Van Canto - Tribe Of Force


01. Lost Forever
02. To Sing A Metal Song
03. One To Ten
04. I Am Human
05. My Voice
06. 07. Rebellion
08. Last Night Of The Kings
09. Tribe Of Force
10. Water.Fire.Heaven.Earth
11. Master Of Puppets
12. Magic Taborea
13. Hearted
14. Frodo's Dream

Was passiert wenn man einer Metal Band Gitarren, Bass und evtl. Keyboard klaut? Wahrscheinlich wird es dann keinen Metal geben. Dass es aber auch tatsächlich ohne die genannten Instrumente geht, beweisen Van Canto mit ihrem dritten und neusten Werk ‚Tribe Of Force' wieder einmal eindrucksvoll.
Das deutsche Sextett verwendet lediglich ein Schlagzeug und empfindet alle weiteren Instrumente ausschließlich mit ihren Stimmen nach. Dabei beschränkt die Band sich nicht darauf nur Klassiker zu kopieren, sondern kreiert eigene, teils epische Stücke im Melodic-Power-Metal Bereich.
Die Stücke auf ‚Tribe Of Force' büßen allerdings kein bisschen an Stärke ein und klingen kraftvoll und definiert bis ins kleinste Detail. Die drei Rhythmus Stimmen von Stef, Ross und Ike kommen hierbei nicht nur mit den typischen ‚Rakkatakka' und ‚Dandan' Riffs daher, sondern unterstützen die Mainvocals von Sly und Inga gekonnt in Chorgesängen. Drummer Basti sorgt für das nötige Rhytmusfundament. Dadurch gewinnt die Scheibe an Intensität und sorgt für Abwechslung.
Mit ‚To Sing A Metal Song' rechnet die Band auch gleich noch einmal mit allen Kritikern ab und beweisen bzw. besingen, dass Metal ohne Gitarren doch funktionieren kann. Dass sie aber in der Szene durchaus angekommen und anerkannt werden, merkt man an den Gastspielen diverser Musiker auf dem Album.
So stimmt kein geringerer als Chris Boltendahl von Grave Digger persönlich Van Cantos Coverversion von ‚Rebellion' zusammen mit Sly an.
Zu ‚Hearted' gibt sich Sonata Arctica Sänger Tony Kakko die Ehre und richtig skurril wird es bei ‚One To Ten': Hier gibt es dann doch die einzige richtige Gitarre zu hören, gespielt von Rage-Virtuose Victor Smolski. Er duelliert sich auf dem Track mit Stef, Klampfe gegen Lower Rakkatakka Vocals - Einzigartig und absolut hörenswert.
Das zweite Cover, Metallica's ‚Master Of Puppets' ist ebenso gelungen. Selbst Metallica funktionieren ohne Gitarre…
Bei ‚Last Night of the Kings' hingegen begibt man sich in ruhigere Gefilde und zaubert dem Hörer prompt eine Gänsehaut. In mir weckt das Erinnerungen an Blind Guardians ‚Bard's Song'. Ergreifend und man kann sich wahrlich vorstellen wie gut dieser Song erst live wirken wird.

Produziert wurde das Ganze von Charlie Bauernfeind (Blind Guardian, Hammerfall…) und geschaffen wurde eine einzigartige Version von Metal, die ihren besaiteten Kollegen in nichts nachsteht - auch wenn einem die gesungenen ‚Gitarren' Soli manchmal merkwürdig erscheinen.

Alles im Allem eine Band und vor allem ein Album das gehört werden will. Schon um sagen zu können: "Ich weiß, wie A Capella Metal klingt!" und um es einfach gut zu finden.

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