), die ich irgendwie managen muss. Man hat eine Woche das, dann eine Woche das und eine Woche das. In der Woche plant man aber schon, was man in der nächsten Woche macht. Und wenn man ein bisschen weniger rumheult und sich ein bisschen mehr konzentriert und nicht dieses ‚ich bin jetzt Künstler, ich möchte jetzt völlig kopffrei sein und möchte völlig mich nur einer Sache widmen können' und so… das bisschen mehr als Arbeit organisiert, dann passt das, das ist wirklich kein Problem und man kann sich so schön entfalten dadurch, toll.
Lord: Wenn man sich bei jedem wo man auf fundiertes Wissen um das Projekt zurückgreifen kann eine massive Plattform schafft, dann ist das eigentlich nur wie Schalter umlegen.
finnbands: Ich finde eure Songs, die ihr auf dem Myspace habt, hören sich schon kommerziell erfolgreich an oder könnten kommerziell erfolgreich werden, denkt ihr auch so? Also es ist schon irgendwie ziemlich mainstream.
Lord: Ja, das war auch so…
Sensai: Er ist der Dieter Bohlen der Rockmusik.
Lord: *murmelt*
Sensai: Und der Teufel!
Lord: Naja, ich wollte damit jetzt nicht noch eine andere Band machen, wie es schon tausend andere gibt, die irgendwie Musik für Musiker machen. Sondern ich wollte Songs machen, die man gerne hört. Ich wollte eigentlich Musik machen, die ich selber gerne hören würde. Ich höre einfach gerne Songs, die ein bisschen ballern, die halt so einen Popfaktor haben, dass ich sie als schöne Songs bezeichnen kann. Insofern, wenn man das jetzt als Mainstream bezeichnen würde, dann empfinde ich das überhaupt nicht als negativen Stempel, das ist vollkommen in Ordnung.
Sebsta: Wobei auf dem Album auch noch ein paar Sachen sind, die weitaus härter sind, als das was da auf dem Profil drauf ist.
Lord: Das wird man auch live nachher hören. Also wir haben schon ein paar echte Ballersongs. So auf dem Profil kramt man natürlich erstmal die Hits raus, klar. Da kommen auch ein paar, die sind noch weitaus poppiger. Definitiv. Die gefallen auch Omi. Das ist auch vollkommen in Ordnung, ich mache gerne Musik für Omis.
finnbands: Als ich mir "Dry The Rain" das aller erste Mal angehört habe, habe ich gedacht, das hört sich an wie Zeraphine. Siehst du das auch so?
Lord: Ich muss ganz ehrlich zugeben, ich habe von Zeraphine noch nie eine Platte gehört. Ich habe sie, ich glaube ein, zwei, dreimal live gesehen. Einmal mit Big Boy, damals als ich mit Big Boy gespielt habe, oder wir zusammen gespielt haben. Und sie haben mich live nicht so sehr vom Hocker gehauen, also war mir eine Ecke zu ruhig. Da hätte ich mir manchmal so ein bisschen mehr Eier quasi gewünscht.
Ich weiß, dass meine Stimme ein bisschen Ähnlichkeit zu Sven Friedrich hat, klar. Aber ich kann den Vergleich da schwer schließen, weil ich Zeraphine nie aktiv gehört habe. Aber wenn das ist, ok.
finnbands: Ist ja auch nicht unbedingt schlecht.
Lord: Ja eben. Ich kann das gar nicht werten, weil ich zu Zeraphine überhaupt keine Meinung habe. Also ich muss mich da vielleicht mal mit beschäftigen. Ich kenne Dreadful Shadows, die alten Sachen. Ich habe Zeraphine selber kaum gehört, obwohl bei mir zu Hause so ein zeigt etwa 3 CD breit mit den Fingern an Stapel Zeraphine CDs im Schrank stehen. Aber ich habe sie noch nie gehört, sollte ich vielleicht mal machen, dann weiß ich, wovon du redest.
finnbands: Ihr habt auf dem Bandmyspace ein Foto mit Noten, also ein Papier mit Noten…
Lord: *nickt*
finnbands: … schreibst du alle Songs in Noten?
Sensai: Alter, wir haben Noten?
lachen
Sensai: NOTEN? NOTEN VERBOTEN!
Class: Die hat Corvin geschrieben.
Sensai: Ach so. Na dann ist es wieder erlaubt!
