Black Sun Aeon - Routa


Talviaamu
1. Core of the winter
2. Frozen
3. Sorrowsong
4. Routa
5. Wreath of ice
6. Dead of aeon
7. Cold

Talviyö
1. Funeral of world
2. River
3. Frozen kingdom
4. Wanderer
5. The beast
6. Silence
7. Apocalyptic reveries

Tuomas Saukkonen hat wieder zugeschlagen. In Anbetracht des Umfangs des aktuellen Albums seines Projektes Black Sun Aeon und der Tatsache, das er auch bei Before The Dawn nicht untätig war, stellt sich schon ein wenig die Frage, ob der gute Mann den auch ein Gesellschaftsleben hat.

Viele denken bei Finnland an Schnee und Kälte, wovon es diesem Winter mehr als genug gab und was auch die Inspiration zu dem aktuellen Black Sun Aeon Album lieferte. Der härteste Winter seit 40 Jahren bildete das perfekte Umfeld für dieses Werk. "Routa" (Bodenfrost) ist ein Konzeptalbum, welches die schönen und harten Seiten des Winters widerspiegelt. Um diese zwei Seiten noch besser zu trennen, wurde daraus ein Doppelalbum, bei dem beide Scheiben noch einen eigenen Titel bekamen.

Auf "Talviaamu" (Wintermorgen) bestimmen tragende Melodien und Clearvocals das musikalische Bild und vermitteln eine melancholische aber nicht zwangsläufig drückende Atmosphäre. Das Instrumentenspiel umgarnt den Hörer und nimmt stellenweise gar epische Ausmaße an. Vor dem geistigen Auge zeichnen sich schier endlose, majestätische Schneelandschaften ab, die von der aufgehenden Sonne Wärme auf die Seele fallen lassen während sie gleichzeitig Ruhe und Einsamkeit vermitteln.

"Talviyö" (Winternacht) bildet den musikalischen und atmosphärischen Kontrast. Aggressiver, kantiger geht es um die Kälte, Gefahren und Ängste, welche im Winter, verstärkt durch die nicht enden wollenden Nächte, die Menschen belasten. Hier schmeichelt nichts, sondern in fast schon Death Metal Manier wird nicht selten ordentlich gesägt und gebolzt, das man schon fast vergisst den zweiten Teil eines Konzeptalbums im Player zu haben. Natürlich bleiben auch die melodischen Anteile nicht gänzlich auf der Strecke. Dies wäre bei einem von Tuomas Saukkonen erschaffenen Werk auch nur schwer vorstellbar. Leider merkt man im Verlauf von "Talviyö" aber, dass Death Metal nicht das eigentliche Revier des Finnen ist, zu uneigenständig kommen die einzelnen Tracks daher. Allerdings ist das Niveau gewohnt hoch.

Fazit: Saukkonen Fans werden an diesem Album nicht vorbeikommen, aber auch alle anderen sollten mehr als nur ein Ohr riskieren. Routa ist nicht einfach nur ein Album mit Überlänge, es sind eher zwei Alben in einem. Und an Tagen, an denen die erste Scheibe gefällt wird die zweite den Weg ins Abspielgerät eventuell nicht finden. Es gibt nicht viele Musiker, die auf so vielen Hochzeiten auf so hohem Niveau agieren.

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