Fargo Rock City
Klosterman, Chuck
"Chuck Klosterman, Vertreter einer neuen Form von Rockjournalismus zeigt in "Fargo Rock City", wie man zum absoluten Musikliebhaber werden kann - selbst, wenn man weitab vom Schuss in der Provinz, in Wyndmere, North Dakota (498 Einwohner) aufwachsen muss. Nebenbei beweist er empirisch, dass weltweit nur eines zählt: Der Rock! Lautstark wie ein Riff aus einer E-Gitarre, hämmert sich Klosterman durch die Geschichte des Hair-Metal. Bei ihm begann alles an einem schicksalhaften Tag im Jahre 1983, als sein älterer Bruder Mötley Crües "Shout at the Devil" mitbrachte. Der junge Chuck war noch nicht ganz "rockbar" - sein Haupthaar war zu kurz - aber dennoch fand er Mittel und Wege, zum Headbangen. Bald tanzte er Klammerblues zu Poison, schlief unschuldig unter Pentagrammen, verzehrte sich nach Metal-Starlet Lita Ford und wurde mit "Fargo Rock City" zum großen Intellektuellen, der sich mit der Philosophie von Guns N' Roses und dem Phänomen Hard N' Heavy auseinandersetzte. "Fargo Rock City" wurde vom "Rolling Stone" als "'Der Große Gatsby' der Heavy-Metal-Literatur" bezeichnet. "Besser als in diesem Buch ist noch nie über die amerikanische Popkultur geschrieben worden.", lobte Steven King: "Wer den Rock'n'Roll liebt, wird dieses Buch lieben."
Als erstes einmal: “Fargo Rock City” ist nicht die Biographie Chuck Klostermans. Vielmehr ist es eine witzige Reise durch seine musikalische Jugend in den 1980ern voller sarkastischer Ironie, bei der er mit vielen Sprüchen einfach den Kern der Sache trifft. Eine Retrospektive.
Er schreibt über Bands, die seine Jugend prägten und die Folgen, die sein Leben zu dem werden ließen, wie es heute ist. Auch philosophiert er über den Sinn und Zweck von Musikvideos und setzt sich mit den Inhalten einiger auseinander und Klosterman klärt treffend über die Unterschiede zwischen weiblicher und männlicher Musikliebe auf.
In der Gesamtbeschau ist „Fargo Rock City“ wechselhaft spannend. An einigen Stellen lacht sich der Leser einfach nur kaputt, andere Passagen sind gähnend langweilig, haben aber gelegentliche Höhepunkte. Abschnittsweise quält sich der Leser durch den Text und kurz darauf fliegen die Seiten nur so dahin. Aber selbst in den weniger interessanten Teilen vermag man das Buch nicht aus der Hand zu legen, ist man sich einfach sicher, dass gleich wieder die richtige Pointe kommen wird – und sie kommt.
„Fargo Rock City“ fängt stark an und lässt ein wenig nach – ohne jedoch dabei schlecht zu werden. Klostermans Aussagen sind stimmig, wobei man gelegentlich zwischen den Zeilen lesen muss.
Vorraussetzung dieses Buch zu verstehen ist jedoch, nicht nur davon gehört zu haben, dass es eine „Szene“ der 80er Glam Metal Bewegung gab. Man sollte schon gewisse Grundkenntnisse an den Tag legen, um Klostermans Witz und Ironie folgen zu können und eigentlich das gesamte Buch zu verstehen. Außerdem erscheint es mir nicht unwichtig zu erwähnen, dass es hierbei um amerikanischen Glam Metal der 1980er geht – was in Deutschland wohl eher „Hard Rock“ heißt.
Wer sich hiervon angesprochen fühlt, sich für die Szene und die im Buch erwähnten Bands interessiert, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Alle anderen sollten dringend die Finger davon lassen!
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