Interview mit Aeos
Eine Stunde lang beantworteten mir die fünf jungen Musiker meine Fragen, um mir im Anschluss im Proberaum noch eine Kostprobe ihres musikalischen Könnens darzubieten. Ich war absolut begeistert von dem harmonischen Zusammenspiel der Band. Die Arrangements sind wirklich sehr interessant, vor allem anders und haben ihre ganz eigene Perfektion. Jeder der Musiker passt perfekt in seine Rolle, das Talent an den eigenen Instrumenten ist sehr ausgereift und Aeos haben insgesamt sehr viel Potential die Welt mit ihrem außergewöhnlichen Sound zu erobern.
TrashAndRiot: Stellt euch bitte doch zuerst einmal unseren Lesern vor.
Justin: Ich bin der Justin Hombach, ich spiele Gitarre. Wir spielen seit 2008 zusammen, zuerst waren es Julian und ich die was zusammen gemacht haben. Gitarre spiele ich seit ich 14 bin.
Jacob: Ich heiße Jacob Ghasemian, ich bin der Sänger der Band. In die Band hat mich der Justin reingeholt. Und zwar kennen wir uns noch aus alten Schultagen und er dachte sich, ja den können wir in die Band holen. Ich hab mir das also mal angehört und war direkt dabei. Singen tue ich schon seit ich klein bin.
Julian: Ich bin Julian Styles, Bassist der Band und wie Justin schon sagte, mit ihm und mir hat das mit der Band 2008 angefangen.
Nico: Ich bin der Nico und spiele Keyboard.
Aeos: Wie alt bist du Nico?
Nico: 27
Aeos: „Gelächter“
Nico: Ok, das war gelogen, 21.
Aeos: Seit wann bist du dabei?
Nico: 2 Proben nachdem ihr das erste Mal gespielt habt , also auch 2008.
Malte: Ich bin der Malte, Schlagzeuger und bin Anfang November 2008 dazu gekommen. Außerdem kann ich sagen, dass wir bisher keine Besetzungswechsel hatten.
TrashAndRiot: Damit habt ihr mir direkt meine nächste Frage beantwortet, denn eventuelle Besetzungswechsel und deren Gründe interessieren mich immer. Keine Besetzungswechsel empfinde ich immer als ein gutes Zeichen.
Welchem Genre würdet ihr eure Musik zuordnen?
Justin: Also ich glaube wenn man das wirklich auf einen Punkt bringen sollte, dann ist Progressiv Metal die richtige Richtung. Das sind so die Einflüsse die uns zusammengebracht haben. Mittlerweile kann man den Begriff schwer eingrenzen. Wir versuchen uns zumindest stilistisch nicht eingrenzen zu lassen. Wir machen mal nen jazzigen Part, was funkiges und dann wieder sehr „Auf die Fresse gehaue“, dann wieder sehr episch, irgendwie ist alles drin. Worauf wir Wert legen ist schon eine gewisse Komplexität in den Stücken und auch technisch ist das ein gewisser Anspruch der da ist. Das ist glaube ich das was uns kennzeichnet.
Malte: Der Überraschungsmoment zählt halt auch. Auf einmal ist es total episch und dann brechen wir zusammen und es kommt direkt ein Latin Part und die Leute denken so „Huch“? Das ist damit man interessiert an der Musik bleibt. Wir benutzen das stilistisch auch um auch Aufmerksamkeit zu erwecken.
TrashAndRiot: Ich finde das habt ihr sehr gut ausgedrückt.
Malte: Wir scheuen uns echt nicht vor gewissen Sachen. Ab und an machen wir auch mal Pop Musik oder einfach Funk, gar kein Problem.
Jacob: Wir lassen uns einfach nicht einschränken. Wir sind eigentlich für alle Stile offen.
Julian: Das ist auch irgendwie das nette am Prog Metal, da man sich da ja nicht auf eine Schiene festfährt und sagt: “Ok wir machen jetzt Death Metal oder Black Metal oder wir machen jetzt nur Popmusik“. Alles in allem ist das echt schwer zu beschreiben. Ich glaube wir hatten da mal so ein Motto: „Von allem etwas aber von nichts zu viel“.
Malte: Wir mischen nicht nur die Stile nacheinander, sondern auch untereinander. Wir haben dann auch ab und an Geballer und jemand spielt einen Technopart darunter oder so Sachen.
TrashAndRiot: Wer ist bei euch hauptsächlich für das Songwriting zuständig und wie entwickelt ihr gemeinsam neue Songs?
