Ahab - The Divinity Of Oceans
1. Yet Another Raft Of The Medusa (Pollard's Weakness)2. The Divinity Of Oceans
3. O Father Sea
4. Redemption
5. Tombstone Carousal
6. Gnawing Bones(Coffin's Lot)
7. Nickerson's Theme
Fast drei Jahre sind seit dem Debüt-Album vergangen, was für eine junge Band wie Ahab fast einen Neuanfang bedeutet. Denn auch wenn der Erstling für viel Aufsehen und Lob sorgte, läuft man rasch Gefahr im schnelllebigen Musikbusiness wieder in Vergessenheit zugeraten. Und auch der Zusammenhang zwischen zwei Werken kann schnell verloren gehen. Nicht ganz unproblematisch, wenn doch auch der neuste Silberling, wie schon die EP "The Oath" und das Album "The Call Of The Wretched Sea" zur "Nantucket Saga" gehört. Diese basiert auf den Werken von Nathaniel Philbrick "In the Heart of the Sea" und Owen Chase "The Wreeck of The Whaleship Essex".
"The Divinity Of Oceans" ist schon ein wenig eigenwillig für ein Album, auf dem es um den Untergang eines Schiffes und die damit verbundenen Quallen der Besatzung geht.
Im Opener "Yet Another Raft Of The Medusa (Pollard's Weakness)" bauen die vier Süddeutschen zunächst eine beklemmte und düstere Atmosphäre auf, bevor sich ein Abgrund öffnet, der alles in sich aufsaugt. Die Growls scheinen direkt aus den dunkelsten Tiefen der See zu stammen und werden nur selten von "klarem" Gesang ergänzt. Die Vocals wirken stets, als kämen sie aus der Ferne und untermalen so gekonnt die verzweifelte Isolation eines vom Kurs geratenen Schiffes. Wer sich darauf einlässt, spürt die Hoffnungslosigkeit, die hier erzählt wird. Kein tosender Sturm, der ein schnelles Ende verspricht, nur eine gewaltige, lange Dünung, die alles Richtung Horizont trägt.
Ahab belassen es aber nicht dabei, sich im engen Korsett des Dooms aufzuhalten, sondern streuen immer mal wieder dezent Elemente jenseits des Genres ein, wodurch das Ganze nicht so hypnotisch wie der Vorgänger wirkt, für eine Doom-Scheibe aber "erschreckend" abwechslungsreich. Das mag auch der Grund dafür sein, dass keiner der Songs langatmig wirkt, auch wenn der Kürzeste es auf über sieben Minuten bringt und das Gesamtwerk mit nur sieben Songs auf mehr als 67 Minuten kommt.
Ahab mögen verschollen gewesen sein, aber sie sind nicht vom Kurs abgekommen. "The Divinity Of Oceans" ist die gelungene Fortsetzung und Weiterentwicklung des Vorgängers. Hier zeigt sich, das Gut Ding auch mal Weile braucht.
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