Týr - The Lay Of Thrym
1 Flames Of The Free 2 Shadow Of The Swastika
3 Take Your Tyrant
4 Evening Star
5 Hall Of Freedom
6 Fields Of The Fallen
7 Konning Hans
8 Ellindur Bóndi Á Jadri
9 Nine Worlds Of Lore
10 The Lay Of Thrym
Unglaublich aber wahr: “The Lay Of Thrym” ist bereits das siebte full-length Album der färingischen Týr. Den Klängen des Vorgängers „By The Light Of The Northern Star“ folgend, erzählen die Mannen um Heri Joensen nun die Geschichte von König Thrym, welcher Thors Hammer Mjollnir stahl. Dabei verbinden sie wieder klassische Heavy Metal Riffs und druckvolle Drums mit traditionellen Melodien und mächtigen Chören. Sie lassen auch ihre bandeigene Besonderheit mit der Mischung von englischen und färingischen Lyrics zum Tragen kommen.
Zuständig für die Aufnahmen, Mix und Mastering war wieder Jocob Hansen, der die mitreißende, hymnische Klangwelt zwar konsequent weiterführt, dabei aber neue Schattierungen einfließen ließ.
Týr erzeugen ihren Folk Sound durch „normale Rockinstrumente“; Flöten, Geigen usw. spielen wenn überhaupt eher eine untergeordnete Rolle. Ein richtiger Kracher wie „Hold The Heathen Hammer High“ vom Vorgänger fehlt zwar, aber „Hall Of Freedom“ und „Take Your Tyrant“ kommen durch ihre imposanten Melodien und ihre Eingängigkeit heran.
Die Songs untereinander sind abwechslungsreich, wobei die Übergänge zwischen den einzelnen Tracks ab und an stockend erscheinen. Dennoch lässt sich die Scheibe gut am Stück durch hören und es dürfen auch gerne noch weitere Umdrehungen folgen.
Mein persönlicher Favorit ist „Shadow Of The Swastika“, bei dem sich sofort die Lyrics in mein Gehirn gebrannt haben – ein Song, der im Vergleich zum Rest der Scheibe ein aktuelles Thema behandelt und die Frage aufwirft, wie lange wir die Schatten der Vergangenheit zu tragen haben.
„Konning Hans“ ist erstaunlich balladig für Týr, aber eben doch nicht schnulzig; es ist langsam (relativ) und melancholisch, aber dennoch sehr kraftvoll. „Fields Of The Fallen“ davor könnte man gesanglich in die Schlagerschublade stecken, aber für einen Schlager sind die Gitarren und Drums eindeutig zu metallisch.
Insgesamt betrachtet ist „The Lay Of Thrym“ musikalisch zu komplex für reine Saufsongs, welche man bei Viking Metal gerne erwartet, aber genau das macht Týr aus. Die Gesangsmeldie läuft gelegentlich konträr zu der der Instrumente, und genau das macht den Sound interessant.
Týr haben ihre Niesche im sogenannten Viking Metal Genre gefunden und besetzten nicht nur aufgrund ihrer Herkunft mitten im atlantischen Nirgendwo – aber auch aufgrund des teilweisen Gebrauches ihrer Muttersprache – eine Ausnahmeposition. Mit „The Lay Of Thrym“ folgen sie ihrem bis dato eingeschlagenen Pfad und haben sich dabei nicht nur instrumental in die richtige Richtung weiter entwickelt.
Absolut lohnenswert.
Týr SIND der Hammer.
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