Defiance - The Prophecy


01. Prion
02. The Prophecy
03. Bastard Son
04. The War Inside
05. Fuel The Fire
06. Eschaton
07. Sloth
08. Desert Sands
09. Dissolving Around You
10. Asthmaphere
11. Eyes Of The Front

Es dauerte über 15 Jahre bis sich Defiance wiederfanden und wieder gemeinsam Musik machten. Mittlerweile erarbeiteten sie sich einen Plattendeal mit Candlelight Records und befeuern uns mit einem neuen Silberling. Ihr aktuelles Album ist mit vielen Gedanken an ihren ehemaligen Gitarristen Doug Harrington entstanden, der 2006 tragisch und überraschend an Krebs verstarb.

Mit ‚The Prophecy' setzen die Jungs aus Oakland, CA aber dort an wo sie sich immer beheimatet fühlten, im Thrash Metal - ehrlich, bodenständig und ohne Umschweife. Dabei halten sich die Songs alle eher im Mid-Tempo, worunter Aggression und Rifflast allerdings nicht leiden. Anzukreiden ist allerdings, dass der Gesang von Sänger Steev Esquivel, mit allen Variationen, irgendwie doch sehr stark an Chuck Billy (Testament) erinnert.
Dennoch kommen Freunde der alten Thrash Schule hierbei auf ihre Kosten. Die Gitarrenarbeit von Altmeister Jim Adams ist einwandfrei und ab und an findet sich neben den Genre typisch gehaltenen Soli auch die eine oder andere melodische Gitarrenlinie. Auch Mark Hernandez (Vio-Lence) drescht mit seinen Drums kräftig nach vorn - ganz ohne Rücksicht auf Verluste. Gerade auf dem straighten ‚Sloth' kommt das gut zur Geltung. In den anderen Songs herrschen komplexere Songstrukturen, mit teils progressiven Einschlägen, vor.
Etwas einsam und unvollendet kommt ‚Eschnaton' daher. Leise und melodisch, nur um dann ganz plötzlich ausgeblendet zu werden, meinetwegen hätte der Track gerne noch zwei Minuten länger gehen dürfen um seine Wirkungskraft zu entfalten. Oder zumindest strategisch etwas geschickter eingebaut werden können.

Die Mannen um die Bandgründungsmitglieder Mike Kaufmann und Jim Adams warten hier mit einem soliden Stück Thrash auf, welches sich allein durch eben Komplexität und dem Tempo durchaus von der Masse abheben kann und nicht auf dem aktuellen Hau-Drauf-Geboller Zug aufspringt - ohne dass Wut und Intensität verloren gehen.

Fazit: Wer Defiance früher mochte wird durch ‚The Prophecy' freudig bedient und auch wer etwas Abwechslung ‚back to the roots' sucht ist hier richtig.


Edit: Kurz nach Erscheinen von ‚The Prophecy' trennte sich Sorgenkind und Sänger Steev Esquivel wieder von der Band und widmet nun sich voll Skinlab. Auch Mark Hernandez entschied sich seiner Band Forbidden (gerade auch mit Comeback) mehr Zeit zu gönnen.
Die Band ersetzte ihn nach langer Suche mit Ex Kaos Drummer Burton Ortega, für Sänger Esquel trat Keven Albert an. Mittlerweile entschieden sich die Jungs auch dazu wieder einen zweiten Gitarristen anzunehmen, besetzt durch Shawn Bozarth.

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