Mandrake - Innocence Weakness
1. Prelude2. A Secret To Reveal
3. Save Us From Ourselves
4. A Serenade To The Sea
5. Among The Demons
6. Innocence
7. Autumn Infinity
8. Coma
9. Indignation
10. Existence
11. Silhouette
12. Weakness
Mandrake ist das englische Wort für ‚Alraune', einem Nachtschattengewächs, welchem der Ruf einer Ritual- und Zauberpflanze nachsteht. Mit dem gleichen Namen schmückt sich zudem seit vierzehn Jahren eine Gothic-Metal Band aus unserem hohen Norden. Vier Alben haben Mandrake bereits auf dem Konto und veröffentlichen nun nach dreijähriger Pause ihr fünftes Werk ‚Innocence Weakness'.
Ziemlich zauberhaft und eindringlich beginnt das Werk mit einem leisen und ergreifenden Prelude, welches nahtlos in das rockigere ‚A Secret To Reveal' übergeht, wo einen sogleich die liebliche Stimme von Sängerin Birgit Lau begrüßt. Sie allein ist aber nicht für den Gesang in dem ostfriesischen Quintett zuständig, sondern ergänzt sich mit den harschen und rauen Vocals von Bandinitiator Lutz de Putter.
Die Melodien der Songs wirken dabei weder schwer noch düster und vor allem nicht kitschig. Der Sound beherbergt zwar etwas Kantiges, dennoch Leichtfüßiges ohne gekünstelte Melancholie. Schwerere Rocksongs mit mitunter leicht brachialer Schlagseite, möchte man meinen. Zwischen den harten Gitarrenparts werden aber immer wieder seichtere melodischere Parts verwoben, welche den Spannungsbogen aufrecht halten. Zur Hälfte gönnt man dem Hörer dann eine Entspannungspause mit dem Instrumentalstück ‚Innocence' - welches einen umhüllt und völlig in den Bann zieht - bis ‚Autumn Infinity' einen wieder aus den Träumen reißt. Das sind wirklich eher Rock als Metal oder Doom Spuren, denen da gefolgt wurde, es überzeugt allerdings. Was ganz stark auf- und gefällt, ist die sehr angenehme Stimmlage Birgit Laus. Sie vermeidet die ganz hohen Tonlagen und bleibt in dem Bereich der für sie und ihre Stimme gemacht ist - dabei klingt ihre Stimme aber nicht weniger nach Goth-Elfe, als bei manch einer übereifrigen Kollegin.
Bei Mandrake scheiden sich die Geister, die einen finden es nicht zuckrig genug, den anderen fehlt die Härte. Es ergibt sich allerdings ein gekonnter und auch interessanter Mittelweg. Alle die auf permanentes Gebolze stehen, sind sicherlich falsch. Auch diejenigen welche fiepsige Sängerinnen bevorzugen. Für alle, die offen für das dazwischen sind, heißt es rein hören.
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