Dinner Auf Uranos - 50 Sommer - 50 Winter


01. 6786
02. Zwischen dem Salz und dem Montepellier
03. Texas della Morte
04. Frost 1
05. Töte das Jahr für mich
06. Frost 2

‚Dinner auf Uranos' ist ein musikalisches Erbe ‚Nocte Obducta's' und setzt dabei den Weg fort, der sich mit dem Ende der Avantgarde Black Metal Band angekündigte und doch sprechen wir hier von etwas ganz anderem - also Aufmerksamkeit bitte.

Bekanntermaßen verabschiedeten sich nach elfjähriger Bandgeschichte Nocte Obducta von der Bühne, mit den progressiven Ansätzen ihres letzten Albums machten sie allerdings den ersten Schritt in einen neuen Soundkosmos - für ‚Dinner Auf Uranos' und den Klangwelten aus ‚50 Sommer - 50 Winter'.
Dabei besinnen sich die verbliebenen Musiker auf ihre Liebe zu Longtracks und zu komplexen, verschlungenen Arrangements. Die Metal Einflüsse mussten den immer noch sehr finsteren, aber deutlich mehr psychedelischen Soundlandschaften weichen.
Mit sechs Songs kommt der Silberling daher und beginnt mit ‚6786' etwas verträumt, etwas schwermütig und wechselt dann eher in Goth Rock Gefilde. Die einzelnen Elemente verbinden sich dabei in einer Stärke, die bittersüß, beschwingt und verschroben gleichermaßen in den Ohren klingt.
Diese beklemmende, doch auch wieder angenehme, dann sehr emotionale und auch schräge Stimmung zieht sich weiter durch ‚50 Sommer - 50 Winter'. Mir geht dabei etwas die Stimme von Vocalist Marcel verloren. Zum Teil, weil diese arg im Hintergrund gehalten wird, zum anderen, weil die Gesangslinien sehr ruhig daher kommen und zu sehr darauf bedacht sind sich in die Klangwelten einzubinden.
Hervorzuheben ist aber ‚Töte Das Jahr Für Mich' - ein Track der mit geschlagenen 22 Minuten vertreten ist. Also ein richtiger Longtrack, der schier endlos reich an Stimmungs- und Soundwechseln ist. Dabei vereint sich auch alles was man in ‚Dinner auf Uranos' finden kann. Gute Melodiestränge und Breaks halten den Spannungsbogen aufrecht - und ja ich finde 22 Minuten auch lang, aber das ist definitiv Teil des Ganzen, halt ebenso wie die schwermütigen und verträumten Melodien. Dennoch fühlte ich mich von der Masse an musikalischen Eindrücken erschlagen.

Uranus ist im Übrigen der einzige Planet, der sich dank 90 Grad gekippter Achse nicht dreht sondern eher rollt. So in etwa könnte man ‚50 Sommer - 50 Winter' zusammenfassen - ein stetiges pulsieren, unterlegt mit verschiedenen Farben, die sich von düster über verschroben bis leichtfüßig auffächern lassen.

Sämtlicher Schubladisierungsformen, die ich hier eingebaut habe, zum Trotz, ist ‚Dinner Auf Uranos' etwas sehr ungewöhnliches und schwer zu stilisierendes gelungen. Alternativ ist zwar immer gut, wird aber ihrem Werk nicht gerecht. Selbst rein Hören ist angesagt. Willkommen ist jeder.

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