Chickenfoot - Chickenfoot
1. Avenida Revolution2. Soup On A Rope
3. Sexy Little Thing
4. Oh Yeah
5. Runnin' Out
6. Get It Up
7. Down The Drain
8. My Kinda Girl
9. Learning To Fall
10. Turnin' Left
11. Future In The Past
Sammy Hagar, Michael Anthony (beide ex- Van Halen), Chad Smith (Red Hot Chilli Peppers) und Joe Satriani - diese Kompilation von Namen weckt Erwartungen und wurde bereits als "hochkarätigste Allstar Kapelle des Jahres" klassifiziert. Ursprünglich versehentlich geboren und zusammengewachsen in Jam Sessions in Mexiko präsentieren sie im Juni 2009 ihr elf Songs umfassendes selbstbetiteltes Debutablum.
Leichte Kost ist es nicht, was einem um die Ohren schlägt, sowie die Scheibe ihren Weg in die Anlage gefunden hat. Als "Musik für Musiker" könnte man die technischen Raffinessen und Feinheiten von Gitarrengott Joe Satriani bezeichnen, dessen Soli stellenweise die Songs dominieren. In experimentell progressiver Spielfreude vereint er die Stile der 1960er bis 1980er mit einem Touch der aktuellen Zeit.
Auch wenn sie wie bald gewöhnlich im Hintergrund steht, sollte der Hörer die Rhythmusabteilung nicht verachten "A great band is nothing without a great rhythm section"!, denn Smith und Anthony legen gehörigen, kreativen Drive vor, der von Hagars rauchiger Stimme aufgenommen wird. Hierbei bilden die drei einen gemeinsamen Gegenpart zum Übergitarristen. Smith mag die Masse der Menschheit von "Under The Brigde" kennen, aber dass er auch rocken kann, beweist er auf diesem Album eindeutig. Bassisten stehen sowieso im Schatten von Gitarristen. Somit ist es fraglich, ob Anthony sich selbst einen Gefallen tut, aus dem Schatten Eddie van Halens heraus- und in den von Satriani hineinzutreten. Aber hierbei handelt es sich wohl eher um ein persönliches Problem und verstecken muss er sich auf keinen Fall. Fakt auf dem Album ist, dass Rhythmus und Gesang die Abteilung "Musik für den Hörer" übernehmen und damit die Stücke mit ebensolcher Spielfreude wie Satriani zugänglicher machen.
Eine Kategorisierung fällt schwer, wenn sie nicht sogar unmöglich ist. Begriffe wie "Funk" strömen genauso durch meinen Kopf wie "80er LA Rock", "Groove" oder "doch eher Heavy Metal?", "Old School", "atmosphärisch, aber für Fahrstuhlmusik zu fetzig".
Für Abwechslungsreichtum ist also gesorgt, an einem eindeutigen Wiedererkennungswert mangelt es allerdings. Mit Sicherheit kann man diese CD auch 20 Mal hören und entdeckt immer wieder etwas Neues, und erst wenn man alle Facetten kennt, weiß man die Detailliebe der vier Kalifornier zu schätzen. Abhängig von der Stimmung des Hörers könnte diesem aber auch nach 15minütigem lauschen langweilig werden. Es fehlt ein Stück, das sofort in die Ohrmuscheln geht und sich dort festsetzt.
Ebenso schwer fällt mir eine Bewertung. Produktion sowie spielerisches Können verdienen in jedem Fall eine 10, aber dann ist da noch die Frage des Gefallens und inwieweit die Subjektivität Ausschlag geben darf. Dennoch ist ein persönlicher Kritikpunkt für mich die Länge der Songs - teilweise zieht es sich bei einer Gesamtlänge von 57:46 Minuten über die elf Stücke, auch durch die langen Gitarrensoli, die nicht dazu geeignet sind, beim Lauschen zur Musik abzuschalten und den Kopf frei zu bekommen.
Einziges Deutschlandkonzert:
07.07.2009 - Große Freiheit 36, Hamburg
07.07.2009 - Große Freiheit 36, Hamburg
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