Aeos: Chaos
Julian: Also eigentlich sind alle immer irgendwie am Songwriting beteiligt. Natürlich hat der ein oder andere zu einem Song mehr beigetragen und ist dann auch irgendwie sein „Baby“, aber eigentlich sind immer alle beteiligt. Sei es, das einer zu Hause was schreibt und dann sagt: „Hier Leute schaut euch das mal an, kann man das so nehmen“? Oder halt wir einfach in irgendwelchen Jam Sessions darauf kommen. Ich glaube so ein festes Rezept wenn wir einen neuen Song machen haben wir einfach gar nicht.
Justin: Das führt allerdings auch dazu, das die Phase eines Songwritings, manchmal länger dauert, weil wir halt nicht einen haben der alles schreibt, so quasi vorlegt und wir tun dann unseren Senf dazu. Sondern wir machen Part für Part den wir auschecken oder wir haben eben hier eine Jam Session miteinander.
Textlich gesehen ist es aber schon immer auf eine Person bezogen. Also entweder ist das Konzept zuerst da und man überlegt sich wie kann man das jetzt musikalisch umsetzen, oder hat halt zuerst die Musik geschrieben und denkt sich welches Konzept könnte jetzt dazu passen, welcher Text könnte gut dazu passen. Da ist dann wirklich eine Person die das schreibt. Das musikalische machen wir aber schon so weit zusammen.
Nico: Das Songwriting ist auch immer irgendwie im Entstehen. Wir sagen zum Beispiel nicht, wir basteln jetzt erst ein Intro und dann kommt die Strophe. Wir schauen das sich das irgendwie zusammenfügt. Sozusagen ein fließender Prozess.
TrashAndRiot: Welche Bands haben euch dazu inspiriert die Musik zu machen die ihr macht?
Justin: Also mein Haupteinfluss warum ich diese Art von Musik mache und generell gerade diesen Stil habe, ist in erster Linie die Band Dream Theater. Das ist mein Haupteinfluss im Prog Bereich. Sonst großer Einfluss ist sehr viel aus dem Jazz Bereich und eine Inspiration auch gerade mein Lehrer Tom Gäbel aus Offenbach, der mir sehr viel beibringt was ich hier mit runter bringen kann.
Jacob: Bei mir sind es auch Dream Theater, die mich dazu bringen diese Musik zu machen und auch Queen mit Freddy Mercury. Die waren für deren Zeit und vor allem auch für deren Genre sehr Progressiv. Wenn man sich zum Beispiel Bohemian Rhapsody anhört, sind da auch von Anfang bis Ende verschiedenste Stile miteinander vermixt und Pop würde ich auch auf jeden Fall sagen. Lady Gaga oder Britney Spears oder Seal. Fakt ist was mir gefällt, das gefällt mir und dann ist es mir auch egal aus welchem Bereich das kommt.
TrashAndRiot: Selbst ein paar von den ganz großen haben zugegeben, dass sie auch auf solche Musik stehen.
Justin: Das kann man so im groben aber von uns allen sagen, das egal welche Musikrichtung es ist und es uns gefällt, gefällt es uns halt. Wir haben euch keine Scheu sowas zu hören.
Julian: Ich glaube mein größter Einfluss war vor allem mein Bruder, weil seine Stereoanlage damals lauter ging als meine und ich gezwungen war seine Musik zu hören. Ja und so an Bands ist es die Bank durch: Dream Theater, Pain of Salvation, Opeth, Porcupine Tree und daneben noch diverse einzelne Bassisten: Victor Wooten, Billy Sheehan, Markus Müller, so die Ecke ist das eigentlich.
Nico: Ja, ich glaube ich übernehme das mal. Dream Theater, Porcupine Tree, Riverside möchte ich noch hinzufügen die sind ziemlich gut und Nintendo Musik.
Malte: Ich glaube der schwerwiegendste Einfluss von allem.
Nico: Mario und Tetris, ganz groß!
Malte: Also ich bewege mich auch eher genrefrei, aber ich wurde eher von moderneren Metal Sachen geprägt, Lamb of God, In Flames zum Teil auch noch mehr in die Metal Core Richtung rein, Heaven Shall Burn, Bring me the Horizon und so Sachen. Und dann noch die Popschiene: Coldplay und das ganze Zeug.
TrashAndRiot: Wusstet ihr als Kinder schon, dass ihr mal Musiker werden wollt?
Justin: Ja, eigentlich schon. Ich war schon immer von Musik umgeben. Mein Vater hat früher viel Musik gemacht, genauso wie meine Mutter und ich kann mich noch erinnern wie ich damals als 6jähriger kleiner Junge mit meinem damals besten Freund bei ihm zu Hause die Beatles gehört habe und wir das dann versucht haben nachzuspielen und so getan haben als würden wir auf einer großen Bühne stehen. Wir haben voll die Party gerockt bei ihm im Kinderzimmer.
