Michael Monroe - Another Night In The Sun / Live In Helsinki


1. Nothin's Alright
2. Motorvatin'
3. Hammersmith Palais
4. You're Next
5. Not Fakin' It
6. Dysfunctional
7. I Wanna Be Loved
8. Love Song
9. Machine Gun Etiquette
10. Motorhead For A Fall
11. Back To Mystery City
12. Malibu Beach Nightmare
13. Dead, Jail Or Rock'n'Roll
14. Ain't Nothing To Do
15. 1970

Bekannt geworden ist Michael Monroe unbestreitbar Anfang der 1980er mit Hanoi Rocks. Die Bandgeschichte ist kurz erzählt: man fand sich, trennte sich, gründete sich neu und ging wieder seiner eigenen Wege. Bereits in der Zeit zwischen Hanoi Rocks war deren Frontmann Solo aktiv und kann hier auf eine stolze Diskographie zurück blicken. Nun war in der Hanoi Rocks Revival Zeit der zweiten Hälfte der ersten Dekade des neuen Jahrtausends nicht viel von ihm "Solo" zu vernehmen. Aber er ist wieder da - auf den Bühnen der nördlichen Hemisphäre dies- und jenseits des großen Wassers und auch in den Plattenregalen.
Das Wundersame daran ist, dass sein erstes Projekt nach so langer Zeit eine Live CD ist und sie nicht ,wie man vielleicht erwarten würde, mit neuen Songs durchstarten. Live CDs sind entweder dazu gemacht, schnell noch die Bedingungen eines Labels zu erfüllen, um von denen weg zu kommen oder eben als Lückenbüßer, bis man wieder neue Songs geschrieben hat. Gehen wir einfach einmal davon aus, dass hier letzteres der Fall ist, denn der Deal hat nicht die Jahre überdauert, sondern ist neu. Ein Blick in das persönliche "Vorwort" im Booklet klärt aber auch diese Frage.

Nun hat man immer gewisse Erwartungen an eine Live Scheibe - oder eben auch nicht. Man rechnet nicht mit Studiosoundqualität, will diese gar nicht und fragt sich auch das eine oder andere Mal, warum Live Mitschnitte im Studio immer wieder überpoliert oder auch (teilweise) neu eingespielt werden. Im Idealfall sollen sie die Atmosphäre einer Show direkt in unser Wohnzimmer bringen - inklusive der Nebengeräusche des Publikums. Die Musikauswahl sollte einen gelungenen Querschnitt der Karriere bieten.
Was nun "Another Night In The Sun" angeht, kommt vereinzelt durchaus herüber, dass es sich um ein Konzert handeln soll, aber eher wenn Michael Monroe seinen Bassisten Sami Yaffa in "Motorvatin'" vorstellt oder die Fans bei "I Wanna Be Loved" den Refrain singen dürfen. Nun mag das finnische Publikum ein sehr Ruhiges sein, dennoch kommt insgesamt leider wenig Stimmung herüber.
Anfangs ist die Soundqualität eher minderwertig, wird aber schnell mehr als zufrieden stellend. Dieser Wechsel erzeugt ein gewisses Live-Feeling, wo die Regler ihre endgültige Position erst im Laufe der ersten zwei Tracks finden.
Musikalisch bietet Monroe, der nicht nur von Sami Yaffa (ex Hanoi Rocks, New York Dolls) am Bass, sondern auch von Ginger (The Wildhearts) und Steve Conte (u.a. New York Dolls) an den Gitarren und Karl Rockfist (Live Drummer bei u.a. Danzig, Misfits, Cheap Trick) am Schlagzeug unterstützt wird, einen groben Überblick über das, was man als den Soundtrack seines Lebens beschreiben kann. Seine eigenen Stücke, hauptsächlich von "Demolition 23" aus dem Jahre 1984 aber auch neue bislang unveröffentlichte Songs, wechseln mit Hanoi Rocks Klassikern und einigen Coversongs. Mit "Motorhead For A Fall" werden Lemmy und Motorhead geehrt.

Ein Live Album ist nicht jedermanns Sache. Für Hanoi Rocks Fans ist dieses hier ebenso ein Muss wie für Monroe Fans. Wer auf eine neues Soloalbum wartet (geplant für 2011), kann sich hiermit gut die Zeit vertreiben und wer eins der Konzerte sehen durfte, kann es sich bei einem Herbststurm auf der Couch gemütlich machen und einfach mal etwas mehr aufdrehen!

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