Vengince - A Turn For The Worst
01. Failure To Flee02. Greet Them And Weep
03. Only Depression Remains
04. Incrumbent
05. No Safe Passage
06. Changing Of The Guard
07. A Turn For The Worst
08. Ball Out
09. Serrated
10. Forced To Remember
Als Support von unter anderem Pro-Pain verirrten sich Vengince bereits nach Deutschland und sind so vielleicht dem einen oder anderem im Gedächtnis geblieben. Falls nicht, hier erst einmal die Fakten: Mittlerweile sechs Herren aus Kalifornien machen Musik; wenn man genau sein möchte: Eine Komposition aus Hardcore, Thrash und Metal. Zwei Alben haben sie schon auf dem Buckel und seit letztem Jahr gibt es Scheibe Nummer drei, welche im Rahmen der letzten Europatour von DevilDriver auch schon auf Reise durch Deutschland durfte. Dieses Werk schmückt der Name ‚A Turn For The Worst'.
Also sprechen wir darüber: Das Erste was einem widerfährt wenn man die CD einlegt ist, dass man unwiderruflich wach ist. Vengince schlagen mit Song Nummer eins ‚Failure To Flee' erst einmal alles Erdenkliche kurz und klein - egal ob Drums oder Gitarren, alles wird unter den brüllenden Shouts von Sänger Relentless zersägt. Vocals gibt es aber nicht nur in brüllender Form für das Ohr sondern auch Clear, aber nicht weniger aufwühlend.
So geht es auch gleich weiter, mit heftigen Riffs seitens der Gitarre von Dank, mit geschickten Breaks und Wendungen. Auch wenn es sich hier noch nicht unbedingt erahnen lässt, in der Bandkonstellation hat sich irgendwie ein Keyboard verfangen. Nun könnte man meinen, das hätte sich verirrt, hat es sich wahrscheinlich auch, allerdings muss es sich ziemlich gut eingelebt haben. Denn wenngleich irgendwie abwegig, bereichert das Ding den Sound der Kalifornier merklich, so zum Beispiel in ‚No Safe Passage' oder in Reinform bei ‚Only Deressions Remains'. Trotz der straighten Gitarren, Flatlines donnernden Drums und den schreienden Vocals gibt es eine von Father an den Keys stammende Melodie im Hintergrund und das passt auch noch hervorragend zusammen -weg mit den Klischees.
Die werten Namen oder Nicknamen der Musiker sind im Übrigem nicht von mir ausgedacht, sondern genau so im Booklet verewigt. Ist aber auch nicht so wichtig, zurück zu den Tönen.
‚Changing Of The Guard' mit Gast Lord Nelson von Stuck Mojo, der seinen Teil in rappender Form einbringt. Das ist noch einmal ein anderer Aspekt. Ziemlich gut gemacht und trotzdem nicht meins.
Stellenweise kommen die Songs etwas zu gestreckt daher und man befürchtet, die Sechs könnten sich in den Songs verlieren, aber sie schaffen es sehr geschickt sich durch die verschiedenen Elemente der Songs zu manövrieren. Wahrscheinlich würde ein straighter komplikationsloser Song echt eine Abwechslung zu der Abwechslung auf dem Album darstellen. Nun verheddere ich mich. Also manchmal ist weniger halt mehr, aber das ist schon Meckern auf hohen Niveau, denn eigentlich macht es schon sehr viel Spaß den wuchtigen Songs zuzuhören.
Pausen gibt es eigentlich auch keine, Tempowechsel ermöglichen zwar ab und an ein Durchatmen, aber mehr ist nicht drin. Eine sehr interessante Wendung nehmen ‚ Serrated' und ‚Bail Out', die beide über viele Clear Vocal Parts verfügen. Letzterer wechselt mitten im Song und bietet nach einem abrupten Break plötzlich unverzerrte Gitarren und besagte Vocals. Ein Ansatz der sich gerne öfter wiederfinden dürfte.
Um mal zu einem Fazit zu kommen: Das Album hat Ecken und Kanten, einige eigenwillige Aspekte und Melodieläufe auch von einem Keyboard beigesteuert. Der Sound ist ehrlich und gewinnt durch die verschiedenen Interpretationen, auch gerne in einem Song verwebt, an Tiefe. Sicherlich nicht für jeden etwas, aber durchaus für die meisten ein Grund rein zu hören.
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