Lines Of Leaving - Battle For Humanity
1. Extravagance (The Fabulous Life Of)2. Fistula
3. Conscience Rise (No Kiotos?)
4. Slut #1
5. Hearts In Overdrive
6. Sacrifice For A Greater Cause
7. Christy Brown
8. Tourniquet
9. Of Course It's All Your Fault
10. Battle For Humanity
11. Survival On The Fittest (Album Version)
Lines Of Leaving sind eine Band aus Tampere.
Nun ist Tampere für den Einen ein Signalwort für gut, für den Anderen für schlecht. Auch Lines Of Leaving werden sich in eine dieser Kategorien stecken lassen, aber das ist eine Frage des Geschmacks und soll von uns nicht beurteilt werden. Musikalisch gehören sie in erstere Kategorie.
Stilistisch sind Lines Of Leaving nicht mit den typischen Tamperebands wie Negative oder Lovex (um nur eine minimale Auswahl zu nennen) zu vergleichen. Sie sind wesentlich experimenteller und bilden somit ihre eigene Schublade - nicht nur, was Musik aus Tampere angeht.
Mit ihren eingängigen Melodien und melodramatischen Riffs verbinden sie politische Inhalte in den Lyrics und beanspruchen damit seit 2003 ihren Platz in der finnischen Musikszene. 2007 gründeten sie, die Interessenbekundungen diverser finnischer Labels ignorierend, ihr eigenes Label "Independent Sounds" und veröffentlichten ihr Debut "Battle For Humanity" im vergangenen Juni.
Sie wollen sich absichtlich nicht in ein bestimmtes Genre einfügen, sondern vermischen gitarrenlastigen Rock mit Punk und Heavy Metal und schrecken auch nicht vor Einflüssen ethnischer Musik zurück. In ihrem "Metal Pop Punk" lassen sich auch progressive 70er Sounds ausmachen, die punktuell in "Fistula" an The Rocky Horror Show erinnern. Sie wollen ihren Hörer nicht unterfordern, sondern verlangen im Gegenteil mit jedem einzelnen Song seine Aufmerksamkeit - für Neues und Interessantes anstelle von massenkompatibler Musik, die nichts aussagt. Lines Of Leaving greifen Themen auf, an die sich bislang niemand heranwagte und vertreten dadurch öffentlich eine kritische Meinung.
"Battle Of Humanity" bildet gerade durch die uneinheitliche Stilwahl, die sich nicht nur auf dem gesamten Album sondern auch innerhalb der einzelnen Songs wieder findet, eine geschlossene Einheit, da ein Großteil des gesamten Musikspektrums abgebildet wird. Werden an einigen Stellen clean vocals mit nicht ganz so clean vocals vermischt, holen sie sich an anderen Stellen femal vocals ("Sacrifice For A Greater Cause") dazu, um auch diese Möglichkeit auszuschöpfen und Timos eigenwillige Stimme zu unterstützen.
Titeltrack "Battle For Humanity" wird lediglich am Anfang mit einer Gesangsstrophe ausgeschmückt und steigert sich in einen langen Instrumentalteil, wobei "Of Course It's All Your Fault" komplett instrumental gehalten ist und dabei nicht nur durch eine Kürze von 57 Sekunden besticht sondern auch durch die dazu genommenen Streicher.
Gesamt gesehen ist das Album stilistisch gewöhnungsbedürftig, wird aber nach kurzer Einhörzeit sehr eingängig und ist somit durchaus gewöhnungsfähig.
Das Zuhören macht Spaß und bei jedem erneuten Hören kann man etwas Neues entdecken.
<<-- zurück / back