Apocalyptica Pressekonferenz zu ‚7th Symphony' in Wacken
* Wie kam es dazu, dass ihr wieder mit so vielen Gastsängern zusammenarbeitet?Eicca: Das ist immer ein großer Punkt, wenn wir an einem Album oder an einzelnen Songs dafür arbeiten, dass wir bei einigen denken, da gehören Vocals rein. Manchmal denkt man das bei acht von zehn Songs, aber wir haben schlussendlich nicht mehr als Vier in das Album aufgenommen, da wir der Meinung sind, ein Apocalyptica Album basiert auf den instrumentalen Tracks. Es kommt auch immer darauf an mit wem wir zusammenarbeiten können.
* Wieso habt ihr Gavin Rossdale für erste Single Auskopplung ‚End Of Me' ausgesucht?
Mikko: Eigentlich wollten wir Kevin Gilberg, aber das funktionierte nicht richtig (lacht).
Eicca: Eigentlich hatten wir ein Remix für BUSH gemacht, 1998 oder 1999, zu ‚Letting The Cables Sleep' und daher waren wir sehr vertraut mit seiner Stimme. Als wir nun für ‚End Of Me ‚ über eine Stimme nachdachten, fragten wir uns gleichzeitig, mit wem wir denn gerne zusammenarbeiten würden und da kam uns Gavin wieder in den Sinn. Wir fragten uns, was er gerade so macht und woran er wohl arbeitet. Er war, wegen seiner Stimme schon auf unserer Wunschliste von Leuten, mit denen wir gerne zusammenarbeiten würden und es passte gut zum Song, also haben wir uns drum gekümmert und nun ist er auf dem Album. Unsere Wunschliste ist lang und es stehen sogar Gitarristen drauf.
* Warum gabt ihr der CD den Titel ‚7th Symphony'? Ich meine, es mag offensichtlich sein, aber gab es noch einen anderen Hintergrund?
Eicca: Was denkst du?
* Ich meine, wegen ihr. Also dem Cover.
Eicca: Äh, ja zum Cover gibt es eine coole Geschichte…
Perttu: Da waren erst Fische und die wollten Flügel - und deswegen heißt es ‚7th Symphony'.
* Äh... ja. Ihr habt in Wacken schon auf einer der Mainstages gespielt, dieses Mal seit ihr als Secret Gig aufgetreten, wie groß war der Unterscheid?Perttu: Also zuerst waren da Fische, die wollten Flügel, das war ihr tiefes Verlangen. Sie sind zum ‚Gate Of Manala' von Poseidon...
Eicca: Perttu, halt die Klappe.
Heute war gut, aber es war anders. Wir hatten eine andere Songauswahl, als hätten wir angekündigt auf einer der anderen Bühnen gespielt. Wir wussten nicht welche Leute kommen würden, weil nicht viele wissen konnten das wir spielen. Für uns war es erfrischend, etwas fernab der Tourroutine zu machen, wo du nicht weißt, was die Leute erwarten und die Leute auch nicht wissen, was sie erwartet. Es war cool wie die Leute nach ‚I Don't care' drauf waren. Wir freuen uns sehr wenn wir wieder in Wacken spielen können, weil das Publikum hier besonders ist.
* Eicca, wann ist dein Geburtstag?
Eicca: Heute. Ich habe die schlechte Angewohnheit meinen Geburtstag in Wacken zu feiern. Hmm, eigentlich eine gute Angewohnheit.
* Wir singen dann später. Wo wir gerade dabei sind: Ihr habt jetzt einen Live Sänger (Tipe Johnson Anm. d. Red.), der bereits mit euch auf Tour in den USA war und auch auf der kommenden Europatour dabei sein wird. Fühlt ihr euch mit ihm als Unterstützung wohler?
Eicca: Es ist ein großer Unterschied und wir freuen uns diese Songs mit Vocals zu präsentieren. Wie ‚I Don't Care', was passender ist mit einem Sänger. So kam auch die Idee als wir in den Staaten waren, wo es einen großen Radio Hype um den Song gab und wir das Gefühl hatten, es wäre merkwürdig ihn ‚nur' instrumental zu spielen, weil jeder die Radioversion kannte. Es war nicht mal seltsam als er dann mit auf der Bühne war, sondern es passte einfach und es gab der Show mehr Kraft. Es geht ja dabei nicht um Metallica Songs die wir spielen, wo die Leute sehr energisch mitsingen, sondern um welche die wir spielen und wo wir das Gefühl haben wir können das nicht richtig rüberbringen ohne Vocals.