Ich bin früher schon darauf abgegangen weil meine Eltern das auch viel gehört haben. Ich habe auch versucht Klavier zu spielen, das fand ich aber nicht mehr so bombig, ich glaube das lag im speziellen an der Klavierlehrerin. Nachdem ich die Gitarre in der Hand hatte war die Sache aber für mich klar und ich wollte nichts anderes mehr machen und mache ja auch im Moment nichts anderes mehr.
Jacob: Ja, ich fand’s immer cool aufzutreten. Ich bin auch ganz früher mal im Kinderchor gewesen, dann im Schultheater auch mit Musicaleinlagen, das hat mir immer Spaß gemacht. Mir hat es auch immer so Spaß gemacht daheim ein bisschen Theater zu spielen. Ich wäre auch immer gerne ein großer Gitarrist gewesen, vor allem weil mir so Gitarren Solis von Joe Satriani gefallen haben, aber irgendwie kam ich nie dazu Gitarre zu lernen. Jetzt habe ich damit angefangen und vielleicht werde ich doch noch irgendwann ein ganz Großer.
Julian: Für mich stand das auch schon ziemlich früh fest. Fing halt an mit musikalischer Früherziehung und Blockflöten Unterricht. Und die Begeisterung auf der Bühne zu stehen und irgendwas zu machen war halt schon immer da. Ich bin auch mal im Kinderchor gewesen und so ähnliches. Und mit 13 fing das Bassspielen an und von da ab war’s für mich entschieden.
Nico: Ich habe das vor 3 Jahren spontan entschieden. Ja das stimmt, ich hatte schon als Kind ziemlich früh Klavierunterricht und dann hab ich aufgehört, weil es keinen Spaß gemacht hat. Und als ich aufgehört habe, hat es auf einmal Spaß gemacht und jetzt bin ich ganz froh, dass ich die Band gefunden habe.
Der Rest der Band: Awwwwwww
Nico: Ich hab euch alle lieb!
Malte: Ich war grandioser Fußballstar und ich wollte auch immer Fußballer werden. Und wenn man sich sämtliche Freundschaftsbücher von früher anschaut, da stand bei mir immer Fußballstar oder König. Als ich 12 war haben sich die Wege so getrennt, weil ich auf Wettbewerben im Schlagzeug spielen auch sehr erfolgreich war. Außerdem habe ich rausgefunden das ich mit Gigs viel mehr Mädchen kennen lerne als mit Fußballspielen. Mit 12/13 dachte ich dann wirklich ich werde Schlagzeuger.
TrashAndRiot: Wer waren eure Helden der Kindheit?
Julian: Songoku
„Alle stimmen dem zu“
Justin: Also ich war damals total in Mac Gyver verknallt. Mac Gyver war der Burner.
Jacob: Ich hab Mac Gyver als Kind noch in Polen geschaut und da hat er Englisch gesprochen und vorne hat so ein Sprecher gestanden und das synchronisiert. Dann habe ich hier in Deutschland Mac Gyver gesehen, da war ich noch klein und da gibt’s natürlich die deutsche Synchronisation und ich dachte so: „Hö? Mac Gyver spricht deutsch“?
„Alle Lachen“
Jacob: Das hab ich damals noch nicht so gecheckt, dass hier in Deutschland alles mit Synchronisation ist.
Justin: Ansonsten so die klassischen Superhelden aus der Kindheit, wie Julian schon gesagt hat Songoku, Mac Gyver oder Marble DC. Jetzt aus der Realität wirkliche Leute, ist es sehr stark die Familie die mich geprägt hat, vor allem mein Vater und mein Bruder.
Nico: Ganz klar Donky Kong.
Justin: Vor allem real und aus der Familie und so.
Jacob: Ja bei mir auf jeden Fall auch Songoku. Die Turtles fand ich auch cool und Power Rangers. Das Power Rangers Theme spielen wir auch gern als Zugabe. Ich wollte immer ein Power Ranger sein.
Julian: Ja Comichelden, Fernsehstars und Bruder, Familie. Joa auf einen Punkt kann ich das gar nicht bringen, zu sagen das ist jetzt mein großes Vorbild gewesen.
Nico: Donky Kong!
Jacob: Sonst noch was?
Nico: Joa Einstein fand ich noch ziemlich cool.
Malte: Ja generell war ich früher ganz großer und weltweit erfolgreicher Fußballer. Deswegen war Luis Figo mein Vorbild, vor allem als ich ihn mal im Restaurant seines Bruders in Portugal getroffen hab, da war die Welt für mich verloren, das war so mein Idol weil er halt auch super gut aussieht.