Lord: Corvin ist unser Studiopianist, weil ich auf dem Klavier mäßig bewandert bin. Ich habe bei den einfachen Songs selber Klavier gespielt. Und da, wo man einen richtig guten Pianisten braucht, da haben wir Corvin gefragt. Corvin Bahn, das ist ein unglaublich talentierter Pianist. Und er hat sich die Sachen selber notiert. Ich hab ihm die Demos, quasi Layouts, gegeben und er hat sie selber ausnotiert.
Ich schreibe nie einen Song nach Noten. Ich bin der Notenschrift mächtig, ich konnte Noten lesen und schreiben, bevor ich überhaupt Wörter lesen und schreiben konnte. Aber wenn man mich bei meiner eigenen Musik fragt, was das für ein Akkord ist, weiß ich das meistens gar nicht, weil Musik einfach aus dem Gefühl so kommt. Wenn ich nachdenke, weiß ich, ok das ist C dur oder schiss müll, keine Ahnung.
Aber von Musik nach Noten zum komponieren halte ich nicht viel. Das habe ich ein / zwei Mal probiert und das klang so äußerst langweilig, weil es einfach mit Gefühl nichts mehr zu tun hatte.
Ich habe Kopfschmerzen.
Sensai: Du hast doch Tabletten dabei, meine sind weg.
Lord: Ich habe schon eine genommen.
Sensai: Das ist witzig, meine sind weg. Die ich vorhin im Proberaum hatte, sind weg. Ich verstehe nicht, wo sie hin sind.
Any: Vielleicht hast du sie abgegeben?
Sensai: Ich habe sie abgegeben, vielleicht hätten wir nicht so doll Zungenkuss austauschen sollen.
finnbands: Schneid das mal raus.
Lord: Schneid das mal rein!
finnbands: Wie weit ist eure CD? Seid ihr fertig?
Lord: Die CD ist fertig aufgenommen bis auf so ein bisschen Vocalfirlefanz. Die ist jetzt grad im Mixdown, wird dann gemischt und ist Ende Februar fertig und dann schauen wir mal, wie und wo wir sie herausbringen. Es gibt ein paar Lableüberlegungen, aber das ist ja immer eine unglaublich wage Geschichte. Also in ein paar Monaten wird sie herauskommen. Entweder machen wir das selber oder über ein Lable.
finnbands: Ich hab jetzt noch eine Frage für Sebi. Schon wieder was, was du mir erzählt hast.
Sebsta: Na, was denn?
finnbands: Ich bezahl dich ja nicht nur für Tinte, sondern auch für heiße Infos.
Sebsta: Ach was.
Lord: Gut, dass ich davon nichts weiß.
Sebsta: Aber ich hab noch kein Geld dafür bekommen, nur fürs Tätowieren. Da kann man mal sehen, da wird man einfach so ausgehorcht.
Lord: Du bist ein Freier, du hast gesagt, du hast mit ihr geschlafen fürs Tattoo.
Sebsta: Hab ich das?
Lord: Und ich musste auch.
Sebsta: Hab ich's gesagt, oder hab ich's gemacht? Du musstest auch?
Lord: Na, ich hab's gern gemacht.
Sebsta: Schieß los! zu Niina
Lord: Oder musste ich gar nicht? Dann hab ich da was missverstanden, das tut mir leid, Niina.
Sensai: Aber hat trotzdem Spaß gemacht, oder?
Lord: Ja, ok.
finnbands: Du hast mir erzählt, dass du erst in die Band aufgenommen wurdest und dann angefangen hast, Gitarre zu spielen.
Sebsta: Hm, ja.
finnbands: So macht man das ja auch als richtiger Rockstar.
Sebsta: Ja, natürlich.
finnbands: Wie lange hast du gebraucht, bis du Gitarre spielen konntest?
Sebsta: Ich kann immer noch nicht richtig Gitarre spielen.
Lord: Moment! Also Sebi hat außerordentliches Talent. Das habe ich gemerkt, als er das erste Mal irgendwie eine Gitarre von mir in die Hand nahm und …
Sebsta: Ich hab sie richtig rum gehalten!
