Lucy Was Driving - Lucy Was Driving
1. Miss America 2. Can't Get Enough
3. Them Flames
4. These Are The Times
5. One Step Away
6. Here Within
7. Astray
8. Generation Next
9. Overexposed
10. Talk To Me
11. About Time
12. Out Of Reach
Im Jahre 2007 machten wir erste Bekanntschaft mit Lucy Was Driving und uns flatterte ihr Demo auf den Tisch. Die Arbeit an ihrem Debut war damals bereits angekündigt und drei Jahre später ist es endlich so weit; es gibt Neues von dem Helsinki Vierer zu hören.
Sich selbst sehen LWD was ihren Arbeitswillen und kommerzielle Chancen angeht in den Fußstapfen erfolgreicher finnischer Acts wie The Rasmus oder auch Sunrise Avenue. Im gleichen Atemzug distanzieren sie sich aber in musikalischer Sicht von eben diesen Bands.
Wer etwas genauer hinhört und sich in der finnischen Musikwelt auch außerhalb der internationalen Chartbreaker umgesehen hat, findet eine Mischung aus Clark Kent und Deep Insight. Die Ansprache in "Miss America" erinnert mich vom Klang etwas an die Sixx'schen Ansprachen auf "Herion Diaries" von SIXX A.M. und ab und an, besonders bei "Generation Next", könnte die Melodie auch von den britischen The Wildhearts stammen. Textlich findet sich ein Wechsel aus kommerzieller Kritik und Love Song Einheitsgewäsch, das Ganze auf eingängigen Hooks.
Gesamt betrachtet findet sich eine Mischung aus härteren, rockigen Sounds zusammen mit Balladen und einem Akustikstück ("Overexposed") auf dem Album. Bei "Here Within" vernimmt der geneigte Hörer Einflüsse des Swing und "Can't Get Enought" (ein wenig im Disco Ensemble Stil), "These Are The Times", "Astray" und "About Time" haben absolutes Ohrwurmpotential. Dennoch fehlt gerade "About Time" der letzte Schliff in der Produktion, um den Song zu einem Hit zu machen.
Das anfangs rockige Niveau gerade von den gut gewählten Openern "Miss America" und "Can't Get Enough" schafft es leider nicht, sich durch alle zwölf Songs hinweg zu halten und in der zweiten Hälfte schlafft der Spannungsbogen und Spaßfaktor leider ab.
Das Album hebt sich nicht deutlich aus der Masse anderer Bands heraus, kein Song sticht absolut hervor, dass er hängen bleibt. Fraglich ist somit, ob die Songs alle Hitpotential haben oder doch nur in der Auswahl einige von vielen sind.
Lucy Was Driving bewiesen 2007 mit ihrem Demo Potential und auch ihr selbst-betiteltes Album verspricht Einiges. Ein halbes verdammt gutes Album und ein Versprechen reichen aber nicht leider nicht aus.
In Finnland kam die sarkastische Bezeichung "science rock for teenagers" für Lucy Was Driving auf. Nun, eventuell bin ich einfach schon zu alt.
Die erste Hälfte geh ich mir trotzdem gleich noch einmal anhören.
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