„Alle lachen“
Jacob: Was ist passiert in dem Restaurant?
Malte: Ich habe ein Autogramm und ein Trikot geschenkt bekommen. Das hat mich sehr gefreut und den habe ich immer vergöttert und nachgeeifert. Und wo wir gerade von Neologismus sprechen, Goethe find ich ziemlich krass.
Julian: Ja, Malte hat mit 4 Jahren schon Goethe gelesen.
Malte: Ich konnte den Erlkönig in der dritten Klasse schon auswendig.
„Erstauntes Pfeifen“
Nico: Wenn man sich mal so umschaut, ist Kindheit auch eigentlich jetzt noch.
Malte: Ja bei mir war’s mehr so aus dem Sport. Ich habe immer Bravo Sport gelesen. Ronaldinho war auch super.
TrashAndRiot: Seit wann spielt ihr euer Instrument?
Justin: Seit ich 13 bin, also seit ca. 7 Jahren.
Jacob: Ich hab eigentlich schon immer gesungen.
Julian: Bass spiele ich auch schon so 7-8 Jahre.
Nico: Ich muss nachrechnen, das ist ärgerlich. Ich mach’s mir einfach, seit ich 5 bin aber danach mit einer langen Pause.
Malte: Ich hab ja mit Gitarre als erstes angefangen, was ich auch so mit 12 gekippt habe. Das heißt ich spiele seit 14 Jahren Gitarre und ich spiele Schlagzeug 2 Jahre weniger, das heißt seit 12 Jahren.
TrashAndRiot: Ich habe gehört ihr wart inzwischen schon bei einigen Band Contests erfolgreich. Bitte erzählt doch etwas darüber.
Julian: Als erstes wäre zu erwähnen das Emergenza Event. Das war in Mainz eine relativ lustige Geschichte. Der Gig im Rahmen des Emergenza an dem Abend war scheiße, unserer Meinung nach. Sehr nett war aber der Gig, den wir vor der Konzerthalle angeboten bekommen haben, das wir doch in der Kneipe darunter spielen können, weil denen eine Band flöten gegangen ist und dann dachten wir uns nach dem Gig oben, ach scheiß drauf, wir gehen da jetzt runter und reißen die Bude ab. Das haben wir dann auch getan. Bis auf einmal meine Freundin kam und rief: “Kommt mal schnell hoch ihr seid Dritter geworden, ihr seid weiter“. Und dann durften wir in der Batschkapp in Frankfurt spielen und sind Vorletzter geworden. Aber das war uns eigentlich egal. Hauptsache mal in der Batschkapp auf der Bühne gestanden.
Und dann haben wir noch auf dem Bouffier Band Contest in Naurod teilgenommen und man kann dazu sagen, dass zumindest ein Fünftel von uns gewonnen hat.
Justin: Ich habe sogar ganz gewonnen.
Julian: Ja, da sind wir Zweiter geworden, nach einer extrem coolen Show, welches zumindest meiner Meinung nach auch der beste Gig von uns war. Vor allem Lichttechnisch, Soundtechnisch und die Performance auf der Bühne. Es war einfach grandios. Stilistisch sind wir da komplett raus geplatzt.
Malte: Chris und Taylor hat das Ding gewonnen, auch vollkommen ok. Der macht halt Pop Musik und hatte 500 Fans da.
Julian: Ich sag es mal so, die schreienden Mädchen waren lauter als wir, als wir dann gespielt haben.
Malte: Das war echt cool Zweiter zu werden und das nicht mal so unknapp.
Julian: Bisher haben wir nur diese beiden Bandcontests hinter uns.
TrashAndRiot: Wie viele Konzerte habt ihr bisher gespielt und welches davon war euer bisher bestes?
Julian: Also das Beste war im Budokan, in Japan.
„Alle lachen“
Julian: Das Essen war scheiße!
Justin: Wo haben wir denn überall gespielt? Batschkapp und in Naurod, fand ich waren die besten. Gerade letztes Jahr muss ich sagen, gerade für die Stilistik die wir machen, relativ viele. Davor das Jahr hatten wir nur 2 oder 3 Auftritte. Ansonsten haben wir halt auf einigen Geburtstagen gespielt von dem Austauschschüler von Julian haben wir damals auf dem Geburtstag gespielt, auf dem Geburtstag von Julians Vater…
TrashAndRoit: Bei Rock im Park (Bad Schwalbach) habt ihr doch bisher jedes Jahr gespielt oder?
Julian: Als es das letzte Mal stattgefunden hat, haben wir da gespielt.
