Stam1na - Raja
01. Hammasratas02. Susi-ihminen
03. Muistipalapelit
04. Vartijaton
05. Voima vastaan viha
06. Lääke
07. Kädet vasten lasia
08. Luova hulluus
09. Muuri
10. Murtumispiste
Stam1na sind wohl eine der finnischen Metalbands unserer Zeit und seit ihrer Tour als Supportact von Apocalyptica auch in Deutschland schon lange kein Geheimtipp mehr.
Für das deutsche Ohr ist ein Album der aus Lemi stammenden Gruppe beim ersten Hören eher gewöhnungsbedürftig und grenzt daher - besonders in musikalisch labilen Momenten - mehr an Terror als an Musik. Doch das ändert sich spätestens mit dem zweiten Durchlauf der Platte: Wiedererkennen setzt ein und einzelne Passagen wirken plötzlich viel melodischer als es noch beim anfänglichen Abspielen der Fall war.
Das dritte Album der vier Finnen startet mit dem schrillen Kreischen eines Kindes und vollzieht in sich eine Art Evolution bis hin zu dem knapp zwei Oktaven tieferen Brüllen eines ausgewachsenen Mannes - und 'Raja' beginnt.
In bandtypischer Metal-Manier spielen und schreien sich Stam1na durch die ersten Tracks, dass es kracht. Doch völlig unerwartet setzt mit 'Vartijaton' der vierte und ruhigste Titel der CD ein. Herausragend melodiös, steckt er mitten zwischen den schnellen Metalriffs und harten Drums der ihn umgebenden Songs fest. Jedoch bietet wahrscheinlich genau dieser Umstand die nötigen Möglichkeiten zur Entfaltung seiner eigenen Dynamik.
'Lääke' ist das einzige, mir bisher bekannte Lied des Albums, da es sich hierbei um die erste Singleauskopplung handelt. "There has to be a medicine for this... I feel like standing in the middle of the road, facing red lights and a car is running me over. All I can hear is a voice, chanting over and over again "do not move, do not move". I need to keep on going... and I will.", erklärt Sänger und Gitarrist Antti Hyyrynen zum Song. Und auch das dazugehörige Video sollte man sich nicht entgehen lassen.
Mit 'Luova hulluus' erreicht der Hörer kurz vor Schluss noch einmal ein für die Platte wichtiges Lied, vereint es doch einen Großteil der Themen des Albums in sich: Depression, Alkohol, Schwäche und Liebe.
Bedingt durch meine Unkenntnis der finnischen Sprache möge man mir die daraus resultierende Ermangelung eines detaillierteren Eingehens auf textliche Aussagen und lyrische Aspekte bitte nachsehen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass man Stam1na nicht immer ganz so ernst nehmen sollte, wobei die Texte teilweise sicher keine Ausnahme bilden.
Mit knapp 43 Minuten Spielzeit und 10 Tracks ist das Album zwar nicht sonderlich lang, bietet aber dennoch alles was man als Fan erwartet und für den einen oder anderen vielleicht sogar noch ein kleines Bisschen mehr. 'Raja' ist ein würdiger Nachfolger des 2006 erschienenen 'Uudet Kymmenen Käskyä' und bringt sicher das nötige Potential mit sich, um die Band auch außerhalb Finnlands bekannter zu machen.
Live sind die vier Musiker (plus Keyboarder) dennoch um einiges besser als auf Platte und einen Gig der Gruppe sollte man dem Silberling in jedem Fall immer vorziehen.
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9 / 10