Kumpels In Kutten
Heavy Metal im Ruhrgebiet
Holger Schmenk und Christian Krumm


"Heavy Metal: Kein Musikstil passt wohl besser zu den Menschen im Ruhrpott. Als Anfang der 80er Jahre ein Haufen Jugendlicher ihren Idolen aus Großbritannien und Kalifornien nacheiferte, hätte wohl niemand damit gerechnet, dass daraus eine Szene werden würde, die bis heute immer größer wird. Das Ruhrgebiet ist nach wie vor das Zentrum des deutschen Metals. Nicht nur Kreator, Sodom, Grave Digger, Rage, Axel Rudi Pell & Co. haben hier ihre Wurzeln, sondern auch die Plattenlabels Drakkar und Century Media oder das Rock Hard Magazin. Das Buch erzählt die Geschichte dieser einzigartigen Szene von den 80er Jahren bis in die Gegenwart."

Wenn es um die weltweite Entwicklung des Heavy Metal geht, dann ist das deutsche Gebiet der Entstehungsphase der Ruhrpott - die Bay Area im Heimantland sozusagen, denn beide Gegenden entwickelten sich in etwa zeitgleich zu Hochburgen.
Somit ist es mehr als verwunderlich, dass erst 2008 jemand auf die Idee kam, hierzu ein Buch zu verfassen. Zwei Jahre recherchierten und interviewten die Autoren.
Götz Kühnemund (Rock Hard Chefredakteur) fasst das Buch treffend in seinem Vorwort zusammen:
"In diesem Buch kommen die Gründer der Ruhrpottszene - oder besser: diejenigen, die rein zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren - zur Sprache. Viele interessante, witzige, kuriose Geschichten gibt es da zu erzählen - und es wird auch langsam Zeit."
Für diese Zusammenstellung kamen neben Kühnemund auch die Szene"größen" Mille Petrozza (Kreator), Tom Angelripper (Sodom / Onkel Tom), Chris Boltendahl (Grave Digger) oder Waldemar Sorychta (u.a. Enemy Of The Sun) zu Wort.

Schmenk und Krumm liefern ein Sachbuch und Nachschlagewerk, wenn auch kein Lexikon, von der Entstehung zum heutigen Tag. Bands von damals und heute werden portraitiert, ebenso Lables, Fan Clubs, Clubs und die Szenemagazine. Ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht nicht und wäre wohl auch vermessen zu fordern.
Dazwischen vervollständigen Interviews das Bild ebenso wie eigene Erinnerungen und Zusammenfassungen.
Anzumerken ist hierbei, dass einige Parts doppelt oder mehrfach erzählt werden, weil sie einerseits im Bandportrait erwähnt und andererseits im Thematischen Zusammenhang bandübergreifend wiedergegeben werden.

Optisch ist anzumerken, dass "Kumpels in Kutten" stilecht und umfangreich bebildert ist, klassisch in schwarz weiß, mit vielen Fotos aus den 80ern, aber auch neue Aufnahmen sind vorhanden. Das Buch ist Hardcover bedruckt, aber ohne den leicht kaputt gehenden Papierschutzumschlag. Die Seiten sind aus dickem Papier und die Schrift relativ groß. Insgesamt liegt es schwer, heavy eben, in der Hand.

Dieses Buch ist definitv ein Must Read für Old School Fans, und eine gute Bildungslektüre für jüngere Fans. Für die dazwischen, die sich irgendwie am Rande der Szene bewegen, gibt es immer wieder Passagen zum Schmunzeln. Auch wird oft der Aha Effekt erweckt: "Ah, so war das! Genau!"
Von Fans für Fans - True Metal eben!

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