Stratovarius - Polaris


1. Deep Unknown
2. Falling Star
3. King of Nothing
4. Blind
5. Winter Skies
6. Forever is Today
7. Higher We Go
8. Somehow Precious
9. Emancipation Suite (Part I. Dusk)
10. Emancipation Suite (Part II. Dawn
11. When Mountains Fall


Wenn im vergangenen Jahr von Stratovarius die Rede war, so hatte dies eher selten etwas mit ihrer Musik zu tun. Unzählige Streitereien und gegenseitige Schuldzuweisungen, die letztendlich mit dem Bruch zwischen Kreativkopf Timo Tolkki und dem Rest der Band endeten, schienen das Aus zu bedeuten. Hinzu kam noch der finanzielle Kollaps des Labels und so stand es scheinbar nicht gut um die Zukunft der Vorzeige-Power Metaller.
Nun ist glücklicherweise alles nicht so schlimm gekommen, wie es von vielen befürchtet wurde. Die Namensrechte wurden geklärt, ein neuer Gitarrist gefunden und auch beim Songwriting steht nicht mehr nur ein Bandmitglied in der Verantwortung. So sind nicht wenige Fans gespannt, ob den nun wo Stratovarius draufsteht, auch Stratovarius drin ist.

Los legen Stratovarius mit dem auch als Single-Auskopplung veröffentlichen "Deep Unknown". Etwas spaceig klingend, durch Chorgesang bisweilen bombastig wirkend, kommt der Song flott daher und transportiert bereits erste Energieschübe an die Hörer. Dies setzt sich zu Beginn des folgenden "Falling Star" fort, welches sich zur typischen Mid-Tempo-Nummer entwickelt.
Düster und mit bedrohlichen Marsch-Geräuschen hinterlegt beginnt "King Nothing". Abermals von einem recht futuristisch klingen Keyboard eskortiert, wirkt der Song bisweilen etwas unzugänglich und schleppend. "Blind" bildet einen willkommenen Kontrast, indem wieder Tempo aufgenommen wird. Der Song bahnt sich schnell den Weg ins Gehirn, wo er sich förmlich festsetzt.
Deutlich langsamer geht es bei "Winter Skies" zu. Ruhige Pianoteile ergänzt von gefühlvollem Gitarrenspiel und dem klaren Gesang Kotipeltos formen hier eine schöne Ballade, die zum Träumen anregt. Beendet wird dieser Traum durch schnelle Gitarren-Riffs von "Forever Is Today", eine temporeiche Nummer, die zum Mitgröhlen einlädt. Gleiches gilt für das folgende "Higher We Go", was aber zwischenzeitlich immer wieder das Tempo drosselt. "Somehow Precious" stellt den Gesang in den Vordergrund und nur kurzzeitig dürfen Gitarre oder Bombastsound den Rückraum verlassen.
Es folgen mit "Emmancipation Suite" Part I und Part II zwei recht gegensätzliche Stücke. Mit zeitweise leicht orientalisch wirkenden Hintergrund schreitet "Part I- Dusk" voran und baut sich stellenweise bald episch auf. Der Gesang wirkt dabei zurückhaltend, fast schon schüchtern und gewinnt erst im Laufe des Stückes an Kraft. "Part II - Dawn" ist da ganz anders. Nicht nur, dass der Song deutlich kürzer ist, seine Gesamtstruktur unterscheidet sich grundlegend von Part I. Ruhig und besinnlich, beinahe balladenartig weiß der Titel vor allen Dingen durch seine Atmosphäre zu überzeugen.
Den Abschluss bildet "When Mountains Fall". Eine melancholische und bisweilen etwas kitschige Nummer getragen von Romantik, Violineinsatz und einer Akustikgitarre. Hier findet "Polaris" ein beschauliches Ende.

Das Werk 1 nach Timo Tolkki ist kein Meilenstein des Power Metals, aber ist ein beeindruckender Beweis, dass die Band die Querelen der letzten Jahre überstanden hat. Stratovarius sind zurück!

<<-- zurück / back