Nemesa – The Quiet Resistance


1) The Quiet Resistance
2) Caught in the Middle
3) Afterlife
4) Whenever
5) If you could
6) High Enough
7) Say
8) It´s over
9) I live
10) Stay with me
11) Rush
12) Release me
13) 2012
14) Allein (Bonus Track)

Wenn wir ehrlich sind, dann ist in der Female Fronted Gothic Metal Szene nicht mehr viel los. Viele der guten alten Bands haben sich aufgelöst oder einmal zu viel die Sängerin gewechselt und sind danach untergegangen. Aber aus den Niederlanden bekommt man doch immer mal wieder was Neues.
So auch Nemesea. Irgendwann habe ich den Namen schon einmal gehört, allerdings nichts von der Band selber. Dies sollte sich nun mit dem neuen Longplayer Namens „The Quiet Resistance“ ändern.
Gespannt lausche ich den ersten Klängen und lasse das Album einmal durchlaufen. Hmm, was war das? Also noch mal. Selbes Ergebnis, da bleibt irgendwie nichts hängen.

Zugegeben, Frontfrau Manda Ophius ist schon eine Augenweide, singen kann sie auch, allerdings klingt sie wie auch schon 100 andere vor ihr. Diese Stimme hat für mich weder eine Ausstrahlung noch einen Wiedererkennungswert. Würde ich einen Song dieser Band irgendwo hören, ich würde nicht sagen können „Ah ja, das ist Nemesea“.
Auch die Songaufbauten, Songelemente und Texte sind nichts Weiteres als abgekupfertes oberflächliches Geplänkel. Da ist nichts was es nicht schon mal gab. Klar, das Album ist gut produziert und auch die Musiker beherrschen ihre Instrumente wie man es erwartet, aber wo ist da der Kick, das Gewisse etwas?
Es ist einfach nicht da und stellt sich auch nach 20 Wiederholungen nicht ein.
Ein Song klingt wie der andere, kaum etwas bleibt im Ohr. Caught in the Middle war irgendwie der erste Lichtblick, klang erst interessant bis der Song zum Ende hin abbricht und die Sängerin versucht zerbrechlich zu klingen. Der Versuch geht ordentlich daneben. Das klingt alles andere als zerbrechlich, es ist krumm und schief, vielleicht ist es auch so gewollt, aber mir jagt es Gänseschauer über die Haut und zwar nicht vor Verzückung.
Die Songs in denen Gleichzeitig ein männlicher Gesangspart vorhanden ist, sind wesentlich besser als die Songs, in denen Manda alleine agiert. Aber auch hier nichts Besonderes.
Das einzige wirkliche Highlight ist der Song „Allein“. Höre ich da etwa Till Lindemann? Ja es ist Till Lindemann, und das finde ich ziemlich cool. Auch die elektronischen Elemente des Songs bieten zum ersten Mal etwas Abwechslung und der Deutsche Text gibt dem Ganzen den passenden Rest. Leider ist dies nur der Bonus Track, aber er macht ein paar Punkte wett und lässt mich über den durchwachsenen Rest der CD etwas hinwegblicken. „Allein“ passt aufgrund seiner Elektro Elemente und den harten Gitarrenriffs auch sehr gut auf die Tanzfläche der hiesigen Gothic Veranstaltungen.

Alles in allem ist „The Quiet Resistance“ für mich eine Enttäuschung. Nur ein Versuch sich in die Reihe der Großen zu stellen, dabei aber vergessen sich selbst das Gewisse etwas zu geben.
Das geht besser, das wollen wir besser. Aber nicht mit Nemesea.

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