Gloria Morti - Anthems Of Annihilation


01. Prelude
02. Solution Called War
03. Awakening of a Discordant Machine
04. Infiltration
05. Swallowed By Defeat
06. Obey
07. Cut From Gaia
08. The Final Framework
09. Redemption
10. Chaos Archetype

Gloria Morti sollten eigentlich nicht mehr so ganz unbekannt sein - zumindest im besten Fall nicht.
Seit bereits elf Jahren geben sich die mittlerweile fünf Finnen der Musik hin, wobei sich im Laufe der Zeit und durch einige Wechsel im Line-Up die musikalische Ausrichtung doch merklich veränderte. 1999 in Heinola und noch zu viert begannen die Jungs als Thrash-Formation. Mit der Zeit verlagerte sich ihr Stil in eine Mischung zwischen Death und Black Metal. Ihr aktuelles Album ‚Anthems Of Annihilation' ist nunmehr ihr drittes Full-Length Werk, nach Debüt ‚Lifestream Corrosion' (2004) und dem vielgelobten ‚Eryx' (2008), dazu kommen noch diverse kleinere Werke.

Mit ‚Anthems Of Annihilation' erwartet den Hörer ein dunkles Konzeptalbum, welches standesgemäß mit einem ‚Prelude' beginnt. Okay, dieses Prelude ist gleich knapp drei Minuten lang und empfängt einen mit den Klängen von marschierenden Stiefeln. Diese werden jedoch recht fix von donnernden Gitarrenriffs hinweg gefegt. Die Vocals klingen ebenso düster und unwirsch wie die Marschklänge und auch die immer wieder durchklingenden radiomäßigen Durchsagen eines Diktators setzen das Szenario fantastisch ins Bild.
‚Solution Called War' macht gleich weiter und schmettert einem Gitarren und Drums in einem Wahnsinnstempo um die Ohren, während mal dunkel und drängend, dann wieder beinahe hysterisch in das Mikro gekreischt wird. Schon eine Vorstellung, wohin das Konzept des Albums gehen könnte? Die Idee ist nicht ganz neu, es handel sich um eine apokalyptische Endzeit Geschichte in der die Menschheit selbst einen unwiderruflichen Fehler begangen hat.
So wird auch der nächste Song nicht fröhlicher. ‚Awakening Of A Dicordant Machine' steht mit Speed und Stimmung den voran gegangenen Songs in nichts nach, hat aber eine etwas eigene Melodie, die immer wieder zwischen den brachialen Gitarrenparts aufleuchtet. Diese kleinen Breaks in Form von Melodie oder wirklich kurzen Einspielern lockert das strenge Konzept auf. So gibt es zu Beginn von ‚Infiltration' einen sehr kurzen und prägnanten Einspieler, worauf sich kurz danach Drums und Gitarren wieder um den Verstand spielen. Aggressiv, schnell, nein eigentlich schneller, unglaublich heftig bricht nun ein Gewitter an Riffs über einen herein. Aber auch hier findet das Chaos seine Struktur.
Nun gibt es doch eine kurze Verschnaufpause ‚Swallowed By Defeat' kommt viel ruhiger als seine Kollegen auf dem Album daher, dennoch nicht ohne eine tragische Linie zu fahren. Durch das herunter gedrehte Tempo wird auf eine eingängige Melodie gesetzt, die sich Takt für Takt ins Ohr zu fressen scheint.
‚Obey' übernimmt das Tempo, allerdings schlagen die Herren aus Jyväskylä auch wieder eine etwas härtere Gangart an. Beinahe langsam wird man also wieder an das gewohnt rasende Tempo und die harten Vocals geführt, welche mit ‚Cut From Gaia' wieder volle Fahrt haben. Hier wird der Letzte auch die Keys bemerken, die zwar im ganzen Werk zu finden sind, allerdings so harmonisierend arrangiert mit den brutalen Riffing, das sie nicht zwingend heraus stechen.
Nach diesem Song gibt es Gänsehaut Momente, unheilvoll und melancholisch erklingen zarte Mönchsstimmen. Keine Sorge, die Gitarren sind auf ‚The Final Framework'noch da und geben den Weg in Richtung Untergang frei. ‚Redemtion' schlägt in dieselbe Kerbe und donnert heftig.
Das Schicksal der Menschheit findet nicht allzu viele Freudenklänge. Bedrohlich und düster preschen Song und Vocals auf einen ein, ehe beides seicht dahinschwindet und damit den letzten Akt frei geben: ‚Chaos Archetype'. Hier laufen noch einmal alle Fäden zusammen und wir finden uns in einem einwandfreien Mischling von Death und Black Metal wieder und auch am Ende unserer Endzeit Reise. Zum Ende hin wird man mit diesem Song schon ein wenig wehmütig.

Ich bin zugegebenermaßen überrascht. Das Thema finde ich persönlich schon ziemlich abgehandelt, aber Gloria Morti gehen sehr konsequent an die Sache und geben durch die verschiedenen Aspekte in ihrem Sound der Thematik ein gelungenes Gerüst. Die detailverliebten Einspieler und auch die zum Teil hypnotisierenden Melodien verleihen ‚ Anthems Of Annihilation' ungeahnte Tiefe.

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