Danzig - Deth Red Sabaoth


1. Hammer Of The Gods
2. The Revengeful
3. Rebel Spirits
4. Black Candy
5. On A Wicked Night
6. Deth Red Moon
7. Ju Ju Bone
8. Night Star Hel
9. Pyre Of Souls, Part I - Incanticle
10. Pyre Of Souls, Part II - Season Of Pain
11. Left Hand Rise Above

Erst kürzlich hatte ich die Ehre, Danzig zum ersten Mal Live on Stage zu erleben. Leider war die Show alles andere als ein Genuss (Open-Air-Festival mit nahezu ununterbrochenem Regenwetter, Showbeginn mit 45 Minuten Verspätung etc.), aber wir sind ja nicht nachtragend. Schon gar nicht bei einer Band, dessen Sänger eine so einzigartige Stimme besitzt wie es bei Glenn Danzig der Fall ist. Also ab in den Player mit der neuesten Scheibe "Deth Red Sabaoth"...

Bei den fetten Gitarrenriffs, mit denen der Opener "Hammer Of The Gods" eingeleitet wird, denke ich zuerst "Bloß gut, dass wir nicht nachtragend sind!", nur um mich im nächsten Moment über die Produktion zu wundern. Denn so wenig ich es auch mag, wenn im Studio alles glatt gebügelt wird: Das hier klingt doch ein bisschen zu unfertig und wie direkt im Bandproberaum aufgenommen. Schade, denn aus diesem eigentlich sehr coolen Song hätte man produktionstechnisch noch sehr viel mehr herausholen können...

Ebenfalls mit fetten Gitarrenriffs wird der zweite Song "The Revengeful" eingeleitet, hier ist der Sound allerdings schon um einiges besser als bei "Hammer Of The Gods".

Oftmals wird der beste Songs des Albums gleich als Opener verbraten, so dass der Rest mitunter nur noch enttäuschen kann. Nicht so hier: Der zweite Song toppt schon den Ersten, der dritte ("Rebel Spirits") hält die Spannung konstant und würde man das Album in einem Diagramm darstellen, würden die zwei darauf folgenden Tracks wohl dafür sorgen, dass der Graph hier die höchsten Ausschläge nach oben macht: Da wäre zum einen "Black Candy", welches sich in bester "She Rides"-Manier perfekt zum Striptease eignet, und zum anderen "On A Wicked Night", welches in seiner Melancholie ein wenig an Type O Negative's "Christian Woman" erinnert, auch wenn's hier ab etwa der Mitte etwas rockiger wird.

Bei "Deth Red Moon" muss ich irgendwie unweigerlich an Viva Zwei denken und wie gut der Song in das hiesige Programm hineingepasst hätte. Leider Gottes gibt es Viva Zwei seit mittlerweile fast schon 10 Jahren nicht mehr...

Nach "Deth Red Moon" fällt der Graph der Spannung in unserem imaginären Diagramm leider wieder ab. Schlecht ist keiner der Tracks, aber irgendwie fehlt den restlichen Songs das, was einen aufmerksam zuhören lässt. Selbst nach dem dritten, vierten Mal Durchhören sind die letzten Tracks einfach nur Musik, die im Hintergrund läuft und die man nicht bewusst wahrnimmt, mit Ausnahme des schönen Semi-Instrumental-Stückes "Pyre Of Souls, Part I - Incanticle".

So gesehen ist "Deth Red Sabaoth" vielleicht das ideale Album für all die Rockertypen da draußen, die noch auf der Suche nach dem perfekten Soundtrack sind, mit dem sich die neueste Eroberung leichter ins Bett kriegen lässt: Am Anfang ein paar Rocksongs, bei denen sie keinen Verdacht schöpft, mit ein bisschen gutem Zutun eurerseits entledigt sie sich vielleicht schon bei - oder noch besser: zu - "Black Candy" ihrer Kleidung und die Hintergrundmusik am Ende... Nun ja, Hintergrundmusik halt, weil Ihr bis dahin hoffentlich schon mit etwas ganz anderem beschäftigt seid...

Besonders lobend muss hier auch noch das Cover-Artwork erwähnt werden, welches von keinem geringeren als dem amerikanischen Comic-Zeichner Joe Chiodo entworfen wurde. Gerade in Zeiten von mp3-Downloads ist ein solch cooles Cover-Artwork der Anreiz schlechthin - weil vermutlich auch der einzige Anreiz - überhaupt noch CD's zu kaufen.

Neues, nahrhaftes Futter für die Playlist und eine schöne Verzierung fürs CD-Regal - Was will man mehr?

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