The 69 Eyes - Back In Blood


CD:
1. Back In Blood
2. We Own The Night
3. Dead N' Gone
4. The Good, The Bad & The Undead
5. Kiss Me Undead
6. Lips Of Blood
7. Dead Girls Are Easy
8. Night Watch
9. Some Kind Of Magick
10. Hunger
11. Suspiria Snow White
12. Eternal

DVD:
Dead Girls Are Easy (Video Clip)
Hollywood Kills (Live at The Whiskey A Go Go)
1. Devils
2. Don't Turn Your Back On Fear
3. Betty Blue
4. Christina Death
5. Crashing High
6. The Chair
7. Feel Berlin
8. Gothic Girl
9. Sister Of Charity
10. Framed In Blood
11. Lost Boys
12. I Just Want To Have Something To Do
13. Brandon Lee
Back In Blood (electronic press kit)

Das aktuelle 69 Eyes Album "Back In Blood" ist von allen Seiten hoch gelobt worden und erhielt relativ früh und mindestens ebenso lange vor Jahresende die Auszeichung "Glamrockalbum des Jahres". Grund genug für uns, wenn auch mit einiger Verzögerung, einmal reinzuhören. Versteht sich von selbst, dass die Erwartungen hoch gesteckt waren.

Definitiv handelt es sich bei dem zehnten Studioalbum der Finnen nicht um das Glamrockalbum des Jahres, ist es doch noch nicht einmal ein Glamrockalbum. Das groß angekündigte "Back to the Roots" lässt sich auch nicht wirklich ausmachen. Eher könnte man den Versuch des sich selbst neu Erfindens feststellen, wohingegen sich eigene Einflüsse aus den letzen bald zwei Dekaden nicht verleugnen lassen. Auf diesem Album spielen sie eine für die 69 Eyes schon irgendwie neue Musikrichtung, wobei dennoch besonders stimmlich der Widererkennungswert der Finnencombo gewährleistet wird und auch diverse Riffs, beispielsweise in "Lips Of Blood", eindeutig an die Eyes zu Beginn dieses Jahrtausends erinnern. Weiterhin 69 Eyes - typisch ist, dass sich mit nur ein bisschen flüchtigem Hinhören zumindest die Refrains mitsingen lassen und man sich bei den Lyrics inhaltlich gelegentlich nur an den Kopf fassen kann.
So sind sie seit jeher gewesen und würde sich dieses ändern, wären sie nicht mehr sie selbst. Also ist es gut so. Hiermit lässt sich auch die Wahl von "Dead Girls Are Easy" als erste Singleauskopplung begründen. "Night Watch" könnte in diesem Sinne eine gelungene zweite Single darstellen.
Beim Titeltrack "Back In Blood" komme ich nicht umhin, die Augen zu schließen und grüne, rote, gelbe, blaue und orangefarbene Kuller auf mich zulaufen zu sehen um imaginär im richtigen Moment entsprechende Farbtaste anzuschlagen. Warten wir also gespannt auf die Trackliste von Guitar Hero 6!
"Dead N'Gone" hingegen klingt im Refrain wie die Titelmelodie der Zeichentrickserie C-C-C-Chip & Chap, setzt sich damit zum krassen Ohrwurm fest und könnte zur Partyhymne mutieren. "The Good, The Bad & The Undead" könnte aus der Feder von Marylin Manson stammen; es ist extrem industrial-lastig.
In einer verwirrenden Mischung geht es weiter, irgendwo zwischen den altbekannten 69 Eyes und dem Versuch, etwas Neues zu sein - wobei sie dann wohl doch nicht genug Eier nach den Cock Rock Einflüssen über hatten, um tatsächlich etwas bannbrechend Neues zu erschaffen. Düster traurige Lyrics vor rockig fetzig fröhlichen Melodien. Zusammengefasst könnte man "Back In Blood" als Fungoth - Partyalbum beschreiben. Oder als "The 69 Eyes".

Es ist also nicht das Album des Jahres - egal aus welcher Gattung, und es lässt sich auch keiner wirklich zuordnen. Es ist nicht einmal das beste Album aus der Geschichte der 69 Eyes - viel eher ein stilistischer Überblick über die vergangenen 20 Jahre in Mischung mit dem Antesten neuer Stilrichtungen.
Aber es ist und bleibt The 69 Eyes - wer sie liebt, wird auch dieses Album lieben. Neue Fans werden sie aber ebenso wie mit dem Vorgänger "Angels" mit "Back In Blood" nicht gewinnen, Alte möglicherweise ein bisschen zufriedener stimmen. Denn auch wenn es in Amerkia und sicher auch für den amerikanischen Markt aufgenommen und produziert wurde, klingt es wesentlich weniger amerikanisiert wie "Devils" oder "Angles".
Auch wenn die Scheibe bei der ersten Umdrehung für mich ein Schlag ins Gesicht war, wird sie mit jeder Umdrehung besser und die Hoffnung für eine Freundschaft ist nicht komplett ausgeschlossen.

Flaggen für den CD Teil: 6/10


Um das Ganze gerade für Sammler ein bisschen schmackhafter zu machen, wurde eine Box herausgebracht, die auch eine DVD beinhaltet.
Am 16. Januar 2008 wurde in Finnland die Live CD Hollywood Kills veröffentlicht; aufgenommen am 24. März 2006 im traditionsreichen Whiskey A Go Go in Los Angeles. Neben dem Video zur aktuellen Single kommen wir also in den Genuss der Bilder zur CD. Wenn auch mit gut zweieinhalb jähriger Verspätung immerhin neues Bildmaterial nach der 2003er DVD "Helsinki Vampires" und einem Video, in dem The 69 Eyes selbst wie auch Produzent Matt Hyde einen kleinen Blick hinter die Kulissen der Produktion gewähren.

Wer selbst einmal im Whiskey A Go Go war, wird wissen, dass der Club weder durch guten Sound noch beeindruckendes Licht besticht. Dennoch ist es für wohl jede Rock'n'Roll (oder meinetwegen auch Goth'n'Roll) Band ein Traum, dort zu spielen - ganz besonders für nicht einheimische Bands, denn eben solche gehen dort ein und aus. Ganz genau das hat den kleinen Laden an der Ecke zu dem weltberühmten Ort gemacht: nämlich dass kleine unbekannte Bands damals dort begannen, bevor sie selbst Weltruhm erlangten. Irgendwie spiegelte sich dies auf den Club wider und der Mythos wurde um den Schuppen aufgebaut.
Warum nun aber wurde ein 2006er Konzert als Beilage zu dieser CD gereicht?
Nun sicher einmal, was das Videomaterial vorhanden war, aber qualitativ in keiner Weise für eine DVD Veröffentlichung taugt. Aber sicher auch, weil die Finnen damals ihren Traum lebten, die Bühne des Whiskey betreten zu können. Jetzt wurde wieder ein Traum gelebt: nämlich in Hollywood / Los Angeles die Songs zu schreiben und aufzunehmen.
Eine hochwertige DVD Produktion ist dies nicht, eine schöne Erinnerung für die Fans aber doch. (Im Vergleich zur Live CD fehlen im Übrigen "Hevioso" und "Dance'd Amour".)

Flaggen für den Bonus - DVD Teil: 7/10

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