Lord: Er hat sie richtig rum gehalten! Ne. Es war erstaunlich, was er intuitiv aus diesem Instrument herausgeholt hat und als der Gedanke kam, dieses LORD Ding muss irgendwie auf die Bühne, hab ich gedacht ok, vielleicht ist das einfach der beste Anreiz, das Instrument auch wirklich richtig zu lernen. Mal abgesehen von dem Faktor, dass ich Lust hatte, mit ihm Musik zu machen. Und dann ist es unglaublich schnell gegangen. Es hat so zwei / drei Monate gedauert, dann haben wir Songs zusammen gespielt, erst die einfacheren Sachen und dann ein bisschen schwerer. Und jetzt ist er ein absolut solider, arbeitender Rhythmusgitarrist, der Krachertight ist und besser spielt mit dem was er macht als so einige, die sich auf die Bühne stellen und stundenlang vor sich hingniedeln, sich aber immer so 5% oberhalb ihrer Könnensgrenze bewegen.
Sensai: So wie ich zum Beispiel.
Lord: Genau, wie Sensai. Und deshalb an Sebi gewandt würde ich in keinster Weise unterschreiben, dass du sagst, du kannst nicht Gitarre spielen. Du bist nicht Steve Vai, ich hoffe, das machst du auch nie, weil das einfach scheiße aussieht, wenn er bei jedem lick einmal so macht deutet an, sich mit der Hand durchs Haar zu fahren.
Sebsta: macht die Bewegung nach Was mich allerdings schon selber erstaunt ist, dass ich mittlerweile schon Songs geschrieben habe.
Lord: Ja, das war auch so ein Ding. Also die Songs auf dem Album sind nicht alle von mir. Ich hab mit Sen einen Song gemacht, mit Klaas einen Song gemacht, mit Sebi ein paar mehr. Da war ich selber ganz erstaunt, das war:
Sebsta: … vier…
Lord: ‚Och, ich hab da mal ne Idee, ich glaub die ist irgendwie doof, aber kannst ja mal hören'. Dann habe ich mir das angehört und das klang super und wir haben da Songs draus gebastelt. Ich glaube, so drei vier fünf Songs hab ich mit Sebi gemacht.
finnbands: Wie wichtig ist für euch, wie ihr auf der Bühne ausseht? deutet an, sich mit der Hand á la Steve Vai durch die Haare zu fahren
Sensai: Anika!
Any: Ja, es ist uns sicherlich sehr wichtig, wie wir optisch gesehen nach draußen hin wirken. Grade wenn ich von mir jetzt spreche, wandele ich mich doch sehr. Dann sind es nicht mehr die lockigen Haare, sondern die glatten Haare. Dann kommt der Lippenstift drauf und ein bisschen Farbe ins Gesicht. Oder auch nicht. Und dann geht's los.
Lord: Mir ist es sehr wichtig. Das klingt vielleicht komisch, aber diese Art von Musik ist ja auch eine gewisse Art Show. Ich möchte gerne, dass da auch ein gewisses Äußeres mit zusammen passt. Da möchte ich nicht mit Turnschuhen und TShirt auf die Bühne, sondern soll zur Musik passen. Insofern versuchen wir natürlich alle, besonders gut auszusehen und zur Musik passend. Klar. Es ist nicht so, dass wir uns dabei verstellen müssen, es ist eher so, dass man einen bestimmten Ansatz, den man sowieso schon in sich hat, sich darauf fokussieren und den nach außen hin extrahieren und dann funktioniert das.
finnbands: Ihr dürft jetzt das letzte Wort haben.
Lord: Ich hab Kopfschmerzen.
Sebsta: Ich freu mich und bin aufgeregt.
Sensai: Ich freu mich und bin nicht aufgeregt.
finnbands: Du bist nie aufgeregt.
Sensai: Nein, niemals!
Sebsta: Nie? Was ein langweiliges Leben.
Lord: Ihr dürft nachher nicht vergessen aufzunehmen, wenn Klaas sich auszieht!
Sensai: Das ist überhaupt nicht langweilig. Das ist voll produktiv. Man kann sich voll konzentrieren und muss nie irgendwie schiss haben.
Any: Ich kann nicht spielen, ohne dass ich aufgeregt bin, glaube ich.
Lord: Wieso, aufgeregt sein heißt ja nicht Schiss haben.
Sensai: Naja, ich freu mich, dass ich mich genauso fühle.
Lord: Sensai ist es einfach egal.
In diesem Sinne machen wir die Kamera aus!
Zum Abschluss sei gesagt: ich war auch aufgeregt bezüglich dieses Interviews. Sowas kenne ich von mir auch nicht!
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