Europe - Last Look At Eden


1. Prelude
2. Last Look At Eden
3. Gonna Get Ready
4. Catch The Plane
5. New Love In Town
6. The Beast
7. Mojito Girl
8. No Stone Unturned
9. Only Young Twice
10. U Devil U
11. Run With The Angels
12. In My Time

"It feels like we've finally made a record that has those special ingredients - classic Europe melodies together with guitar and keyboard riffs that will grow and stay with you. With experience, hopefully, some of the lyrics will reflect what's going on in our world - perhaps this time with a touch of humour and irony. After all, it's only rock'n'roll." - So beendet Joey Tempest, Leadsänger der schwedischen Legende Europe, die aktuelle Biographie seiner Band und stellt das mittlerweile achte Studioalbum des Fünfers vor.
Dass Europe weitaus mehr als ein One Hit Wonder sind, wollen sie beweisen. Ihr Überhit "The Final Countdown" war lediglich ein Song ihres dritten Longplayers und vor ihrer langen Pause, -denn die Band trennte sich nie offiziell- die die kompletten 1990er überdauerte, nahmen sie noch zwei weitere Alben auf. Ihr Comeback feierten sie 2004 mit "Start From The Dark", zwei Jahre später folgte "Secret Society" und nun präsentieren sie ihr aktuelles Werk "Last Look At Eden".
"Last Look At Eden is a mix of all the elements that have made Europe famous the world over". So besagt es der Beipackzettel und tatsächlich könnte man fast behaupten, Europe schließen an "The Final Countdown" an - oder versuchen es zumindest. Nur lassen sie die Erfolgsrezepte der 1980er an den richtigen Stellen weg und fügen die des neuen Jahrtausends hinzu. Also klassischer 80er Sound im Gewand der heutigen Zeit, weniger keyboardlastig, dafür stellenweise fast schon poppig.
Nach einem kurzen orchestralen Intro folgt sofort Titeltrack, Vorabsingle- und auch EP- Auskopplung "Last Look At Eden". Ein absoluter Ohrwurm, auf Anhieb mitsingbar, technisch super ausgesteuert und abgemischt, Orchesterbombast im Hintergrund - ein klasse Song der klasse produziert ist und sich mit Sicherheit ebenso klasse in Radios dudeln und auch verkaufen lässt.
"Gonna Get Ready" und "Catch The Plane" hingegen leiern aus meinem CD Player fast nur so nebenbei und ziehen keinerlei Aufmerksamkeit auf sich, wenn sie nicht gerade ausgefadet werden. Kurzfristig frage ich mich, ob das Album nur Beiwerk für einen Hit sein soll. Mit "New Love In Town" folgt eine Schnulze mit Ohrwurmqualität im Refrain und leitet eine Variabilität im Gesamtwerk ein, die von "The Beast" noch übertroffen wird. "I'm beginning to feel we can make it to the end", singt Tempest hier. Es knallt, ich bin wach und denke mir, ja genau so solltet ihr bis zum Ende weiter machen, das ist nämlich gut! Die Scheibe wird wieder interessant und ich habe Lust, sie mir länger anzuhören.
"Mojito Girl" erinnert irgendwie an den Opener vor ein paar Stücken, und auch ganz stark an Bon Jovi's Meisterwerk (? - oder jedenfalls Ladentischrutscher) "Keep The Faith", besonders Joey Tempests Stimme weckt hier Assoziationen an den Jon Bon Jovi des Jahres 1994. Kann man durchaus als Kompliment verstehen, jedenfalls ist es hier so gemeint!
Damit war es aber auch schon wieder vorbei mit der Spannung. "Run With The Angles" erinnert mich in Refrain melodisch noch einmal an Bon Jovi. Tempest leitet diesen ein mit "We break down…" ein, bei Jon war es "I'm going down … in a blaze of glory", aber diese Wortklauberei nur am Rande. Zu guter Letzt folgt mit "In My Time" noch eine theatralische Herzschmerzballade.

Neu ist also an diesem Album nichts, aber muss es auch nicht, denn wer sagt, dass man sich musikalisch immer wieder neu erfinden muss oder gar neue Musik schöpfen sollte?
Definitiv ist die Scheibe ein "Must have" für alle Europe Fans, aber auch für Anhänger des klassischen Hard Rock. Ansonsten sind ein bis zwei Hitverdächtige Stücke auf dem Album und es eignet sich sehr gut zum nebenher hören.

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