Entwine - Painstained
1. Soul Sacrifice2. Strife
3. Dying Moan
4. Beautiful Confined
5. Lost in my Denial
6. Greed of Mankind
7. Dead by Silence
8. Hollow
9. Caught by Desire
10. Say Goodbye
Entwine gründeten sich 1995 im finnischen Lahti ursprünglich als Death Metal Band, fanden aber im Laufe der Zeit ihren Stil und ihre Position in der Goth Rock und Metal Szene. Sie behaupten von sich selbst, sich vom typisch finnisch melancholischen Sound zu einem internationaleren, modernen Sound entwickelt zu haben. Das derzeitige Line-Up ist im Grundsatz seit der Jahrtausendwende zusammen.
Mit ihrem 2006 veröffentlichten "Fatal Design" haben Entwine einen Kracher der härteren Töne produziert, der hohe Erwartungen an die Nachfolge in Form des sechsten Studioalbums "Painstained" entstehen ließ.
Anfang 2008 wurde die Veröffentlichung des Albums für den Herbst angekündigt, der Termin dann aber auf den 14.Januar 2009 festgesetzt, um kurzfristig noch einmal verschoben zu werden, so dass der Silberling nun planmäßig am 28. Januar erscheinen wird.
Versprochen wird ein melodieorientiertes Album, welches sich eigenständig anhören soll und womit sie sich von Vergleichen zu Lacuna Coil oder HIM distanzieren wollen.
Gleich bei den ersten Tönen von "Soul Sacrifice" wird ein solches dem Hörer klar gemacht, allerdings weiß man nach lediglich zwei Noten der ersten Radiosingleauskopplung "Strife", dass man es mit Entwine zu tun hat, waren doch genau diese Klänge bereits "Fatal Design" zu entnehmen. Eben dies kann man durchweg von dem Album behaupten. Es zeigt sich ein hoher Wiedererkennungswert, der bei den vorhandenen Fans gut ankommen wird. Jedoch ist fraglich, ob sie damit auch neue Fans hinzugewinnen werden. Nicht nur "Dying Moan" ist dominiert von typischen Keyboardlines skandinavischer Bands, von denen Entwine doch Abstand nehmen wollten.
Erwähnenswert erscheint mir Mika Tauriainens flexible Stimme, die er in diversen Tonlagen treffsicher einsetzen kann, aber leider nutzt er seine Fähigkeiten suboptimal. Auf "Painstained" klingen Entwine, als wollten sie kräftig Gas geben, aber haben dabei vergessen, den Fuß von der Bremse zu nehmen.
Die Melodien sind einfach gestrickt, was sie sehr eingängig macht. Sie variieren jedoch nicht großartig, wodurch sich die zehn Songs durchweg sehr ähnlich anhören. Vergleichsweise könnte man sagen, dass es einen melodischen roten Faden gab, um den die Stücke herum arrangiert wurden.
Aber lassen wir ihnen, dass sie damit ihr Versprechen des melodieorientierten Albums gehalten haben.
Ich möchte aber nicht vergessen zu erwähnen, dass dieses Album auch Highlights hat. "Beautiful Confined", "Greed of Mankind" und "Caught by Desire" sind wesentlich schwungvoller als die anderen Songs. Die fünf aus Lahti haben hier etwas Eigenständigeres geschaffen, was sich vom Rest des Albums abhebt.
Wer "Fatal Design" mit seinen heavy tunes geliebt hat, wird einiges wieder erkennen, sich aber möglicherweise bei "Painstained" langweilen.
Allerdings sagt schon der offizielle Pressetext, dass Entwine ihren Vertrag bei Spinefarm verlängert haben und somit niemanden mehr etwas beweisen müssen.
Dem Hörer aber möglicherweise schon! Ein Album, welches zu 70% nett zum nebenbei laufen lassen geeignet ist, ist etwas zu wenig.
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