36 Crazyfists - Collusions And Castaways


1. In The Midnights
2. Whitewater
3. Mercy And Grace
4. Death Renames The Light
5. Anchors
6. Long Road To The Late Nights
7. Trenches
8. Reviver
9. Caving In Spirals
10. The Deserter
11. Waterhaul II

Vier Männer aus Kalifornien präsentieren ihr neues Album. Natürlich reden wir hier nicht von irgendwelchen Herren, sondern von den 36 Crazyfists, die ihr mittlerweile fünftes Album seit 2002 vorstellen - namentlich ‚Collusions And Castaways'.
Wenn es in einer Bandgeschichte schon mehr als drei Veröffentlichungen gibt, lässt sich meist eine Entwicklung erkennen, zumindest eine Veränderung im Sound. Natürlich gibt es diese auch bei den Kaliforniern und ‚Collusions And Castaways' macht da keine Ausnahme.

Aber beginnen wir langsam, ähnlich wie ‚In The Midnights', welches mit leisen, verträumten Gitarren startet, die immer kraftvoller werden und schließlich von hämmernden Drums und schnellen Riffs abgelöst werden. Brock Lindow steuert dazu noch brav kraftvolle Shouts bei und fertig ist die Kiste. Wobei: so ganz einfach machen es sich die Fünf mit dem Album dann doch nicht.
‚Whitewater' schlägt vom Tempo zwar in die gleiche Kerbe, hat aber doch einen anderen Klang. Das gekonnte Wechselspiel zwischen den starken Shouts und den dröhnenden Gitarren von Steve Holt zu Clear Vocals und geschickt eingeflochtene Breaks lassen den Song schon beim ersten Hören ins Ohr gehen und sich da festsetzen.
Mit ‚Death Renames The Light' und ‚Anchors' gehen die Kalifornier noch einen Schritt weiter. Schneller und auch härter kommen diese Tracks daher. Starke Hooklines geben das Grundgerüst. Die Vocals gehen auch hier weiter in die vollen, wobei beim Letzteren kurze und prägnante Clear Vocals den Song aufhellen und zwei Gastsänger sich die Ehre geben, Adam Jackson (12 Tribes) und Raithon Clay (Plans To Make Perfect).
Dann dürften auch die verträumten Gitarren wieder ran, im völligen Gegensatz zu dem vorangegangenen stellt sich kurz die Frage, ob man vielleicht an den Knopf gekommen ist und nun eine andere Scheibe ihr Bestes gibt. Bei mir zeigte das Display aber dennoch "36 Crazyfists - Long Road To Late Nights". Ja das stimmt schon irgendwie.
Nach diesem überraschenden Intermezzo geht es wieder in Richtung Metal. ‚Trenches' heißt der Titel und vielleicht sind die mitreißenden Melodiezüge oder doch der Chamäleon-Stimmwechsel von Brock Lindow, jedenfalls passt da alles.
Springen wir nun zu ‚Caving In Spirals'. Hier geht es eher im Midtempo zu und ein wenig mehr in Rock denn Metal. Sänger Lindow kann seine Stimme hier auch ganz ohne Shouts frei entfalten, was schon früher gern unter die Haut ging. Auch die letzten beiden Songs geben noch einmal die Bandbreite der Band wieder. Die Tradition der Gastsänger wird weiter fortgeführt, auf ‚The Deserter' ist Brandon Davis (Across The Sun) mit von der Partie. Der Song selbst entwickelt sich mehr und mehr zum reißenden Strom der zum Schluss alles hinwegfegt. Dagegen wird im ‚Waterhaul II'die melancholische Atmosphäre aufgegriffen, was nicht weniger in den Kopf dringt und Gänsehaut verursacht.

Kurze Zusammenfassung: Ist toll. Kaufen!

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