Chthonic - Mirror Of Retribution


1. Autoscopy
2. Blooming Blades
3. Hearts Condemned
4. Venom In My Veins
5. The Aroused
6. Sing-Ling Temple
7. 1947
8. Forty-Nine Theurgy Chains
9. Rise of the Shadows
10. Bloody Waves Of Sorrow
11. Spell Of Setting Sun: Mirror Of Retribution
12. Unlimited Taiwan (Bonus Track)

Manche Bands scheinen sich etwas länger im Verborgenen aufzuhalten, um dann umso gewaltiger über die Musikwelt herein zu brechen. So etwa könnte man den Werdegang von Chthonic beschreiben.
Bereits 1995 gründete sich die Band, brauchte aber bis 2007, um den Weg von Taiwan nach Europa zu finden. Seitdem dürften sie aber den meisten Metalheads ein Begriff sein, was zum einen an der damaligen ungeheuren Medienpräsenz und zum anderen an dem durchaus vorhandenen Exotenbonus liegen könnte.
Black Metal aus Fernost war und ist interessant. Und hörenswert! Schnell wich reine Neugier der Begeisterung für das, was der geneigte Metaller auf die Ohren bekam.

"Mirror Of Retribution" beginnt wie die Bandgeschichte; das Intro "Autoscopy" baut leise Spannung auf. Wind, geheimnisvolles Geflüster, entfernte Schreie und Stille zwingen zum genauen Hinhören. Wenn die Konzentration schließlich ganz bei den Boxen ist, bricht wildes Gekeife über die Welt herein und die nächsten 48 Minuten tobt weitestgehend ein Sturm, der sich ab und an kurzzeitig legt.
Chthonic bieten aber keinen Old School Black Metal, sondern bringen geschickt verschiedenste Elemente zusammen. Das obligatorische Gekreische und die wütenden Growls werden fast ständig von Doris seidenweicher Stimme umgarnt, wodurch der Scheibe ein wenig die Härte genommen wird. Dies macht die Musik für viele Nicht-Schwarz Metaler durchaus zugänglicher, wird aber auf der anderen Seite einige dunkle Seelen irritieren.
Instrumental haben die Fünf noch einmal zugelegt und beweisen mehr Gefühl für Ausgeglichenheit. Wilde Doublebasses, harte Riffs und dezente Keyboardteppiche sorgen für den nötigen Druck, aber auch melodische Passagen finden ihren Platz und bauen immer wieder eine düstere, manchmal exotische Atmosphäre auf.

In der Vergangenheit wurden Vergleiche mit Cradle of Filth und Dimmo Borgir angestellt, bzw deren starke Einflüsse, die in der Musik von Chthonic präsent sind, hervorgehoben. Dies wird sich wohl auch mit dem aktuellen Longplayer nicht ändern. Sicher sind derartige Vergleiche nicht die schlechtesten Referenzen, können aber schnell als fehlende Eigenständigkeit interpretiert werden. Ob dies stimmt, mag jeder für sich selbst entscheiden, Reinhören lohnt sich auf jeden Fall.

Chthonic haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht und präsentieren mit "Mirror Of Retribution" eine Black Metal Perle, die ihre Fangemeinde noch vergrößern dürfte.

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