Oldham, Todd: Joan Jett


Joan Jett - kenn man irgendwie, sollte man jedenfalls.
Kürzlich wurde Cherie Curries "Neon Angel" verfilmt und fast gleichzeitig erschien das von Todd Oldham verfasste Buch über Joan Jett.
Wer sich für Biographien interessiert, erwartet eine Lebensgeschichte, gut aufgearbeitet und von qualifizierten Leuten zumindest lektoriert.
Das Jett Buch ist irgendwie anders. Nicht nur das quadratische Format sticht ins Auge, auf den ersten Blick erscheint es auch eher wie eine Fotosammlung. Die einzelnen Kapitel sind kurz gehalten und noch kürzer und abgehakter sind die geschriebenen Sätze. Es macht beim Lesen eher den Anschein, als hätte Jett mal eben nebenbei etwas verfasst, was man gleichzeitig zum Rerelease von Curries Buch und dem Filmstart in die Läden bringen kann. Schließlich sollte man keine Einnahmequelle außer Acht lassen.
Tatsächlich wird im Nachwort auch vom Autoren erklärt, dass er sich durch dreißig Jahre Interviewmaterial wühlte, sowie die Aufzeichnung eines 8stündigen Gespräches mit Joan Jett aufarbeitete und beides zusammenstellte.

Von einer Musikerbiographie erwartet man auch, dass etwas über das Leben Hauptperson zu Papier gebracht wird. Ein bisschen jedenfalls. Jett gibt einen Abriss über ihre Kindheit, die Zeit mit den Runaways, den Weg zur und als Solokünstlerin. Die Bedeutung der Musik als solches für sie selbst stellt sie ebenso dar wie das Verhältnis zwischen Band und Fans. Insgesamt klingt alles jedoch immer wieder wie ein zusammen gewürfeltes Schnipselsortiment verschiedener Erinnerungen. Es scheint insgesamt eher, als hätte man sich ein paar Stunden vor einem Aufnahmegerät getroffen, verschiedene Stichwortthemen zur Diskussion gestellt und damit war das Buch fertig.
Auf wirklich Persönliches, sollte es denn so etwas in Jetts Leben geben, warten Fans vergeblich - oder erwarten sie es gar nicht erst, da es ja um die Musik geht und nicht die Belagerung vor der privaten Haustür?

Schade eigentlich, da hätte man mit etwas mehr Mühe und Engagement wesentlich mehr daraus machen können. Immerhin kann ich jetzt behaupten, eine Biographie in einer guten Stunde gelesen zu haben.
Idee gut, Umsetzung mangelhaft und definitiv sein Geld nicht wert.

<<-- zurück / back