1349 - Revelations of the Black Flame
01. Invocation 02. Serpentine Sibilance
03 .Horns
04. Maggot Fetus... Teeth Like Thorns
05. Misanthropy
06. Uncreation
07. Set the Controls For The Heart Of The Sun
08. Solitude
09. At The Gate...
1349. In diesem Jahr brach in Norwegen der schwarze Tod, die Pest, aus und Elend kam über das Land. Nach diesem schicksalhaften Jahr benannten sich die vier Musiker und gründeten vor zwölf Jahren ‚1349'. Danach veröffentlichten sie drei Alben in feinster Black Metal Manier.
Album Nummer vier allerdings ist anders. Ganz anders. Es ein langsamer Weg in die Hölle und die komplette 90° Drehung eines Musikstils.
Der Opener ‚Invocation' beginnt mit kranken Schreien, die schier nicht enden wollen, um sich langsam und schleppend mit düsteren Bässen zum eigentlichen Song zu walzen. Dieser ist auch eher doomig und ein guter Übergang für ‚Serpentine Sibilance', wo auch dem Letztem auffallen dürfte, dass die Band sich anscheinend neue Ziele gesetzt hat. Auch der zweite Track ist keine High-Speed Nummer, sondern setzt auf düsteren Ambient-Metal, atmosphärisch und grausig - und richtig gut inszeniert.
Ravns Gesang schwankt zwischen krächzen, keifen, schreien und grausigen Flüstern. Immer etwas im Hintergrund, intensiv und zwielichtig. Wie in einem Alptraum nicht richtig zu fassen, aber immer bedrohlich.
Dennoch verzichtet man bei 'Horns' und 'Solitude' gänzlich auf Gesang und auch auf den Einsatz von Gitarren. Was bleibt sind Ambient-Songs die ein neues Ausmaß an Atmosphäre aufbauen, von denen auf den Vorgängeralben nichts zu spüren war. Solution wirkt zwischenzeitlich bedrückend, erinnert mich an Silent Hill und lässt mich kurz erschauern.
Mit ‚Uncreation' und ‚Maggot Fetus…Black Teeth Like Thorns' bieten die Norweger auch noch zwei Ausbrüche kontrollierter Wut. Solide Black Metal Songs, beide stark und eine gute Abwechslung zu den Ambieten-Stücken. Hier darf sich auch Frost an den Drums etwas mehr austoben.
Für einen weiteren Überraschungsmoment sorgt 'Set The Controls For The Heart Of The Sun'. Schon mal gehört? Nein? Gut, dann hier die Auflösung: 1349 covern damit Pink Floyd. Und das ist echt gelungen, der Psychedelic-Klassiker wurde mit in die Abgründe von ‚ Revelations Of The Black Flame' gerissen und fügt sich so einwandfrei in das Konzept ein.
Was kann man zu Abschluss dazu sagen? Dieses Album ist gute 45 Minuten böse und verstörend. Mit Black Metal hat das eigentlich fast nichts mehr zu tun. Es ist nicht nur dunkel, es ist tiefschwarz. Es zeigt eine neue Seite von 1349, an die man sich gewöhnen muss und die vielen nicht gefallen wird.
"1349 is the soundscape to Hell, unrelenting and intense." Hier ist selbst Reinhören angesagt, entweder man hasst es oder es gefällt. Mir gefällt es.
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