Malte: Wo mich das Publikum am positivsten überrascht hat, war jetzt in Klarenthal, denn da waren echt viele die uns nicht gekannt haben und spontan drauf abgegangen sind.
Justin: Oh Gott, diese komische Frau, das war echt nicht ästhetisch.
Julian: Also eigentlich haben wir immer so unsere 20-30 eingefleischten Fans die mitkommen und dann Party machen. Und da waren auf einmal 80 und die haben das alle ein bisschen gefeiert und das fanden wir ganz gut.
Justin: Ja ich fand das auch sehr cool.
Julian: Ich würde sagen, dass war von der Publikumsreaktion bisher der beste Gig, aber der beste Gig vom Spielen her würde ich auch Naurod und Batschkapp sagen.
Nico: In der Batschkapp war der Sound auf der Bühne geil.
Julian: Es waren jetzt insgesamt 10-15 Gigs.
TrashAndRiot: Welches Ziel verfolgt ihr mit Aeos? Wo wollt ihr hin? Was wäre euer Traum?
Malte: Wir hatten Maiden ja schon als Vorband.
„Kichern“
Julian: Ich glaube der Traum von jedem ist irgendwann mal mit der Gruppe Musik zu machen, um das mal so pauschal zu sagen.
Nico: Wir machen doch Musik ?!
Julian: Ja aber ich meine um davon leben zu können. Oder generell davon leben zu können.
Justin: Ich würde sagen so mit der Gruppe wollen wir schon in die Prog Szene. Als einzelne Personen würde ich sagen, wenn ich künstlerisch aktiv bin, dann geht das bei mir schon mehr in die Fear as Fusion Szene, in die Gitarristen Szene und so weiter. Da macht man auch ständig bei irgendwelchen Contests mit, das ist beim Malte genau das Gleiche, nur bei ihm als Schlagzeuger. Aber ich glaube, ein großer Traum von uns allen ist es die Musik Leuten, die jetzt kein Instrument spielen, näher zu bringen. Es ist eher Musik für Leute die ein Instrument spielen und es auch zu zeigen, dass es komplexere Musik ist, durch die man sich erst mal durchhören muss um sie zu verstehen, es aber Musik ist, die auch jeden ansprechen kann irgendwie.
Ich finde in unserem Freundeskreis ist es so, dass Leute ankommen, die wirklich nichts mit Musik machen am Hut haben und uns sagen, dass sie die und die Songs geil finden, obwohl das 16 Minuten Blaster sind.
Julian: Das kommt aber nicht nur aus dem Freundeskreis. Es kommen auch Leute nach einem Gig auf einen zu, die man wirklich noch nie gesehen hat und die einem dann sagen: “Coole Leistung, Hut ab, technisch irgendwo ganz weit da oben“.
Justin: Ja das ist schon ein ganz tolles Gefühl.
Malte: Es ist halt auf der einen Seite die Sache, das man es als Beruf ausüben könnte und andererseits als Vorbildfunktion, das man es zu etwas bringt und den Horizont erweitert.
TrashAndRiot: Für welche Band wärt ihr gerne mal der Support Act?
Jacob: Dream Theatre und Lady Gaga.
Julian: Können wir jetzt nur eine nennen oder können wir eine ausgedruckte Liste abgeben?
Malte: Das Problem ist ja, das Progressive Metal Bands als Vorband nur bei Progressive Metal Bands agieren können. Wenn du aber selbst in einer Progressive Metal Band bist, kannst du alles als Vorband haben. Du kannst auch eine Popnummer als Vorband haben, wenn du auch irgendwie die Pop Sparte bedienst. Deswegen müssen wir, wenn wir sagen wir wollen jemanden supporten, eine Progressive Metal Band suchen. Dann halt die üblichen Vertreter: Symphony X, Moonshade, Bad Salad. Aber ansonsten Pink Floyd, wenn die irgendwann noch mal rauskommen oder so eine ganz große Nummer wie Led Zeppelin wäre Killer.
Justin: Also ich würde sagen, es sind genügend da mit denen man was machen kann. Die Szene ist da, sie ist momentan nur einfach noch sehr Underground.
Julian: „True Underground Progressive Metal“
Justin: Ich sage mal, hier in Deutschland ist die Prog Szene echt nicht so groß. Wir haben nicht so viele Prog Bands, die vor allem nicht besonders cool sind. Wo zum Beispiel viel Prog Metal ist, ist Brasilien, die haben da viel am Start, in Holland auch. Da gibt’s einen Kerl Arjen Lucassen, der mit seinen Progressive Scheiben schon Platz 1 der Charts in Holland belegt hat.
TrashAndRiot: Ja, der macht aber auch wirklich alles. Mit allem und jedem.