* Nachdem ihr das Apocalyptica Fieber nun in der ganzen Welt versprüht habt, auch in die USA, wo ist der Unterschied zwischen Europa und den United States?
Mikko: Erst einmal ist da der Atlantik zwischen….(lacht)
Eicca: Und da gibt es einen Grund für. (lachen)
Nein, also in die USA zu gehen bedeutete für uns auch zurück zu unseren Wurzeln, wieder in kleinen Clubs zu spielen und die Leute zu begeistern. Wenn wir in Europa auf Tour sind, haben wir nicht den Druck, die Leute kennen Apocalyptica und wir versuchen sie einfach neu zu faszinieren. Sie wissen, was sie bei einer Show von uns erwartet. Es ist eine andere Herausforderung vor neuen Leuten zu spielen, die uns zum ersten Mal sehen. In Europa können wir alte Sachen spielen, die vielleicht noch keiner live hörte und die dadurch etwas besonderes sind, außerdem spielen wir auf größeren Bühnen, wo wir es uns leisten können unsere Aktionen mehr auszubauen als auf kleinen Bühnen mit wenig Dekoration.
* Was erwartet ihr von der kommenden Tour im Oktober?
Eicca: Wir wollen etwas machen, was die Leute zuvor nie gesehen haben. Also wenn die Leute glauben, sie hätten unsere Show schon gesehen, es wird diesmal einfach anders sein.
* Arbeitet ihr härter an eurer Performance oder für die musikalischen Ebene?
Eicca: Wir arbeiteten am Sound und an dem was wir zeigen. Der Sound wird diesmal komplett anders sein. Egal ob wir an einem Album oder einer live Performance arbeiten, versuchen wir uns selbst zu begeistern und so dann auch das Publikum.
* Hattet ihr je eine absolut schlechte Show?
Eicca: Glücklicherweise hatten wir nie eine Show die total schlecht war. Wenn wir merken, dass irgendwas nicht gut läuft versuchen wir umso mehr Energie und Spaß zu haben, aber es gab durchaus auch Shows die schwierig waren. Ich will jetzt keine Bestimmte nennen, aber wir hatten mal eine Show, bei der jeder von uns massive Probleme mit der Technik hatte. Das war ein echt harter Auftritt. Es war nicht schlecht, aber verdammt harte Arbeit. Es ist besser, wenn man die Musik genießen kann, Spaß auf der Bühne zu haben und auch mit dem Publikum, gerade wenn das auf die Show anschlägt. Es ist auch glücklicherweise so, dass es nur eine fiese Show unter zweihundert gibt.
* Mikko, auf dem neuem Album spielst du auf einem Song Kontrabass. Wie kam das?
Mikko: Ich spielen diesen Part in ‚Beautiful' - Perttu's Kreation - Die Idee dahinter war diesen intimen Augenblick einzufangen und da die anderen schon Cello spielten dachte ich, ich könnte den Bass Part übernehmen, da Bass spielen leicht ist. It's like f*** - you get drunken get your clothes off and play.
* Welchen Song spielt ihr am liebsten live?
Eicca: Sie sind alle sehr unterschiedlich, es kommt immer darauf an in welcher Stimmung man ist.
Perttu: Alle, sie werden live alle ziemlich stark sein und funktionieren…
Eicca: Manchmal sind die klassischen, akustischen Momente besonders gut und dann wieder die progressiveren…wir werden sehen.
* Eine Frage habe ich noch: Mikko, ich habe gehört du warst mal ein Pornostar in Finnland?Mikko: Ich? Nein, das war er (zeigt auf Eicca und lacht)
Eicca: Natürlich bin ich einer (lacht)
Perrtu: Er war jung und brauchte das Geld…
Eicca: Ja, ich war jung und brauchte Geld…
Perttu: Nun bist du einen deutscher Pornostar…
Eicca: Ich hab da nicht den Bart für (blickt zu Perttu)
Perttu: Hast du abrasiert, um nicht erkannt zu werden (lacht)
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