Hanoi Rocks - Buried Alive


Setlist (running time 138min)
Tragedy
Motorvatin'
Boulevard Of Broken Dreams
Street Poetry
Cafe Avenué
Obscured
Hypermobile
Fashion
Love's An Injection
Whatcha Want
Problem Child
Mental Beat
Underwater World
Power Of Persuasion
A Day Late, A Dollar Short
I Can't Get It
Back To Mystery City
Until I Get You
Beer And Cigarette
Worldshaker
Don't You Ever Leave Me
11th Street Kids
Malibu Beach
High School
Travelin' Band
Taxi Driver
Lost In The City
People Like Me
Delirious
Oriental Beat
Million Miles Away
Up Around The Bend

+ extras:
-The last week with Hanoi Rocks: Exclusive behind the scenes documentary of the last week with Hanoi Rocks! Co-filmed by Hanoi Rocks members (Running time 12min)
-Photo gallery of the last week


Hanoi Rocks sind schlichtweg eine Legende. Ihre Geschichte geht zurück zum Beginn der 1980er, wo jedoch das große Klischee des Sex-Drugs-Rock'n'Roll Lebenstils ein tragisches Ende nahm. Trennungen, Solokarrieren, immer wieder ausbleibende kommerzielle Erfolge aber ein bleibender großer Name, Wiedervereinigungen und Line Up Wechsel gehören zur jahrzehntelangen Geschichte und im Oktober 2008 wurde die endgültige Trennung bekannt gegeben. In Japan folgte eine Abschiedstour und das Tavastia in Helsinki diente eine Woche lang als Austragungsort der Abschiedsparty. Das allerletzte Konzert im finnischen Traditionsclub wurde für die Ewigkeit auf DVD gebannt und nun, ein halbes Jahr später, den Fans zugänglich gemacht.

Für den einen sind Hanoi Rocks eine Ansammlung von Clowns, für den anderen sind sie Helden. Neutral betrachtet haben sie wohl von beidem etwas. Und egal, ob man sie nun mag oder nicht, sie sind ein Stück Musikgeschichte - damals wie heute. Und in nicht wenigen der heutigen Bands lässt sich ein deutlicher Einfluss erkennen.
Ihr Abschlusskonzert eröffneten sie mit "Tragedy" - passender geht es wohl kaum und mit über zwei Stunden Spielzeit, davon zwei insgesamt fünf Songs umfassende Zugaben, spielten sie ein nicht nur für finnische Verhältnisse ausgesprochen langes Set, sondern querbeet durch ein langjähriges Repertoire, bei welchem selbst nicht ausgesprochene Hanoi Rocks Fans oder auch nur Kenner immer wieder das Aha-Erlebnis haben, die Songs zu kennen und sich von der Stimmung mitreißen zu lassen.
Ex Gitarrist Nasty Suicide (1979-1985) wird zum Ende des eigentlichen Sets herzlich auf der Bühne willkommen geheißen und spielt für drei Songs noch einmal die Gitarre. Bei "Travelin' Band" tritt Michael Monroe komplett in den Hintergrund und Nasty übernimmt auch den Gesang. Auch Ex Drummer Lacu (-2008) wird als Gast für Percussions und Backingvocals auf der Bühne empfangen - gemeinsam mit Nasty für die letzte Zugabe. Allerdings geht sein Auftritt ziemlich unter, nicht nur dass er nicht erwähnt wird, er hält sich auch neben Conny Bloom am Bühnenrand auf. Schade.
Die fünf bis sieben Herren haben sichtlich Spaß auf der Bühne, gönnen sich immer wieder Späße miteinander und auch vor den Linsen und ebenso werden ab und an überwältigte Fans im Zuschauerraum eingefangen. Gesamt gesehen ist die Kameraführung ausgewogen ruhig und bietet dem Auge keine Überanstrengung, bleibt aber dennoch abwechslungsreich. Eine Besonderheit haben sich die Macher ausgedacht, als sie in Michael Monroes Saxophon eine Kamera installierten. Auch ist die Belichtung gut gewählt und ein entspannendes Seherlebnis wird geboten.
Klanglich lässt sich nichts aussetzten.


Als Extras beinhaltet die DVD ein zwölfminütiges "The last week with Hanoi Rocks", unter anderem von den Bandmitgliedern selbst gefilmt mit kuren Szenen aus Hotel, Backstage und Soundcheck. Der Hauch eines Einblicks wird gewährt, die Finnen sprechen dabei Finnisch, alle anderen Englisch. Hätte aber auch gerne ein bisschen länger oder intensiver sein können, zumal sich zwischendurch auch immer wieder Konzertszenen mischen, die zuvor bereits gezeigt wurden.
Bei der Photogallery wird (wider Erwarten) keine Diashow gestartet, sondern man muss sich von Bild zu Bild klicken. Sicherlich Geschmackssache. Aus der Sicht einer Photographin betrachtet sind auf jeden Fall sehenswerte Fotos ausgewählt worden.

Nun ist es mit MusikDVDs immer so: entweder man mag so etwas oder eben nicht. Die Extras sind meist ein besonderes Leckerli für die Fans und diese werden hier gefüttet - meines Erachtens nach jedoch etwas dürftig. Das Konzert kann man sich gut immer wieder ansehen, vielleicht auch als Hintergrund auf einer Silvesterparty?
Und für Fans ist diese DVD sowieso ein Muss!

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