Julian: Genau.
Justin: Mir persönlich wär am liebsten eine Band die noch nicht so groß ist, weil man sich mit denen sicher gut anfreunden kann und es dann etwas familiärer ist.
Malte: Was ich zum Beispiel noch lustig fände, sind so Sachen die jetzt nicht unbedingt progressiv sind, sondern etwas, das man schlecht einordnen kann. Zum Beispiel „Die Apokalyptischen Reiter“ und so nen Kram. Nee ernsthaft, das fänd ich schon interessant wie man dann als Prog Band aufgenommen wird. Wenn die Leute sagen: „Ja gut, wir kaufen uns jetzt eine Reiterkarte für 20 Euro und wir wollen die Reiter sehen und dann spielt da jetzt erst mal so eine Scheißband“. Und das würde mich dann interessieren ob wir das schaffen, die von der Einstellung so wegzukriegen.
Nico: Dann musst du was machen, was richtig Krach macht. Einfach weil der Kontrast dann geil ist.
TrashAndRiot: Ich denke da kann man sich als Band auch ein bisschen drauf einstellen.
Malte: So Experimente fände ich auch einfach mal ganz nett.
Julian: Ja Experimente fände ich auch super.
TrashAndRiot: Welcher Aeos Song ist euer Favorit? Welcher denkt ihr wird vom Publikum favorisiert?
Malte: Vom Publikum favorisiert könnte man eigentlich „Dead Man“ sagen.
Julian: „Memories of a Dead Man when the Thunder caught you”.
Justin: Bei mir persönlich ware das, Application for Life.
Aeos: Application “to” Life!
Justin: Aaaah ups, “Application to Life”. Ja was kann man zu diesem Song sagen? Also für mich eher untypischerweise, ist das mein Lieblingssong weil ich gitarrenmäßig da einfach nicht so viel zu tun habe und ich jemand bin, der dieses Blast Beat Geschreddere liebt. Dort sind die Emotionen einfach sehr hoch und ich liebe es einfach zu diesem Song abzugehen. In diesem Song steckt einfach Power und da fühl ich mich einfach sehr wohl dabei wenn ich das spiele.
Jacob: Ja bei mir ist es auch Application to Life. Vor allem auch, weil der Song, wie der Justin schon sagte, sehr viel Dynamik hat. Es wird sehr viel Spannung aufgebaut. Ich mag meine Gesangsparts auch gern und ich habe echt Spaß diese zu singen. Und vom Publikum würde ich auch sagen das „Dead Man“ am besten ankommt.
Justin: Das ist auch unser ältester und bekanntester Song.
Julian: Mein persönlicher Lieblingssong, auch wenn wir ihn viel zu selten spielen, ist „ Release the Faith“. Das liegt halt daran, dass der Song einen krass persönlichen Bezug hat und der Song über eine schwere Zeit hinweggeholfen hat und das auch widerspiegelt. Das fängt halt ziemlich apokalyptisch an, mit Kirchenorgeln und das ganze endet dann in Funk. Ich finde den Song wegen dem persönlichen Hintergrund cool und weil er sehr facettenreich ist.
Justin: Technisch ist es der schwierigste.
Nico: Application auf jeden Fall, einfach weil es Popmusik ist, klingt einfach schön und geht leicht von der Hand.
Malte: Momentan auf jeden Fall auch Application, weil es auch am ehesten zu der Musik, passt die ich momentan viel höre und ich weiß ja auch in welche Richtung unsere neuen Sachen gehen werden. Da werden auch ein paar interessante Sachen dabei sein. Vor allem die Ballade. Wir haben noch keine einzige Ballade geschrieben, das ist eigentlich immer so das, was ich bei einer Band toll finde, eine schöne Ballade.
Justin: Naja das Intro ist ja eine Ballade.
Malte: Alles was in die kommerziellere Ecke geht finde ich gut.
TrashAndRiot: Bitte erzählt mir doch etwas über eure bereits veröffentlichte Demo CD Namens Aeos.
Malte: 2008 hab ich angefangen bei Frederik Ehmke, dem Blind Guardian Drummer, Unterricht zu nehmen und wir hatten auch genug Musik geschrieben für eine Demo. Dann wollten wir es aufnehmen und haben es in Eigenregie probiert, bei Justin zu Hause und das ist irgendwie so maßlos gescheitert.
Justin: Es hat aber trotzdem irgendwie Spaß gemacht.
