Apocalyptica - 7th Symphony
01. At The Gates Of Manala 02. End Of Me (feat. Gavin Rossdale of Bush)
03. Not Strong Enough (feat. Brent Smith of Shinedown)
04. 2010 (feat Dave Lombardo of Slayer)
05. Beautiful
06. Broken Pieces (feat Lacey Mosley of Flyleaf)
07. On The Rooftop With Quasimodo
08. Bring Them To Light (feat Joseph Duplantier of Gojira)
09. Sacra
10. Rage Of Poseidon
Dieses Jahr folgt bereits der siebte Streich der Finnen von Apocalyptica und passender Weise trägt das Werk den schönen Titel ‚7th Symphony'. Zehn Songs finden sich auf dem Silberling und ergeben laut Eicca Toppinen zusammen das Bild der ‚7th Symphony'. Unter den Songs gibt es vier Mal Gastgesang und das obligatorische Gastspiel von Slayers Dave Lombardo an den Drums. Soviel zu den nüchternen Fakten.
Der Opener ‚Gates At Manala' kommt beinahe ohne Umschweife zum Punkt und klingt drängend und verschroben - die sieben Minuten Spielzeit werden durch verschiedene Spannungsbögen, teils irgendwie chaotisch, dann wieder gefühlvoll harmonisch zum Leben erweckt. So ergibt sich, angesiedelt im Midtempo, eine gelungene abwechslungsreiche Komposition.
Darauf folgt das massenkompatible ‚End Of Me' mit Gavin Rossdale (BUSH), welches manchmal etwas unsichtbar daher kommt, zwar gut zu hören aber auch irgendwie ziemlich unauffällig ist. Dem entgegen steht der Song drauf ‚Not Strong Enough' mit Brent Smith (Shinedown), einfach kraftvoller und dynamischer - dabei nicht minder radiotauglich.
Manchmal scheinen die Drums etwas zurückgenommen zu sein, was die einen freuen wird und andere wieder nicht - Geschmackssache meinetwegen dürfen diese ruhig mehr zur Geltung kommen.
Mit wieder mehr Tempo und deutlich rockiger kommt nach kurzem Aufwärmen ‚2010' mit Dave Lombardo (Slayer) an den Drums vorbei. Sehr düster und auch ziemlich heftig, wo man wieder einmal spontanes Mitleid für die Drums unter Lombardos Fittichen hat. Ganz plötzlich ist der Spuk vorbei und das zerbrechliche ‚Beautiful' beginnt. Was mit seinem Titel auch eigentlich schon alles sagt, andere Worte fehlen mir.
Dann nimmt es den Lauf Richtung Rockballade und Lacey Mosley (Flyleaf) leiht ‚Brocken Pieces' ihre Stimme. Das Ganze ist nicht ganz so langatmig und slow wie man es eventuell vermuten wollen könnte. Es biete jedenfalls Kontrast zu ‚Beautiful' und dem ‚On The Rooftop With Quasimodo', welches eher etwas ruhiger startet ehe es ausladend und vielschichtig seinen Lauf nimmt.
Nun folgt der Streich mit ‚Bring Them To Light' welches von keinem geringerem als Joseph Duplantier (Gojira) begleitet wird - und ja, das ist härter als erwartet. Nackenschmerzen vorprogrammiert. Mit dem Song zieht das Tempo merklich an und bewegt sich nicht auch mehr Rockgefilden sondern beinahe in dunkelschwarzen Metalhöhlen. Ein Gegengewicht zum Rest des Albums und mehr als genial.
‚Sacra' hingegen beginnt wieder gemäßigt und schwankt zwischen tieftraurig, trotzig, aber auch stolz daher schreitend. Ein sehr eindringlicher, atmosphärischer Track. Welcher nahtlos in ‚Rage Of Poseidon' übergeht. Hier schaukelt sich die Songstruktur buchstäblich, wie das Meer, allmählich immer wieder hoch - dabei schon etwas bedrohlich wirkend. Bis es schließlich in einem Wahnsinn aus Stärke, Chaos und Melodie über einen hereinbricht.
Definitiv ein gutes, durchaus auch sehr gutes Album - je nach Belieben, also rein hören. Eins ist klar: von den Anfängen Apocalypticas ist nicht mehr viel übrig, waren es doch mal Metallica Cover sind wir nun bei ausschweifenden, zum Teil tieftraurigen, aber auch harten, beinahe prügelnden Tracks angekommen. Die Celli dürfen nicht immer nur Celli sein, werden nicht nur verzerrt sondern beinahe verwandelt. Aber wann immer sie ganz sie selbst sein dürfen, geben sie wieder die Einzigartigkeit dieser Band vom ersten Moment wieder.
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