Matt „Gonzo“ Röhr - Blitz & Donner


01. Himmelsstürmer
02. Ja, Nee, is' klar
03. Die Wahrheit
04. Zeitgeistreiter
05. R.I.F.
06. Gedankenpolizei
07. 24/7/365
08. Freiheit
09. Revolution
10. Kein Zurück
11. Ich bin nicht wie Du
12. Sekt oder Selters

Einige hatten nach dem extravaganten Vorgänger die Hoffnung auf eine Punk oder Rock Scheibe aus der Feder des ehemaligen Onkelz Gitarristen abgeschrieben. Doch siehe da, nun kommt Matt "Gonzo" Röhr genau damit um die Ecke.
„Blitz und Donner“ heißt das Werk und da dankbarerweise auf ein Intro verzichtet wird, findet man sich mit „Himmelstürmer“ inmitten von gutem straighten Punkrock wieder.
Musikalisch befinden wir uns wieder auf gewohnt hohen Niveau, nebst reißenden Riffs schleichen sich geniale Gitarrensoli ein, Drums donnern über einen hinweg und selbst die Basslinien sind zu hören– überrascht jetzt aber auch keinen, dass es da nicht viel zu meckern gibt.
Gonzo seinerseits ist auch tatkräftig am Mikrofon unterwegs, rau, etwas heiser und ungeschönt. Man kann drüber meckern, man kann es lassen, man kann es mögen, ich entscheide mich für Letzteres.

Das wäre also die Kurzfassung, mit einem Blick genauer findet sich auf dem Album eine unbändige Wut auf das, was täglich um einen passiert. Unangepasst und mit diversen Seitenhieben auf die Gesellschaft brüllt sich Matt Röhr seinen Weg als Außenseiter durch die Massen. Klischee? Vielleicht. Vielleicht auch einfach Realität, ausgesprochen und mit Noten unterlegt. Im Gegensatz zu alten Onkelz Zeiten kommen die Songs hier mit einer unfassbaren Leichtigkeit daher, die schnell ins Ohr geht. Bisher fanden auch weniger die grausigen Schüttelreime, die sich gerade im deutschen Genre gerne einnisten. Dafür umso mehr Gitarre, was sicherlich nicht jeder mögen wird, aber der Herr ist halt Gitarrist, nicht?
Aber es gibt klaren Abzug in der B-Note – ich muss ja schließlich was zu meckern haben - eine knappe dreiviertel Stunde Spielzeit in mir ein Ticken zu wenig.

Also fassen wir zusammen:
Wir haben hier ein deutsches Punkrock Album, welches Gitarrenschlagseite hat. Die Texte sind kritisch, mit Hintergedanken und vielleicht sogar zum Nachdenken. Auf jeden Fall zum Mitsingen. Das Rad ist nicht neu erfunden, aber einen klaren Eindruck hinterlässt Matt „Gonzo“ Röhr damit.
Brücke schlagen zu den Onkelz? – ich werde mich hüten. Unvoreingenommen wird zwar kaum einer hier rein hören, aber um es kurz zu machen:
Das rockt mal richtig!

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