Malte: Ja, es war schon eine gute Erfahrung, aber man hat einfach gemerkt, für so ein Album ist das einfach gar nichts. Dann habe ich den Frederik angefragt und er sagte „Kein Problem“, der hat sowas noch nie gemacht bei ihm zu Hause in dem Studio was er sich gerade frisch gebaut hat. Wir sind dann zu ihm für eine Woche in den Keller und haben praktisch als Versuchskaninchen aufgenommen und haben eben in einer Woche, was man dem Album auch anhört, aufgenommen. Es war im Winter und sehr kalt und die Heizung ist ausgefallen, zwischendrin war der Rechner kaputt und so war das alles sehr chaotisch weil es für jeden von uns das erste Mal war. Wir haben es aber geschafft, es in einer Woche zusammen zu basteln und im Sommer ist es dann auch rausgekommen.
Justin: Es hat halt sehr lange gedauert mit dem Rausbringen, weil das mit dem CD Druck sehr anstrengend war. Vor allem mit dem Cover machen. Da haben wir Nächte lang dran gesessen. Die Bilder hatten wir aber damals im Winter schon gemacht.
Malte: Sehr cooles Artwork.
Justin: Es hat dann einfach nicht hingehauen. Bis wir dann gesagt haben, ja ok das macht jetzt eine Firma, haben 50 Euro gezahlt und im Sommer ist es dann rausgekommen.
Julian: Und dann haben wir Party gefeiert und erst mal 10 von den CDs durchgehört um zu gucken ob alles ok ist. Ich war so Stolz sie endlich in der Hand zu halten.
Justin: Es ist schon ein echt tolles Gefühl die eigene Musik auf einem Album zu hören. Ok, natürlich ist man erst mal nervös bis die ersten Kritiken kommen und man weiß was man danach verbessern kann. Aber der erste Moment ist erst mal sehr Nice.
Malte: Man hat halt was greifbares, was die Band auch irgendwie zusammengeschwissen ähm zusammengeschweißt hat.
Julian: …zusammengeschissen hat.
Malte: …zusammengeschwitzt hat, weil davor war das so eine Sache, wir waren einfach irgendwie ein Projekt. Wir haben uns getroffen um Spaß zu haben und lustig zu sein und irgendwann war es auch was festes, zu der Zeit in der wir hier in den Proberaum umgezogen sind. Ich denke das hat uns als Band geholfen was Sache ist und worum es uns geht und zusammen zu wachsen vor allen Dingen.
Justin: Die Studiozeit allein schon. Man hockt dann irgendwie eine Woche zusammen. Ok ich war auch mal mit dem Malte alleine oder so. Aber man hockt wirklich so und so viel Stunden aufeinander und der erste Moment wo man sich anfängt anzukacken, der gehört dann auch irgendwie dazu.
Julian: Was ja kein Wunder ist wenn man eine Woche lang, 12 Stunden am Tag in einem Keller aufeinander hockt und irgendwann mit Tellern abgeworfen wird und einen bestimmten Teil von einem Song schon 500 mal gespielt hat und es will einfach nicht funktionieren. Da ist man selber so geladen. Sowas bringt einen einfach näher zusammen. Vor allem bei der Musik die wir machen, braucht das auch so schon ewig bis die Band sich aufeinander eingespielt hat. Dazu hat das Album auf jeden Fall beigetragen und wir wurden auch großartig unterstützt von Frederik.
Justin: Ja, er hat schon ziemlich viel Zeit da rein investiert, das muss man ihm lassen, das war sehr cool.
Julian: Also Frederik wenn du das liest, Hut ab.
TrashAndRiot: Wie hat sich das gute Teil denn bisher so verkauft?
Malte: Wir haben sie verkauft für 5 Euro, bzw. verkaufen sie immer noch für 5 Euro, wir sind jetzt denke ich mal die Hälfte los, haben 500 gedruckt, ja.
TrashAndRiot: Jetzt arbeitet ihr gerade am nächsten Album, bitte erzählt doch auch etwas darüber.
Julian: Es wird ein Full Length Album mit ca. 9 Titeln. Es ist auf jeden Fall deutlich mehr als das Demo hatte. Worauf ich mich sehr freue ist der Instrumental Song der darauf ist, der ist 13-14 Minuten lang. Der Song spiegelt glaube ich am besten wieder, wie viele Facetten wir eigentlich haben. Ansonsten sind wir jetzt noch dran, aber wir wollen uns da nicht stressen.
Malte: Es wird generell von der Grundstimmung fröhlicher und optimistischer als das erste Zeug, auch weil deutlich mehr Pop Anteile drinnen sind, weil wir nicht mehr ganz so verklemmt auf unseren Instrumenten rumhacken. Die Kontraste sind halt viel stärker gesetzt. Und wir haben dann wie gesagt auch Balladen drauf und vielleicht auch ein Outro.
Justin: Der Opener wird so ein epischer Power Metal Song. Von der Musik wird es ziemlich viel Gebrettere und ich bin auch sehr gespannt. Wir sind gerade wieder einen Song am schreiben, der für Julian wieder etwas persönliches wird. Es wird auf jeden Fall eine lustige Geschichte werden. Es wird eine sehr persönliche Platte für uns alle. Ich glaube was uns auch sehr geholfen hat war die Kritik von der Demo, die teilweise etwas harsch rüber kam. Klar, Kritik darf man halt auch nicht so nah an sich ranlassen, aber es ist etwas woran man merkt, was man noch verbessern kann. Gerade das Songwriting hat sich sehr entwickelt bei uns. Wir sind auch eine Band, wo noch viel Entwicklung drinsteckt, ich glaube nicht das wir von jetzt an sagen können: “Ok, das ist jetzt unser Stil, wir wissen wo wir sind“. Wir werden uns auch sicher noch einige Jahre entwickeln.
Julian: Das Potential ist noch nicht ausgeschöpft. Ich denke man hört raus, dass wir sehr zusammengewachsen sind. Bei vielen Teilen auf dem Sample hat man gemerkt, dass Justin und Malte ein Riff geschrieben haben, das die beiden wirklich perfekt zusammengearbeitet haben. Oder dann Nico am Keyboard und ich am Bass. Das wurde halt alles irgendwie Drumherum geschachtelt und das ist jetzt bei den neuen Sachen nicht mehr so, weil jeder seine feste Rolle hat. Jeder weiß was der andere macht und weiß was cool ist und was uncool ist. Das neue Material klingt deutlich reifer.
TrashAndRiot: Wie weit seid ihr denn bisher gekommen?
Julian: An Musik müssen noch zwei Songs fertig geschrieben werden.
Julian: Application to Life ist fertig, der Opener ist fertig, der Instrumental Part ist so gut wie fertig, da müssen wir noch ein paar Kleinigkeiten dran machen, noch ein anderer Song ist fertig. Joa, es ist schon einiges fertig, manches haben wir auch schon Live gespielt.
TrashAndRiot: Habt ihr schon einen Namen für die Scheibe überlegt?
Justin: Wir sind momentan noch am diskutieren, haben ein paar Vorschläge, die nennen wir aber jetzt nicht.
Malte: Das Problem was ich halt habe ist, das 80% der Texte von mir stammen und das ich da so ein persönliches Konzept habe, was gar nicht so durchsichtig sein muss, aber in meinem Kopf existiert.
Justin: Wir müssen das einfach noch ein bisschen ausdiskutieren. Jeder von uns wird sich da noch mal ein bisschen Gedanken drüber machen.
Julian: Es sind auf jeden Fall Ideen da.
Justin: Wir können auch wieder Nicos Vorschlag nehmen. Nico hatte zum ersten Album eine Super Idee. Wir bringen einfach dieses Album raus, mit einer Hülle, einem weißen Blatt und einem Kugelschreiber und jeder kann sich seinen Albumtitel selber designen, das Cover Art selber machen, so wie er gerade Lust und Laune hat.
Malte: Gut, dass Sigur Ros das noch nicht gemacht haben, aber das ist eine andere Geschichte.
TrashAndRiot: Stellt euch vor, das Ende der Welt wäre gekommen und ihr dürftet ein Abschiedskonzert spielen, wo würde es stattfinden?
Julian: Dark Side of the Moon.
TrashAndRiot: Es sollte schon hier auf der Erde stattfinden.
Julian: Was ich super episch fände, wäre irgendwie jeden auf so einer alten Maya Pyramide zu platzieren.
Jacob: Mount Everest?
Nico: Wenn es eh Live übertragen wird, dann können wir auch im Proberaum spielen.
„Alle lachen“
Julian: Ich glaube zu einem sinnvollen Ergebnis kommen wir hier nicht.
Malte: Was ich auch cool fände, wäre irgendwo in Island unter einem gerade ausbrechenden Vulkan. Und alle denken es ist Rammstein und am Ende ist es doch nur Aeos. Dann bräuchten wir zumindest keine Pyros mehr.
TrashAndRiot: Jetzt dürft ihr gerne noch etwas los werden, was euch am Herzen liegt und ihr den Lesern da draußen mitteilen wollt.
Justin: Ach du meine Güte, sowas ist schwieriger als gedacht. Möge der Shred mit euch sein.
Julian: Bassisten haben den längsten und kommen am tiefsten.
Nico: Ich lache ihn aus, das muss reichen.
Malte: Stark bleiben, Ohren steif halten.
Jacob: Kauft unsere CD.
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